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Doppeltes Erinnern

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

 

Der 10. Mai ist alljährlich Schlusspunkt der Weimarer Lesarten: Erinnert wird an die Bücherverbrennung 1933. Erst verbrannten sie Bücher, dann Menschen... An diesem 10. Mai jährt sich auch die Deportation von 515 jüdischen Menschen aus Thüringen ins Ghetto Belzyce bei Lublin. 1942 waren sie in Weimar zusammengetrieben worden - in der Viehauktionshalle, bereits ihrer letzten Habe beraubt. Bald sollten sie auch noch ihr Leben verlieren.

 

Was damals passierte, ist durch den Bericht einer einzigen Weimarer Überlebenden überliefert. 70 Jahre nach dem Todestransport nehmen sich neben der Gedenkstätte Buchenwald auch Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus, Literarische Gesellschaft, Stadt und weitere Interessierte dieser Geschichte besonders an. Der Blick zurück lehrt uns, wie der Mensch zum Feind des Mitmenschen wird. Und wie nötig der Mut der Anständigen ist.

 

Ihre Gerlinde Sommer


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Gerlinde Sommer

Die stellvertretende TLZ-Chefredakteurin, gebürtige Schwäbin, Jahrgang 1963, hat nach Tübinger Studienjahren in Ostwestfalen volontiert. Seit März 1990 in Thüringen zu Hause, hat sie zunächst als Leiterin die Lokalredaktion Gotha aufgebaut. Seit 1998 ist Weimar ihre Wahlheimat. "Mich interessieren Menschen und ich verschlinge Bücher", sagt sie. Und: "Wer mehr wissen will, der soll lesen - TLZ.de und die tägliche Zeitung!"