Lärmumzug: Demo gegen Theatertod in Eisenach

  • Da gibt es was auf die Mütze für Finanzminister Voß: Eisenachs OB Matthias Doht (SPD), Landtagsabgeordnete Katja Wolf (Linke) und Sabine Doht (SPD) sowie CDU-OB-Kandidat Raymond Walk. Foto: Rossbach Da gibt es was auf die Mütze für Finanzminister Voß: Eisenachs OB Matthias Doht (SPD), Landtagsabgeordnete Katja Wolf (Linke) und Sabine Doht (SPD) sowie CDU-OB-Kandidat Raymond Walk. Foto: Rossbach
Das Signal aus Eisenach in Richtung Erfurt ist eindeutig: Tragt eure politischen Spielereien im Kabinett nicht auf dem Rücken des Eisenacher Landestheaters und seiner Beschäftigten aus. Mit einem großen Lärmaufzug zogen die Eisenacher Bürger am Samstag durch die Innenstadt.
Eisenach. Die Kulturbürger der Wartburgstadt wollen, "dass die Hängepartie, wer für die Theaterfinanzierung der derzeit jährlich fehlenden zwei Millionen Euro aufkommt, zwischen Kultur- und Finanzministerium endlich beendet wird". Stefano Weidner, Chef des Fördervereins des Theaters, unterstrich die Forderung nach Erhalt und Sicherung des Theater-Standortes Eisenach in seiner jetzigen Form und mit einer gesicherten längerfristigen Finanzierung bis 2016 wie bei den anderen Thüringer Theatern auch.

Ballettchef Andris Plucis stellte fest, dass das Eisenacher Theater etwas ganz Besonderes sei, und wie etwa die neue Ballett-Inszenierung beweise, "sind wir hier weit weg von Provinz, sondern liefern ganz großes Theater". Und dabei arbeite man am Standort Eisenach so effizient wie sonst kein anderes Theater.

Keiner, so Schauspielerin Sophie Pompe, werde verstehen können, dass ein Theater nur wegen juristischer Winkelzüge schließen müsse. Die Bürger machten nach der Kundgebung dann ihrem Ärger über das Verhalten der Landesregierung ordentlich und lautstark Luft. Mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Trommeln und vielem mehr ging es vom Theater bis zum Bachhaus und zur Eröffnung der Bachwochen.

Die Solidarität für das Landestheater kam dabei von allen Seiten, nicht einmal der gerade tobende OB-Wahlkampf konnte die Einigkeit in der Wartburgstadt schmälern.


Peter Rossbach / 02.04.12 / TLZ
Z85C41I150702
Canonical URL
Kommentare
02.04.12 - 15:32
Redaktion
@5000?: Über 500 Demonstranten beteiligten sich an der Veranstaltung.
02.04.12 - 11:20
klartexter
Die Kulturbereicherung und die Unterhaltung der Kulturbereicherer führt auf der anderen Seite zu notwendigen Einsparungen in traditionellen Kulturbereichen und Sozialleistungen. Es ist eben nicht alles was mit althergebrachter Kultur und Tradition zu tun hat noch finanzierbar. Die Theater, das Kapellen, das Balett, sind meistens immer die Ersten, welche gekürzt oder aufgelöst werden. Die Kommunen müssen, damit sie die schon gekürzten Zuweisungen durch das Land erhalten können, die eigenen Einnahmen erhöhen, wozu auch viele Kommunen die Grundsteuern B für Gebäude drastisch erhöht haben und ebenfalls Kindergartenbeiträge erhöht haben.
01.04.12 - 19:43
5000?
@ Peter Rossbach, wieviele Demoteilnahmer wurden denn gezählt?
 
zum Thema
weitere Meldungen
aktuelle Videos
Fotoserien aus Thüringen
Linktipps