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Warum ist Tiefkühlgemüse gesünder als Gemüse aus der Dose?
Porträt
"Tiefkühlgemüse enthält mehr Vitamine als Dosengemüse", weiß Fachfrau Carola Herckelrath. Archiv-Foto: dapd
Gemüse ist gesund. Deswegen sollen wir viel davon essen. Wer kein frisches Gemüse bekommt, kann es tiefgefroren kaufen. Das soll sogar gesünder sein als Dosengemüse. Warum aber ist das so?
Berlin. Carola Herckelrath arbeitet für das Deutsche Institut für Tiefkühlkost in der deutschen Hauptstadt Berlin. Dort gibt sie Journalisten Antworten, wenn diese etwas über Tiefkühlkost wissen möchten. Die Fachfrau sagt: "Tiefkühlgemüse enthält mehr Vitamine als Dosengemüse." Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Die haben die verschiedenen Gemüseformen untersucht und die Menge der Vitamine gemessen. Wenn wir von gesund sprechen, meinen wir nämlich den Vitamingehalt.Vitamine sind natürliche Stoffe, die unser Körper braucht. Vor allem das sogenannte Vitamin C ist wichtig. Es stärkt zum Beispiel unsere Abwehrkräfte. Die schützen uns davor, krank zu werden. Je mehr Vitamine ein Gemüse enthält, desto gesünder ist es. Am höchsten ist der Vitamingehalt, wenn das Gemüse reif ist, sagt die Expertin. Vitamin C ist jedoch sehr empfindlich. Wie alle Vitamine geht es schnell kaputt. "Sobald ein Gemüse geerntet ist, beginnen die Vitamine darin zu zerfallen", weiß die Fachfrau. Zeit ist der größte Feind der Vitamine.Gemüse muss also schnell verarbeitet werden. Deswegen wird es vom Feld sofort in eine Fabrik gebracht. Dort wird es geputzt und je nach Sorte klein geschnitten. Das Gemüse für die Dose wird dann konserviert. Das bedeutet, dass es in einer Konservendose eingekocht wird. Dafür wird es auf rund 120 Grad Celsius erhitzt und gegart. Durch das Erhitzen werden Keime und Bakterien abgetötet. Das Dosengemüse lässt sich dann lange aufbewahren. Beim Garen gehen allerdings viele Vitamine verloren. "Hitze mögen die nämlich auch nicht", erklärt die Expertin.
Tiefkühlgemüse wird ebenfalls haltbar gemacht. Dafür wird es jedoch nicht gegart, sondern sehr schnell eingefroren. "Vom Feld bis in die Truhe vergehen gerade einmal zwei bis drei Stunden", weiß Carola Herckelrath. Davor wird das Gemüse blanchiert. Das heißt, es wird ganz kurz in heißes Wasser getaucht. Danach ist es keimfrei. Die meisten Vitamine bleiben aber erhalten. "Es ist ja nur ein ganz kurzes Eintauchen", erklärt die Expertin. Anschließend wird das Gemüse eingefroren. Dazu wird es innerhalb weniger Minuten auf bis zu minus 40 Grad Celsius herunter gekühlt. Es wird schockgefrostet, sagt die Fachfrau. Und dabei werden die Vitamine sozusagen auch eingefroren. "Die halten dann einen Dornröschenschlaf", so Carola Herckelrath.Wegen der Kälte wird der Verfall der Vitamine stark verlangsamt. Wenn wir es kaufen, enthält Tiefkühlgemüse also mehr Vitamine als die Dosenware. Was jedoch zählt, ist, was wir nachher zu uns nehmen. Das Dosengemüse muss nur aufgewärmt werden. Tiefkühlgemüse ist aber noch roh. Das müssen wir zu Hause selbst kochen. Auf der Verpackung steht, wie lange wir es garen sollen. Wer sich daran hält, hat knackiges Gemüse auf seinem Teller. "Das hat dann auch gekocht noch mehr Vitamine als Dosengemüse", erklärt die Fachfrau. Manche Menschen mögen ihr Gemüse aber lieber weich. Doch je länger das Gemüse köchelt, desto mehr Vitamine gehen verloren. Dann macht es keinen Unterschied mehr, ob es tiefgefroren war oder aus der Dose kam.