Ibergrennen 2012 ist gesichert: Land sponsert 52.000 Euro

  • Auf dem TSI-Gelände neben der Iberg-Rennstrecke kletterte am Montag Verkehrsminister Christian Carius in den Rennwagen von Sascha Herz (Formel Opel/Lotus, 200 PS, 460 kg). Foto: Jürgen Backhaus Auf dem TSI-Gelände neben der Iberg-Rennstrecke kletterte am Montag Verkehrsminister Christian Carius in den Rennwagen von Sascha Herz (Formel Opel/Lotus, 200 PS, 460 kg). Foto: Jürgen Backhaus
Straßenbauamtsleiter Franz Rohmund kann sich, wie Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) am Montag im Tagungsraum der TSI-Straßenmeisterei Heiligenstadt sagte, 52.000 Euro für den Holzweg aus den Rippen schneiden.
Heiligenstadt. Das ist die maximale Summe, die aus dem Landesstraßen-Instandsetzungsetat der Behörde für die dringend erforderliche Ausbesserung der Iberg-Rennstrecke (zwei Kilometer) möglich ist. Und es ist, wie Hermann Ludolph, der Vorsitzende des Motorsportclub Heiligenstadt im ADAC, erklärt hatte, die Minimalsumme zur Rettung des Ibergrennens. Dies habe eine Begutachtung durch die Streckenkontrolle des Deutschen Motorsportbundes (kurz DMSB) ergeben. Aus Eigenmitteln könne der Verein höchstens 15.000 Euro aufbringen.

Nachdem 2010 ein Rennwagen nach dem Ziel in die Leitplanke geflogen war, weil er auf unebener Fahrbahn den Grip verloren hatte, musste das Rennen 2011 ausfallen, da niemand die an mehreren Stellen nötige Glättung bezahlen konnte. Das Rennen 2012 müsse unbedingt stattfinden, damit Heiligenstadt im Rennkalender bleibt. "Alle Veranstalter lauern auf ein freies Wochenende", so Ludolph. Immerhin sei das Heiligenstadt-Bergrennen eines von nur zwölf in Deutschland mit internationalen Prädikaten und schon zwei Mal ausgezeichnet worden. Zudem sei es - im Zusammenhang mit Dienstleistung, Versorgung und Unterhaltung - ein Wirtschaftsfaktor.

"Wir sind sehr daran interessiert, dass Sie eine gute Veranstaltung durchführen können", sagte der Minister und verwies darauf, dass der Freistaat 4500 Kilometer Straße habe, davon die Hälfte "in bedauernswertem Zustand". Und sein Ministerium habe "in diesem Jahr für Straßen so gut wie kein Geld". Die 52.000 Euro seien "das Maximale, was wir uns vorstellen können". Obwohl der Holzweg für den Normalverkehr völlig ausreiche, werde es diese Maßnahme geben. Und sie werde vielleicht 2013 wiederholt, weil eine Sanierung bis zu 700.000 Euro kosten würde. "Der Landrat hat auch mehrfach angerufen", sagte Carius. Begleitet wurde er gestern bei mehreren Heiligenstadt-Terminen von CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Montag , vom CDU-Landtagsabgeordneten Gerold Wucherpfennig und dem Bundestagsabgeordneten Manfred Grund .

Wie Franz Rohmund sagte, seien die Leistungen für 1700 Quadratmeter bereits vergeben und solle die "bessere Ausbesserung oder Flickung" in der zweite Woche nach Ostern beginnen. Gleich nach Ostern soll ein Streckenkontrolleur des DMSB vor Ort mit einem Straßenbauingenieur die Maßnahme abstimmen. Die schadhaften Stellen würden mit Asphalt ausgegossen und mit Splitt angestreut. Zudem würden die Bankette aufgefüllt, so der Straßenbauamtsleiter. Einen für den Rennsport idealen Straßenzustand bringe das aber nicht. Die Autos mit etwa 40 Millimeter Bodenfreiheit rasen die Serpentine mit etwa 100 km/h hoch.

250 Kilometer schlechte Straße

So wie Carius betonte auch Rohmund, dass dies eine besondere Ausnahme sei, um die internationale Rennsport-Tradition in Heiligenstadt nicht zu gefährden. Diese Maßnahme wirke, bezogen auf den normalen Verkehr, schon fast makaber angesichts der Tatsache, dass es im Landkreis 250 Kilometer in wesentlich schlechterem Zustand gebe. Der sei teilweise so miserabel, "dass Bürger auf dem Weg zur Arbeit nicht auf den dritten Gang schalten" können. "Wir sind dankbar für jede überregionale Veranstaltung", sagte Gerolf Wucherpfennig. Ihm und Carius schenkte Ludolph schon mal je eine Eintrittskarte am Bande für das Ibergrennen am 30. Juni und 1. Juli 2012.


Jürgen Backhaus / 03.04.12 / TLZ
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Kommentare
03.04.12 - 13:49
steuerzahler 2
Ich fahre die Strecke fast täglich und freue mich nicht nur zweit Tage im Jahr über einen guten Straßenzustand. Wenn ein Teil meiner Steuern auch auf die Straßen meiner unmittelbaren Heimat gekratzt wird, bin ich der letzte, der da etwas dagegen hat. Der Eintritt zum Bergrennen hat mit den Ausbesserungskosten der Straße etwa so viel zu tun wie Pobacken mit Kuchen backen- aber wen interessiert das schon.
03.04.12 - 11:33
Steuerzahler
Wo kann ich meine kostenlose "Eintrittskarte am Bande" abholen? Schließlich zahle ich genauso wie Herr Carius Steuern. Er verteilt nur meinen Steueranteil mit. Denk ich an Deutschland in der Nacht ... werden mir die griechischen Verhältnisse klar.
02.04.12 - 23:21
Pipi Langstrumpf
Schliesse mich an: gut dass es das Rennen dieses Jahr gibt!!! Ob durch die Geldspritze Wahlkämpfe entschieden werden? Je nachdem wir die Ministerien gerade verteilt sind hat dann der eine oder andere Kandidat Vorteile ;-)
02.04.12 - 21:05
Iberg
Ein Glück, das Wahlkampf ist. Da heiligt der Zweck dann auch die Mittel. Hauptsache, das Rennen findet statt!
 
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