Erfolgreicher Schüleraustausch mit Schule in Tarnów
1. Juli 2011 13:54
Kann ein Schüleraustausch noch erfolgreicher sein? Meiner Meinung nach nicht. Der Schüleraustausch des Marie-Curie-Gymnasiums in Bad Berka (Kreis Weimarer Land) mit der Schule in Tarnów (Polen) war ein voller Erfolg und ich war mittendrin dabei.
12 Schülerinnen haben sich in Begleitung von Heidi Biewend und Birgit Kahnt auf den Weg ins 800 Kilometer entfernte Tarnów gemacht. Als wir nach dreizehneinhalb Stunden endlich angekommen sind, durften wir gleich unsere Zimmer im Internat beziehen. Das Internat ist ein ziemlich altes Gebäude fast direkt in der Innenstadt. Was mir am meisten an der Schule gefällt ist, dass man auswählen kann, ob man zum Beispiel in die Polizeiklasse oder doch lieber in die Fotoklasse geht.
Nach einer kurzen Pause haben wir uns mit unsern Gastschülern in der Aula getroffen. Da ich Polnisch sprechen kann, hatte ich große Vorteile. Die Hälfte aller Schüler hat sich um mich rum versammelt. Ich habe die ganze Zeit übersetzt. Später nach dem Mittagessen haben wir einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Eine polnische Schülerin hat mich sogar gleich zusammen mit einer weiteren deutschen Schülerin zu sich nach Hause eingeladen. Ich wurde sogar gefragt, was ich gerne zum Mittag hätte.
Das wechselhafte Wetter konnte an der allseits guten Stimmung nichts ändern. Zum Glück. Nach dem Abendbrot ging es ein weiteres Mal in die Innenstadt. Alle aus meinem Zimmer sind in ein nahes Einkaufszentrum gegangen. Am Abend sind wir alle früh ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag stand uns eine große Wanderung bevor.
Ich hatte nicht wirklich viel Lust. Ich meine: Wer mag schon wandern? Ich auf jeden Fall nicht! Und ich mag auch keine Rucksäcke! Ich hab gehofft, dass mir die Füße nicht so sehr wehtun werden. Nach dem Frühstück ging es um 7 Uhr mit dem Bus los. Auf der Fahrt haben erst die polnischen Schüler Lieder gesungen, dann auch wir, manchmal auch zusammen. Es war richtig spaßig.
Nach über drei Stunden Fahrt sind wir endlich in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Zakopane, einem bekannten Skisportort, angekommen. Es hat mal wieder geregnet. Zunächst sind wir mit einem lustigen Traktor gefahren, dann mussten wir wandern. Doch es war viel besser als die meisten gedacht hätten. Die Landschaft war sehr schön, aber anders als ich gedacht hätte ging es nicht einen steilen Hang hoch. Nein! Der Weg war ziemlich ebenerdig. Das fand ich gut, denn ich wandere nicht gerne und sogar der Regen hat mich nur sehr wenig gestört. Nach dem wir nach sehr langer Zeit endlich wieder zum Bus zurück gekommen sind, sind wir nach Zakopane gefahren. Dort hatten wir eine Stunde Zeit uns die Stadt anzuschauen und uns Andenken zu kaufen. Da musste ich natürlich sofort zuschlagen.
Am nächsten Tag nach dem Frühstück sind wir zu einem Fotokurs gegangen. Erst wurden wir kurz über das Allgemeine informiert. Dann wurde uns gezeigt wie Fotos traditionell entwickelt werden. Anschließend wurden Fotos gemacht. Ich war auf keinem drauf, da ich schon früher weg musste, denn ich war ja eingeladen. Schade, dass nicht alle in einer Familie zu Gast sein konnten. Ich fand den Besuch sehr gut.
Am vorletzten Tag waren wir in Kraków, für mich das schönste Ereignis. Es war sehr schön. Kein Wunder, da Kraków wirklich eine sehr schöne Stadt ist. An manchen Plätzen dachte ich: „Wow!“ Leider mussten wir eine Rally machen, daher hatten wir keine Zeit für ausgiebige Shoppingausflüge.
Am letzten Tag waren wir zur Zeugnisausgabe eingeladen. Die Jungen kamen in Anzügen und auch die Mädchen waren nicht weniger elegant gekleidet. Es war viel feierlicher als bei uns. Am Anfang wurde die polnische Nationalhymne gesungen. Später wurden für besondere Leistungen Urkunden vergeben und dann die Zeugnissemit besonders gutem Durchschnitt verteilt. Auch schlechte Ergebnisse wurden bekannt gegeben. Der Zeremonie folgten noch ein paar Auftritte einiger Schüler.
Anschließend gab es noch ein kurzes Abschlusstreffen von uns und unseren Gastgeber-Schülern. Die Freude war auf beiden Seiten groß, doch besonders die polnischen Schüler freuten sich über die kleine Aufmerksamkeit. Beim Abschied waren alle sehr traurig, dass wir schon fahren mussten. „Es war zu kurz“, das war die Feststellung aller Teilnehmer des Schüleraustausches. Aber es bleiben die schönen Erinnerungen und die Freude auf ein baldiges Wiedersehen im September in Thüringen. Bis dahin ist erst einmal Briefeschreiben angesagt.