Abgebrannte Kirche in Walldorf soll wieder aufgebaut werden
Porträt
Der Pfarrer der abgebrannten Kirche in Walldorf stand noch am Mittwoch unter Schock, hieß es aus dem Rathaus. Sein Lebenswerk wurde in nur wenigen Stunden von den Flammen zerstört. Foto: Carolin Lemuth
Die durch einen Brand am Dienstag völlig zerstörte historische Kirche in Walldorf bei Meiningen soll wieder aufgebaut werden. Das sei der Wunsch des Pfarrers und der Gemeindemitglieder, sagte eine Sprecherin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Mittwoch in Erfurt.
Walldorf. Der Aufbau werde mehrere Millionen Euro kosten. Fest stehe inzwischen außerdem, dass der teilweise erhalten gebliebene Kirchturm nicht abgerissen werden muss.
Pfarrer wollte sein Gotteshaus löschen
Das Feuer war am Dienstagnachmittag in dem evangelischen Gotteshaus der 2200-Einwohner-Gemeinde ausgebrochen. Das gesamte Dach und das Kirchenschiff brannten nach Polizeiangaben völlig aus. Nur die Mauern und der Kirchturm blieben stehen. Teile der Kirche sind aus dem 16. Jahrhundert. 120 Helfer waren im Einsatz, ein Feuerwehrmann erlitt dabei leichte Verletzungen. Ein Einwohner hatte das Feuer bemerkt und den Pfarrer, Heinrich Freiherr von Berlepsch, verständigt. Gemeinsam versuchten sie dann mit einem Feuerlöscher, die Flammen zu bekämpfen, wie Bürgermeister Matthäus Hildebrand sagte. Der Rauch sei dafür jedoch zu stark gewesen. Statiker prüften am Mittwoch die Stabilität des Kirchturms. Nach Angaben der Polizei kann er stehen bleiben. Bis Donnerstag sollen die Gebäudereste gesichert werden, damit Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen können. Zwischenzeitlich mussten acht Anwohner im Umkreis der Kirche wegen der Einsturzgefahr des Turms ihre Häuser verlassen.
Der Pfarrer stand noch am Mittwoch unter Schock, hieß es aus dem Rathaus. Sein Lebenswerk wurde in nur wenigen Stunden von den Flammen zerstört. Seit 27 Jahren hatte er die einstige Kirchenruine wieder aufbauen lassen. Die Sanierung stand kurz vor dem Abschluss. Allerdings hatte die Inneneinrichtung laut EKM keinen großen historischen Wert, da sie aus der Zeit nach dem 30-Jährigen Krieg stammt.
Dorf will bei Wiederaufbau helfen
Die Kirche wurde mit viel Aufwand renoviert, unter anderem die Orgel und die Heizungsanlage. Das Gotteshaus ist das einzige in Walldorf und ein "einzigartiges Denkmal", wie Bürgermeister Hildebrand sagte. Wenn die Kirche sich zu einer Renovierung oder einem Wiederaufbau entscheide, wolle sich die Gemeinde beteiligen. Das Land hat noch keine Absichtserklärung für eine finanzielle Unterstützung abgegeben. "Eine Erklärung können wir auch nicht abgeben, eine mögliche Förderung müsste geprüft werden, wenn ein Antrag vorliegt", sagte ein Sprecher des Bauministeriums. Jedoch sei sein Haus offen für entsprechende Anfragen.