Drei junge Frauen sterben in Zelt in Niedersachsen
Porträt
Die Polizei in Niedersachsen geht von einem gemeinsamen Selbstmord drei junger Frauen aus, eine stammt aus Jena. Archivfoto
Drei junge Frauen sind in einem Zelt im Landkreis Vechta in Niedersachsen tot aufgefunden worden. Sie haben sich am Montagabend mit Rauchgas selbst vergiftet. Eines der Opfer ist eine 19-Jährige aus Jena, die dort in einer betreuten Einrichtung gelebt hat.
Cloppenburg. Ein gemeinschaftlicher Suizid dreier junger Frauen - das ist für Polizisten und Staatsanwältin schwer zu verkraften, die am Dienstag in Cloppenburg die Presse über den tragischen Fall informieren. Eine 16-Jährige aus dem Emsland, eine 19-Jährige aus Jena und eine 18-Jährige aus Immenstadt bei Sonthofen wählen in einem Waldstück bei dem ehemaligen Bundeswehrgelände zwischen Damme und Holdorf den Freitod. Sie vergiften sich mit Kohlenmonoxid. Am Montag gegen 18.45 Uhr findet die Polizei ihre Leichen.
Erste Suchaktion ohne Ergebnis
Die 19-Jährige aus Jena wohnt in einer betreuten Einrichtung. Am Samstag stellt das Personal fest, dass die junge Frau weg ist. Die Polizei vor Ort wird mobilisiert Eine Handy-Ortung zeigt, dass sich die Frau im Raum Damme aufhält. Hier wird am Sonntag eine Suchaktion eingeleitet, die ohne Ergebnis bleibt. Die 19-Jährige war schon im Jahr 2009 bei der Polizei als vermisst gemeldet, tauchte dann aber von selber wieder auf. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist sie psychisch krank und Bewohnerin des Betreuten Wohnen vom Jenaer Verein Wandlungswelten Dort wollte man das weder dementieren noch bestätigen.
Die drei Mädchen müssen im Wald wohl ein Iglu-Zelt aufgebaut haben, so die Polizei. Darüber legen sie eine grüne Plastikplane, die sie mit Isolierband luftdicht abschließen.
Noch viele offene Fragen zu klären
Dann müssen sich die Frauen wohl in das Zelt zurückgezogen und drei Kohlegrills angezündet haben. An den Kohlenmonoxidgasen sterben sie. "Es steht zweifelsfrei fest, dass es sich um einen Freitod handelt", sagt Ermittlerin Annemarie Blömer. Alle drei haben einen Abschiedsbrief verfasst. Es gibt noch viele offene Fragen. Wie haben sie sich zum gemeinsamen Suizid verabredet? Ob über Facebook oder andere soziale Netzwerke? Die drei Jungen Frauen müssen sich nicht erst seit Kurzem mit ihrem Freitod beschäftigt haben. "Wir haben", so Ermittlerin Blömer, "in allen Fällen die Eltenpaare informiert. Sie waren nicht völlig überrascht. Alle drei nicht."