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Mit Orientierungsläufer Julius (14) aus Weimar über Stock und Stein
Porträt
Endlich kann er wieder draußen trainieren: Julius Bauer aus Weimar ist Orientierungsläufer. Der 14-Jährige möchte gerne am Jugend-Vergleichskampf auf Bundesebene teilnehmen. Mit Kompass, Landkarte und einem Kontrollgerät war er am Mittwoch unterwegs. Foto: Peter Michaelis
Julius Bauer steht angespannt an der Startlinie. Noch ein paar Sekunden, dann ertönt das Startsignal. Der Vierzehnjährige schnappt sich eine Laufkarte und sprintet los. Die Uhr tickt. Julius läuft quer durch den Wald, über Stock und Stein, durch Gräben hindurch und über Zäune hinweg. Julius macht Orientierungslauf (abgekürzt OL).
Weimar. Diese Einzelsportart wird hauptsächlich in Wäldern betrieben, manchmal auch in Parks oder Wohngebieten.Beim Orientierungslauf sind Ausdauer und Orientierung gefragt. Es kommt darauf an, sich auf einer Strecke zu Recht zu finden und einzelne Kontrollpunkte abzulaufen, die vor dem Wettstreit festgelegt wurden. Diese Kontrollpunkte sind auf der Laufkarte von Julius abgebildet. Im Laufen schaut er, wo die erste Station versteckt sein könnte. Dabei hilft ihm ein Kompass, mit dem er die beste Route für sich wählt. Julius rennt zu diesem ersten Kontrollpunkt und hakt diesen ab. Das macht er mithilfe eines elektronischen Geräts. Diesen Si-Chip trägt Julius am Zeigefinger. Nachdem er die Station verlassen hat, sucht er alle weiteren Stationen, immer der Reihe nach. Beim Zielsprint gibt Julius nochmal alles. In 35 Minuten hat er etwa 3,4 Kilometer zurückgelegt.
Ziel ist ein Platz im Landeskader
Julius ruht sich aus. Dann erkundigt er sich bei der Wettkampfleitung, ob er die richtigen Kontrollpunkte gefunden hat. Sein Si-Chip wird am Computer überprüft. Julius hat alle Posten nacheinander richtig abgelaufen. Seine Laufzeit wird auf eine Liste eingetragen. Sieger des Wettkampfes ist derjenige, der als Schnellster aus dem Wald zurückkommt und alle Kontrollpunkte in der richtigen Reihenfolge abgelaufen hat.Julius läuft seit seinem sechsten Lebensjahr für den Orientierungslauf-Verein (abgekürzt OLV) Weimar. Der Verein bringt regelmäßig Talente heraus. Matthias Kretzschmar gehört zum Beispiel dem "Deutschen Nachwuchskader" an. Im Winter trainiert Julius in der Halle am "Wimaria-Stadion" in Weimar. Dort bereitet er sich für den ersten Wettkampf des Jahres vor. Dieser wird vom eigenen Verein ausgerichtet. Am 24. März, ab 10 Uhr, soll es in Blankenhain (Kreis Weimarer Land) losgehen. Der Lauf zählt für die Thüringer Rangliste und ist ein Langstreckenlauf.
Es ist wichtig, gut in die Saison zu starten. Jeder versucht, noch ein Platz im Landeskader zu ergattern. Denn im Frühjahr findet der wichtigste Termin der Jugend statt. Am 28. April treffen sich Sportler aus ganz Deutschland zum "Jugend Junioren Länder Vergleichskampf" (abgekürzt: JJLVK). In Halberstadt im Bundesland Sachsen-Anhalt treffen sich Kinder und Jugendliche, um in allen Alterklassen die Sieger zu ermitteln. Der Vergleich geht über ein ganzes Wochenende. In den wärmeren Monaten trainiert Julius im "Webicht" und im etwas anspruchsvolleren "Belvederer Wald". Dort kann Julius sich speziell auf seine Fitness konzentrieren, da er auf dem hügeligen Gelände ständig rauf und runter rennen muss.Julius mag den Sport wegen seiner Vielseitigkeit. Orientierungslauf kann er auch in der Nacht mit Taschenlampe und reflektierenden Kontrollpunkten machen. Es gibt auch Orientierungsläufe mit dem Mountainbike. Im Winter sind Wettbewerbe mit Langlaufski über Weiden und Wiesen möglich.Am Ende des Wettkampfes geht Julius erleichtert nach Hause. Er hat dann das Gefühl, etwas Gutes für seinen Körper gemacht zu haben.