Erfurter Projekt Eifa will Langzeitarbeitslose in Lohn bringen
Porträt
Mit Zuschüssen will die Agentur für Arbeit regionale Arbeitgeber animieren, vorwiegend schwer vermittelbare Personen einzustellen, wie Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderungen. Foto: Sebastian Willnow/dapd
Erfurter Initiative für Arbeit - kurz Eifa - heißt ein gemeinsames Projekt von Stadt und Arbeitsagentur. Es soll Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot bringen und folgt damit dem Projekt Arbeit für Erfurt nach, das vier Jahre lang erfolgreich lief und mehr als 230 Menschen eine dauerhafte Beschäftigung ermöglichte, die auf dem Arbeitsmarkt nur eine sehr geringe oder keine Chance hatten.
Erfurt. Mit einem pauschalen Zuschuss für zwölf Monate soll regionalen Arbeitgebern ein Anreiz gegeben werden, Menschen eine dauerhafte und sozialversicherungspflichtige Anstellung zu geben. "Wir wollen den wirtschaftlichen Schwung ausnutzen, um vorwiegend zwei Gruppen zu helfen: Menschen mit Behinderungen und Menschen aus Familienbedarfsgemeinschaften", erläuterte Beatrice Ströhl von der Arbeitsagentur. Zudem sollen Erfurter vermittelt werden, die nicht unbedingt hochqualifiziert sind oder die zu den älteren Langzeitarbeitslosen zählen. Die demografische Entwicklung kann dafür sorgen, dass Frauen und Männer eine Chance bekommen, die bislang abgelehnt wurden. Großes Potenzial sieht Norbert Rein, Geschäftsführer des Jobcenters Erfurt, bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region. Für das Projekt müsste noch kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Für einen Alleinstehenden liegt der monatliche Zuschuss ein Jahr lang bei 900 Euro. Gefördert wird nur, wenn der Bruttolohn höher liegt. "Aktive Entlohnung statt passiver Sozialleistungen", benennt Rein das Motto und sagt: "Fürs Zuhausebleiben müssten wir mit allen Leistungen mehr zahlen."
Das Vorgänger-Projekt war nach gesetzlichen Änderungen nicht mehr fortführbar. Zum 1. April hat es wieder Änderungen gegeben. "Nun lässt sich die Eingliederungshilfe für regionalspezifische Dinge verwenden", begründete Bürgermeisterin und Sozialbeigeordnete Tamara Thierbach, warum das neue Projekt ausgerechnet kurz vor den Oberbürgermeister-Wahlen startet. "Es ist kein Wahlkampf, wenn man Menschen in Arbeit bringt", betonte sie. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vermerken 3000 Langzeitarbeitslose in Erfurt. Da sollte es in vielen Fällen zu schaffen sein, potenzielle Chefs und Arbeitnehmer zu finden, die zueinander passen, glaubt Rein.
Erfurter Projekt Eifa will Langzeitarbeitslose in Lohn bringen
Kommentare
06.04.12 - 10:44
HansMeiser
Das ist doch nichts neues! Und es wird auch genau wie die Vorgängermodelle nichts bringen. Die sog. Arbeitgeber bekommen für ein Jahr einen praktisch kostenlosen Billigjobber...danach ist ENDE. Das sollte Frau Thierbach eigentlich wissen. Aber, wenn man/frau seit Jahrzehnten in der weltfremden Politkerwelt lebt, ist die Realität weit entfernt!
05.04.12 - 15:12
empört euch
Tamara Thierbach fängt an wie Frau von der Layen und die CDU zu klingen: Sozial ist, was Arbeit schafft! Egal, was für eine Arbeit vermittelt wird. Besser einen billigen Sch***job als gar keine Arbeit. Ja, so ändern sich die Zeiten.
04.04.12 - 22:10
anonymax
Und alles schön zu Billiglöhnen, wer glaubt das hier Klebeeffekte eintreten, irrt wohl gewaltig. Die Ausbeuter wirds freuen. Zu ABM- Zeiten haben die Leute zumindest noch Tariflöhne bekommen, nun auf dem Niveau von Zeitarbeit, Löhne von denen niemand leben kann. Das aber Frau Thierbach mitmacht bei dieser neuen "Reform" verwundert mich doch sehr. Ja und regionalspezifische Dinge, was meint man wohl damit, etwa die Verdrängung von Feststellen in den Kommunen? Vielleicht sollte man das nächste mal doch an dunkelrot denken. Statt Die Agenda 2010 zu verändern wird nun fleißig migemacht im Verbund mit dem Kapital, das ganze nennt sich dann wohl Bürgerarbeit. Statt Weiterbildung wieder nur "Intergration" aus dem ESF, hier wird nicht mal die Krankheit kuriert geschweige denn die Ursache dessen ermittelt.
04.04.12 - 16:31
Es lebe die Planwirstchaft
Tamara Thierbach: "Es ist kein Wahlkampf, wenn man Menschen in Arbeit bringt" ... Die LINKE nutzt halt ebenso wie alle heutigen Blockflöten-Parteien die Instrumente der neuen, deutschen Planwirtschaft. Wo die LINKE mitregiert, werden Menschen zu Euro-Jobbern und Billig-Bufdis. Wo die LINKE mitregiert werden Menschen nur dann eingestellt, wenn dem Unternehmer hohe Lohnsubventionen in den Hintern geblasen werden. Es lebe die geplante Misswirtschaft, die wieder im Ruin enden wird. Nichts gelernt aus der Geschichte und keine Ahnung von Wirtschaft ... Abwählen!