Henning: NPD im Eichsfeld auf vielfältige Weise begegnen
Porträt
Landrat Werner Henning (CDU). Foto: Sebastian Grimm
Mit einem Brief, der dieser Zeitung vorliegt, hat Landrat Werner Henning (CDU) auf die Kritik an seiner Rede im Kreistag durch den Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Döring (SPD) reagiert (wir berichteten). Henning hatte sich in der jüngsten Kreistagssitzung mit der NPD auseinandergesetzt.
Heiligenstadt. Henning schrieb dem Landtagsabgeordneten, dass man darin übereinstimme, "dass den nach Öffentlichkeit suchenden extremen Gruppen, wie es die NPD ist, auch im öffentlichen Raum begegnet werden sollte". Dabei gebe es die Demonstration und das Gebet als verschiedene Formen. Er schilderte die aus seiner Sicht bestehenden Unterschiede dieser beiden Formen. Die Demonstration auf der Straße nehme die aktive politische Auseinandersetzung mit "den unliebsamen Eindringlingen" auf und sucht diese im Wege symbolischer Aktionen zu verjagen. "Die Erfüllungschancen dieses Ziels bestimmt der Rechtsstaat - ebenso die Zulässigkeit des konkreten einzelnen Verhaltens", schreibt Henning. An Rändern gebe es allerdings Gefahren und Risiken für die Teilnehmer an solchen Aktionen. Im gemeinsamen Gebet suche hingegen jeder Einzelne im Wege der Selbstbesinnung seine persönliche Haltung zu festigen, um sich selbst vor dem Eindringen ihm suspekter Verhaltensweisen zu schützen. Gemeinschaftlich zelebriert, erwächst daraus ebenso ein repräsentativer Anspruch, welcher für die gesamte Gebetsgemeinde steht. Persönliche Gefahren gibt es dabei nicht.
Beiden Formen gemeinsam sei, dass sie in Gemeinschaft "Gesicht zeigen". Wer für sich nach einer solchen Form suche, der solle frei wählen können, so Henning.