In die Kanus fertig los! So begann die Kanutour der 8. Klassen des Marie-Curie-Gymnasiums Bad Berka. Unter anderem war ich dabei. Bevor wir allerdings wirklich in die Kanus steigen und los paddeln konnten, mussten wir eine fünfstündige Busfahrt auf uns nehmen. Gegen 8 Uhr trafen sich die Schüler und Lehrer am Zeughausplatz. Ein wenig später fuhren wir dann auch los. Ich fand es dumm, dass wir schon an einem Sonntag losfahren mussten und nicht erst am Montag. Als ich nach Paris mit dem Französisch-Kurs gefahren bin, war es aber genauso.
Auf jeden Fall kamen wir dann nach gefühlten zehn Stunden Fahrt endlich in Viechtach an. Nun mussten wir unsere persönlichen Sachen in wasserdichte Tonnen packen. Ich hatte Angst, dass meine ganzen Anziehsachen nicht in diese Behälter passen. Aber welch Wunder: Ich bekam doch alles unter.
Dann wurden die Boote ins Wasser gelassen. Das war voll anstrengend. Danach ging es los.Am Anfang fuhren ich und eine Freundin von mit die ganze Zeit im Kreis. Wir bekamen nichts auf die Reihe. Doch dann haben uns die Lehrer und Begleiter alles noch einmal erklärt. Danach klappte es gut.
Etwas später gab es eine Umsetzstelle. Das war wieder total anstrengend. Nach ein paar weiteren Kilometern hatten wir unsere erste Tagesetappe geschafft. Jetzt mussten wir unsere Zelte aufstellen und und unsere Boote ausleeren. So leer wie die Boote dann waren, so fühlte ich mich auch.
Am zweiten Tag haben wir zwei Stauseen durchpaddelt und zwei Umlegestellen überquert. Das Paddeln ging eigentlich schnell. An diesem Tag hatte ich ein wenig Angst vor der starken Strömung, die gleich am folgenden Tag auf uns wartete. Doch dann kamen die Stromschnellen. Und oh Wunder. Ich habe sie gemeinsam mit meiner Freundin überlebt. Es hat sogar richtig Spaß gemacht. Später kamen noch Steine und zwei Wehre. Bei den Steinen kenterte das erste Boot. Zum Glück war es nicht mein Boot.
Beim ersten Wehr sind wir eine Bootsrutsche hinabgefahren. Das war voll cool und hat Spaß gemacht. Das Wasser ist dabei gewaltig auf meine Hose gespritzt. Beim zweiten Wehr mussten wir nicht unbedingt runterrutschen. Meine Freundin und ich haben darauf verzichtet. Viele, die es gewagt haben, sind gekentert. Unser Boot musste jemand anderes herunterfahren. Zum Glück ist es dabei nicht gekentert.
Abends sind wir noch in eine Pizzeria gegangen. Dort gab es endlich ein ordentliches Klo. Ich habe es sofort in Anspruch genommen.
Übrigens ist beim Kentern eines Bootes eine Tonne mit Kleidung oder Essen weggeschwommen. Ein Junge aus meiner Klasse stand auf seinem Boot. Jemand schrie ihm zu, dass er die Tonne aus dem Wasser holen solle. Er drehte sich um, warf seinen Hut weg, zog sein T-Shirt aus und sprang ins Wasser. Er schaffte es, die Tonne an Land zu bringen. Das war echt filmreif.
Die letzten Tage habe ich noch gut rumbekommen, obwohl ich schon ein bisschen Heimweh hatte. Noch einige Male wurde ich klatschnass. Aber ich kenterte kein einziges Mal. Ich bin auch ein bisschen stolz auf mich, weil ich die ganzen Strapazen geschafft habe. Das Überlebenscamp habe ich somit schon einmal absolviert. Wow!