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Wenn das Brötchen mit der Marmelade...

Ist Ihnen heute schon das Brötchen mit der Marmeladenseite auf den Boden geklatscht? Oder hat sich Ihnen beim Betreten des Kinderzimmers einer dieser besonders scharfkantigen Legosteine in die Fußsohle gebohrt?

 

All das muss nichts zu bedeuten haben. Für viele Menschen gehören derlei Missgeschicke schlicht zum Alltag. Aber vielleicht haben Sie ja heute auch beim Blick auf den Kalender sofort gewusst, dass alles schiefgehen wird: Es ist Freitag, der 13.

 

Wir haben uns deshalb ein paar Gedanken gemacht, wie es wohl die politische Prominenz so mit dem Aberglauben hält und könnten uns folgende Reaktionen sehr gut vorstellen.

 

Bundespräsident Christian Wulff würde mit Sicherheit zum Thema Glücks- oder eher Pechtag persönlich lieber gar nichts sagen und uns an seine Anwälte verweisen, die dann mitteilen ließen: Egal, Hauptsache scheibchenweise.

 

Im Sekretariat von Matthias Machnig (SPD) dürfte die Antwort lauten: Hängt davon ab, ob er heute noch ins Büro kommt.

 

Und im Vorzimmer von Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) würde man die Sparschweine kurzerhand in Glücksbringer uminterpretieren.

 

Innenminister Jörg Geibert (CDU) hat zurzeit wirklich andere Sorgen, dürfte dafür aber als dreifacher Vater mit Begebenheiten wie oben erwähnt bestens vertraut sein.

 

Für den Vize-Ministerpräsidenten Christoph Matschie kann es, behaupten wir einfach mal keck, nur ein Glückstag sein (Das vergangene Jahr war schon schlimm genug). Es sei denn, ausgerechnet heute überzeugt Machnig die Regierungschefin davon, doch eigentlich der bessere Stellvertreter zu sein.

 

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) indes dürfte darauf verweisen, dass, bevor man dem Freitag so dies und das zuschrieb (Jesus gekreuzigt, Adam und Eva vertrieben...), er als Glückstag galt, an dem gerne Koalitionen, nein pardon, Ehen geschlossen wurden.

 

Na ja, und Verkehrsministersminister Christian Carius (CDU) würde eine Statistik bemühen, die besagt, dass sich an einem Freitag, der auf einen 13. fällt, nicht mehr Verkehrsunfälle ereignen als an anderen Wochentagen - im Zweifel sogar weniger. Hat der ADAC wirklich jüngst nachgewiesen.

 

Das mit dem Tag und der Zahl scheint also alles totaler Quatsch zu sein. Obwohl selbst in Kreisen, in denen es eher rational zugehen sollte, man offensichtlich vorsichtshalber vorbeugt. Oder warum gibt es in Flugzeugen in der Regel keine 13. Sitzreihe und fehlt in Hotels das 13. Stockwerk?

 

Übrigens, bei der FDP, nun ja, dachten wir, es sei eigentlich unfair, dort momentan nach einem einzelnen Tag zu fragen. Aber dann fiel uns etwas im Landtagshandbuch ins Auge. Der liberale Innenexperte Dirk Bergner wird doch heute tatsächlich 47.

 

Wenn das kein Datum für eine Trendwende ist ...


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Elmar Otto

Porträt Elmar Otto

Landesredakteur Elmar Otto beleuchtet in seinem Weblog die Hintergründe des parlamentarischen Betriebs im Thüringer Landtag. 1968 in Dortmund geboren, fühlt er vor allem der politischen Klasse in Thüringen auf den Zahn. "Dass an der Redewendung, Feind, Todfeind, Parteifreund' etwas dran ist, konnte ich dabei häufig hautnah erleben", sagt Elmar Otto. Er ist seit Anfang 2000 in der Landeshauptstadt tätig.