Großkampftag auf der Jahrhundertbaustelle in Greiz

  • Fingerspitzengefühl und Berufserfahrung braucht Kranführer Christian Reinwarth, der gestern vier riesige Betonteile für das Verteilerbauwerk in der August-Bebel-Straße vom Tieflader in die Baugrube hob.  Fotos: Matthias Klinner Fingerspitzengefühl und Berufserfahrung braucht Kranführer Christian Reinwarth, der gestern vier riesige Betonteile für das Verteilerbauwerk in der August-Bebel-Straße vom Tieflader in die Baugrube hob. Fotos: Matthias Klinner
Das Kernstück des Abwassernetzes wurde gestern im Untergrund der August-Bebel-Straße in Greiz verankert. Das Verteilerbauwerk kanalisiert Abwasser aus Aubachtal, Schönfeld, Raasdorf, Reinsdorf, Irchwitz und Pohlitz.
Greiz. Großkampftag gestern auf der Jahrhundertbaustelle in der August-Bebel-Straße. Auf drei Tiefladern rollte ein Kernstück des städtischen Abwassernetzes an, in dem ingesamt Investitionen von rund 215 000 Euro stecken, die der Zweckverband Trinkwasserversorgung- und Abwasseraufbereitung Weiße Elster (TAWEG) bereit stellt.

"Bisher", so erklärt es Oliver Noritzsch vom Zeckverband, "hatten wir eine Abwasserleitung mit 600-er Querschnitt in der August-Bebel-Straße, die bis zum Rathenauplatz reichte. Bei stärkerem Regen gab es da schon Abfluss-Schwierigkeiten." Jetzt im Zuge des grundhaften Straßenausbaus sind beiderseits der Gräßlitz größere Rohre eingebaut, stadteinwärts links ein 800-er, rechts ein 700-er Abflussrohr. Um diese beiden Rohre optimal zu bedienen, wird der Zulauf über ein neues Verteilerbauwerk gesteuert, das in Höhe City-Center eingebaut wird.

Der Betonbau hat die Form eines unregelmäßigen Fünfecks, das mit Abmessungen von 3,5 Meter mal 4,5 Meter und fünf Meter Höhe ein beeindruckendes Volumen aufweist. Dazu gehört ein Mess- und Regelschacht, der dem Verteiler nachgeschaltet ist. Die Messstation, die mit rund 100 000 Euro knapp die Hälfte der Kosten ausmacht, steuert die elektrischen Schieber. In vier Teilen rollte das Bauwerk für die Greizer Unterwelt gestern früh auf drei Tiefladern an. Kranführer Christian Reinwarth, der den 160-Tonnen-Kran der Zwickauer Firma Auto-Klug bediente, hatte insgesamt 75 Tonnen in die Baugrube zu heben. Die Mannschaft der Wolfgang-Scharnagl-GmbH packte mit an, um den Koloss genau an den vorherbestimmten Platz zu kriegen.

Das Abwasser, das aus Aubachtal, Schönfeld, Raasdorf, Reinsdorf, Irchwitz und zum Teil auch aus Pohlitz in Höhe Kaufland in den Verteiler fließt, wird über die zwei Rohre in die Regenrückhaltebecken im Schlossgarten oder am Kreisel abgeleitet. "Das Bauwerk steuert als ausschlaggebender Bestandteil im Kanalnetz der Stadt den Abwassermengenzufluss in Abhängigkeit aller bereits vorhandenen Regenüberlaufbecken", erklärt TAWEG-Geschäftsleiterin Ines Watzek. "Bei optimaler Fahrweise des Bauwerkes lässt sich langfristig ein weiteres Überlaufbecken im Stadtgebiet einsparen", ist Watzek überzeugt. Der Bau war in der August-Bebel-Straße in Höhe des Lidl-Marktes geplant.


Kathrin Schulz / 04.04.12 / OTZ
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