Derbys locken am 20. Verbandsliga-Spieltag in die Stadien
Porträt
Auch im letzten Eichsfeld-Derby ging es ordentlich zur Sache. Foto:Eckhard Jüngel
Am 20. Verbandsliga-Spieltag schlägt die Stunde der Lokalduelle. Im Eichsfeld-Derby gastiert der SC Leinefelde beim favorisierten Tabellenzweiten Heiligenstadt, während im Nordthüringen-Derby Spitzenreiter Wacker Nordhausen Eintracht Sondershausen empfängt. Zudem duellieren sich mit Rudolstadt und Neustadt/Orla zwei Ostthüringer Mannschaften.
Erfurt. Das Eichsfeld-Derby ist immer etwas Besonderes. Im Hinspiel trennten sich der SC Heiligenstadt und der SC Leinefelde 2:2-Remis. Diesmal wollen beide Teams gewinnen, wie immer eigentlich. "Im Moment sieht es ganz gut aus. Wir sind frohen Mutes", sagt Heiligenstadts Trainer Andreas Seipel, der zwei Siege in Folge mit seiner Truppe zuletzt einspielte. "Die Stimmung ist gut. Sorgen bereiten uns einige Verletzungen. Das Selbstvertrauen ist in der Mannschaft vorhanden, auch wenn wir nur zwei Punkte in der Rückrunde bisher einspielten", erklärt Leinefeldes Trainer Martin Lath, dessen Elf zuletzt Wacker Nordhausen unterlag.In Bestbesetzung können beide Vertretungen nicht antreten. Bei den Gastgebern fehlt Mathias Held und Michael Apel ist verletzt. Ein Fragezeichen steht hinter dem Mitwirken von Marc Werner. Bei den Leinefeldern fehlen die verletzten Gregor Reinhold und Markus Machatschek. Dominik Dahlke ist wegen der Roten Karte nicht dabei.
Sondershausen will unbesiegte Nordhäuser ärgern
Im Hinspiel zwischen Wacker Nordhausen und Eintacht Sondershausen gab es nach Toren von Sebastian Caspar (47.) und Robert Stark (77.) ein 1:1. Klar, dass die Sondershäuser den Tabellenersten und designierten Aufsteiger nur zu gern noch einmal ärgern würden. Torjäger Caspar, den die mehrfache Gesichtsfraktur an seinen letzten Auftritt in Nordhausen erinnern dürfte, ist wieder in Topform. Mit 17 Treffern führt er die Torjägerliste der Liga schon wieder an. Das Torgespenst wird weiter spuken wollen. Und diesmal weiß er Keeper Lars Greschke, mit dem er damals kollidierte, nicht vor, aber eben auch nicht hinter sich. Greschke, im Winter von Wacker zum BSV zurückgewechselt, muss ausgerechnet an diesem Sonntag arbeiten.
Im letzten Derby traf Robert Stark in der Bildmitte (77.) zum 1:1 für Sondershausen. Foto: Lars Koch
Am Nordhäuser Trainer Jörg Goslar, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2014 verlängert hat, geht das Derby-Kribbeln nicht spurlos vorbei. "Ich stecke da nicht so tief drin wie ein gebürtiger Nordhäuser, aber klar, man merkt diese besondere Anspannung, und die Erwartungshaltung ist hoch", sagt er. "Wir möchten gewinnen, klar, aber wichtig ist, dass sich keiner verletzt. Die Personalsituation ist bei beiden Teams nicht einfach. Ich möchte, dass gekämpft wird, aber das soll fair laufen." In den Kader zurückkehren wird Marcel Goslar. Er war Mitte der Woche wieder ins Training eingestiegen. Zum Zuschauen verdammt ist jedoch Offensivkraft Jan-Philipp Rose wegen eines Rippenbruchs. Goslar erwartet defensiv eingestellte Sondershäuser, "die auf Konter lauern."
Neustadt/Orla peilt ersten Sieg in Rudolstadt an
Blau-Weiß Neustadt/Orla kommt, obwohl sie in der Schillerstadt noch nie gewannen, keineswegs als Außenseiter nach Rudolstadt. Denn in seinem zweiten Verbandsligajahr nimmt der Konkurrent mit drei Punkten mehr als die Hausherren Tabellenplatz sieben ein. Zudem reist er als die fünftbeste Auswärtsvertretung an. Damit ist wohl umschrieben, dass das Ziel der Gastgeber, die Erfolgsserie der Hinrunde fortzusetzen, nicht leicht zu erfüllen ist. Die Schützlinge von Holger Jähnisch müssen schon in Bestform auflaufen, um die Punkte in Rudolstadt zu halten. Dabei sind die personellen Lücken immer noch erheblich. Teske, Raab und Hurt fallen aus. Ob Kirsten dabei ist, muss man abwarten. Hingegen rechnet der FC-Coach wieder mit Franke, der zuletzt wegen seiner fünften Verwarnung zwangspausieren musste, und auch mit Burghause, der nach seiner langwierigen Verletzung aber noch nicht erst recht kurz im Training steht.
