FC Rot-Weiß: Drexler verspricht Einzug ins Pokalfinale

  • Dominick Drexler verhalf den Kickern vom Rot-Weiß Erfurt zum 1:1. Foto: Frank Steinhorst Dominick Drexler verhalf den Kickern vom Rot-Weiß Erfurt zum 1:1. Foto: Frank Steinhorst
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Nachdem der Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt nach dem 1:1 gegen Saarbrücken den Aufstieg so gut wie abhaken muss, geht es nun am Mittwoch in das Thüringer Landespokal-Halbfinale.
Erfurt. "So kann man keine Tore schießen", schüttelte Dominick Drexler mit dem Kopf. Gemeint hatte er, dass die langen und hohen Bälle gegen den böigen Wind nach der Pause kein probates Mittel war, um gegen Saarbrücken, bei denen sechs Stammspieler fehlten, den Bock noch umzustoßen. Wenigstens er hatte noch sein Tor gemacht. Sein viertes in dieser Saison. Wenigstens zum Punkt hatte es deswegen noch gereicht. Doch der 21-Jährige war fernab von jeglicher Freude. Der Tod seines Opas am Tag vor dem Spiel hatte ihn einfach nur mitgenommen.

"Das Tor habe ich ihm gewidmet", sagt Dominick Drexler mit trauriger Stimme. Dass er überhaupt an diesem Tag im Stadion war, muss man ihm hoch anrechnen. "Ich habe ihm freigestellt", sagt sein Trainer Stefan Emmerling, "ob er lieber zu seiner Familie nach Hause fahren, oder spielen will." Drexler entschied sich für letzteres und stellte klar: "Die letzten Wochen waren für mich nicht einfach. Ich habe in Burghausen und Darmstadt viel Kritik einstecken müssen, wurde dort zur Pause jeweils ausgewechselt. Doch da ging mir in den Gedanken meine Familie nicht aus dem Kopf."

An ihm lag es wahrlich nicht, dass die englische Woche nach drei Remis mit der Gewissheit endete, dass der Aufstieg am Steigerwald in dieser Saison kein Thema mehr sein wird. Neidisch blickt man jetzt auf Chemnitz. "Sie spielen halt konstanter als wir. Hinten steht bei denen meist die Null, aber eine Übermannschaft sind sie auch nicht", sagt Drexler, der für den Saisonendspurt verspricht: "Wir werden weiter alles geben. Dynamo Dresden hatte letztes Jahr zu dem Zeitpunkt auch keiner auf der Rechnung ..."

Erfurt läuft nun Gefahr binnen fünf Tagen beide Saisonziele herzugeben. Am Mittwoch (17.30 Uhr) steigt bei Regionalligist ZFC Meuselwitz das Halbfinale im Thüringenpokal. "Wir wollen ins Finale und das gewinnen", schwört Dominick Drexler, "deswegen werden wir die nicht auf die leichte Schulter nehmen und wollen dort eine schnelle Entscheidung."

Geht es schief, stehen Rot-Weiß nicht nur harte Wochen, sondern auch viel Feuer unterm Dach bevor.

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Thomas Czekalla / 02.04.12 / TLZ
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