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Atomuhren geben Takt an: Am Sonntag beginnt die Sommerzeit
Porträt
Ein Mitarbeiter im Zeitlabor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) kontrolliert in Braunschweig den Monitor. Er steuert die relevanten Informationen des Sendesignals, mit dem Funkuhren europaweit gesteuert werden. Archiv-Foto: dapd
In der Nacht zum Sonntag ist es wieder soweit: Die Sommerzeit beginnt. Wir müssen die Uhren eine Stunde vorstellen. Funkuhren werden das automatisch tun. Doch woher wissen sie eigentlich die neue Zeit?
Berlin. Viele Kinder haben einen Wecker, der mit Funk arbeitet. Beginnt im März die Sommerzeit, dann drehen sich die Zeiger wie von Geisterhand. Damit das klappt, gibt es sehr genaue Atomuhren im Bundesland Niedersachsen. Die versorgen einen Funksender in Hessen mit der richtigen Zeit. Der Funksender sagt mit seinem Signal Uhren in ganz Deutschland, wie spät es ist. Auch Bahnhofsuhren oder Kirchturmuhren stellen sich so automatisch um.Anders als unsere Armbanduhren oder Wecker haben die Atomuhren kein Uhrwerk. Sie arbeiten mit Atomen. Das sind winzig kleine Teile, aus denen alles auf der Erde besteht - Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Erde, Luft und Steine. Wir können die Atome mit unseren Augen nicht sehen. In Atomuhren wird mit den Atomen des Stoffs Cäsium gearbeitet. Damit man mit ihnen die Zeit messen kann, werden sie mit Mikrowellen bestrahlt - so wie unser Essen zu Hause in der Mikrowelle. Die Cäsium-Atome verändern sich so. Die Mikrowellen bestehen aus vielen feinen Schwingungen. Damit sich die Atome verändern, braucht es 9.192.631.770 Schwingungen in der Sekunde - also über neun Milliarden Stück. Die Atomuhr zählt diese Schwingungen. Deswegen ist sie so genau. In drei Millionen Jahren geht sie vielleicht eine Sekunde falsch.
Die Atomuhren stehen in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Die Leute dort sind beauftragt, die Zeit in Deutschland zu verbreiten. Das ist sinnvoll, damit die Uhren nicht unterschiedlich gehen und wir uns auf sie verlassen können. Denn niemand will wegen einer falsch gehenden Uhr den Zug verpassen.Damit die Uhren am Sonntag die Sommerzeit zeigen, werden sie in der Nacht von zwei auf drei Uhr gedreht. Ausgedacht haben sich Politiker das Drehen an der Uhr. Sie glaubten, dass die Menschen Energie sparen können, wenn es neben der Winterzeit - das ist die Normalzeit - die Sommerzeit gibt. Denn mit der Sommerzeit wird es abends nicht so schnell dunkel. Die Menschen können Strom sparen, weil sie nicht so bald Licht brauchen. Viele Experten sagen aber, dass das Umstellen auf Sommerzeit gar nicht viel bringt. Viele Geräte und Lampen laufen tags und nachts. Außerdem müssen viele Menschen in den kühlen Monaten morgens heizen, wenn sie aufstehen.