SC Weimar kann gegen Wismut Gera Aufwärtstrend fortsetzen
Geras Trainer David Kwiatkowski will nach dem zuletzt guten Auftreten seiner Elf in Eisenach auch beim SC Weimar punkten. "In Eisenach habe ich von meiner Mannschaft Leidenschaft und Siegeswillen gesehen. Deshalb hoffe ich jetzt auch in Weimar auf Rückenwind", sagte der 32-jährige Coach, der den spürbaren Trend nach oben gern endlich mit einem Dreier bekräftigen würde.Nach der Trennung von Trainer Ulrich Oevermann haben sich aber auch die Weimarer stabilisiert. Aus den letzten drei Begegnungen holte man sieben Punkte und gewann zuletzt in Neustadt durch ein Kopfballtor von Stefan Winterkorn mit 1:0.
Der Weimarer Kapitän Sebastian Barich (l.) verliert im Mittelfeld den Ball an Geras Rico Heuschkel. Durch Tore in erster und letzter Minute gewinnen die Geraer das Hinspiel mit 2:0. Foto: Jens Lohse
Die zuletzt erkrankt fehlenden Geraer Rene Neumaier, Andre Jahn und Martin Gerold trainieren wieder. Dafür ist Marcel Lange nach seiner Roten Karte zur Torverhinderung in Eisenach gesperrt. Bei Francis Wezel dauert es immer noch, bis wieder an einen Einsatz zu denken ist. Und auch Steffen Urbansky hat nach seiner Sprunggelenksverletzung noch nicht wieder mit dem Training begonnen. Bei Weimars Trainer Frank Schön sind eine oder gar zwei Positionen noch offen. Vor allem Sebastian Barichs Rückkehr in die Anfangself ist ein Thema - beim 1:0 in Neustadt/Orla kam der Weimarer Kapitän erst von der Bank. Ein Platz wird automatisch frei: Florian Rammelt muss arbeiten und steht nicht zur Verfügung.
Martinroda mit schwerer Auswärtsaufgabe bei Schott Jena
Der FSV Martinroda verpasste gegen Rudolstadt in der Vorwoche die große Chance, auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern. Das Heimspiel wurde 1:3 verloren. Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass im unteren Drittel die Abstände noch nicht all zu groß sind. Beim Tabellendritten Schott Jena und erwartet den Aufsteiger nun eine äußerst schwierige Auswärtsaufgabe. Allerdings verloren die Jenaer in der Vorwoche 2:3 in Sondershausen und holten davor auf heimischen Rasen auch nur einen Zähler beim 1:1 gegen den SC Leinefelde.
Mühlhausen steht gegen Meuselwitz II unter Zugzwang
Dass der Kader Union Mühlhausens durchaus das Potenzial beherbergt, den Verbleib in der Fußball-Verbandsliga zu schaffen, hat das Team in dieser Serie schon häufiger unter Beweis gestellt. In den letzten beiden Spielen (1:5 in Heiligenstadt und 0:3 zu Hause gegen Arnstadt) wurden der avisierten "Mission Klassenerhalt" jedoch einen erheblichen Dämpfer verpasst. In der Tabelle ist Union auf einen der Abstiegsplätze gerutscht, auch wenn die genaue Zahl der Absteiger noch nicht feststeht.
Mühlhausens Trainer Bernd Nemetschek fordert von seiner Elf vor allem in der Defensive eine Steigerung. Foto: Sebastian Grimm
Deshalb kommt der Appell von FC-Trainer Bernd Nemetschek vor der Sonntagspartie bei der Zweiten des ZFC Meuselwitz nicht überraschend. "Vor allem die Führungsspieler wie Meyer, Kawczynski und Schmidt müssen die Verantwortung auf dem Rasen übernehmen, ihr Vermögen abrufen und das Team führen." In den letzten zwei Partien sah Nemetschek zudem die Defensive als den Knackpunkt. "Wenn wir vorne die paar Chancen nicht nutzen, müssen wir hinten dicht stehen." Ohne den gesperrten Frank Schneider wäre also ein Punkt beim ZFC II Gold wert.
Arnstadt will Pleitenserie gegen Borsch stoppen
Wenn der SV Arnstadt am Samstag den Tabellenletzten SV Borsch im Jahnstadion empfängt, bekommt es die Mannschaft von Jürgen Heun mit so etwas wie ihrem Angstgegner zu tun. Zum einen sollte man die kampfstarke Mannschaft aus der Rhön noch nicht abschreiben, zum anderen gingen die vergangenen drei Punktspiele gegen Borsch ausnahmslos verloren. Demzufolge haben die Gastgeber auch etwas gutzumachen. Heun kann wahrscheinlich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.