Die Polizei durchsuchte die Moschee und die Räumlichkeiten des Islamischen Kulturvereins in Wedding, nachdem am Donnerstagmorgen in Berlin zwei Terrorverdaechtige festgenommen wurden. Foto: dapd
Auch in Thüringen gibt es offenbar radikale Islamisten. Auf etwa 100 schätzt das Innenministerium die Zahl der losen Anhängerschaft von islamistisch geprägten Organisationen.
Erfurt. Festgefügte islamistische Organisationsstrukturen seien dagegen nicht bekannt, sagte Innenminister Jörg Geibert
der dieser Zeitung.
Die Festnahme von zwei Terrorverdächtigen in Berlin und die mögliche Verhinderung eines Attentats in der Hauptstadt unterstreicht die Einschätzung Geiberts, dass es auch weiterhin gelte wachsam zu sein. Der Minister verwies auf die Möglichkeiten der Vernetzungen und der Möglichkeit der Selbstradikalisierung in einschlägigen Internetforen. "Das macht mir schon gewisse Sorgen." Präventive Arbeit sei deshalb dringend notwendig.
Die Sicherheitsbehörden in Thüringen haben nach Angaben Geiberts keinerlei Erkenntnisse über eine konkrete terroristische Bedrohung im Freistaat. "Eine abstrakte Bedrohungslage ist natürlich vorhanden", sagte Geibert. "Wir sind keine Insel der Glückseligen." Der Innenminister verwies auf den Anschlag am Frankfurter Flughafen auf einen US-Militärbus, bei dem zwei Soldaten getötet wurden und auf die "Kofferbomber" von Dortmund und Koblenz, wo durch einen glücklichen Zufall die Sprengsätze nicht explodierten.
Andere Anschläge konnten verhindert werden, beispielsweise durch das Ausheben der so genannten "Sauerlandgruppe".