Jenaer Forscher an neuen Giftstoffen gegen Raupen beteiligt

  • Die Raupen fressen sich mit einer Vorliebe durch Maisfelder und verursachen dort Fraßschäden. Archiv-Foto: Ralf Hirschberger Die Raupen fressen sich mit einer Vorliebe durch Maisfelder und verursachen dort Fraßschäden. Archiv-Foto: Ralf Hirschberger
Der Maiszünsler, die amerikanische Tabakeule oder auch der Baumwollkapselwurm haben sich den Zorn der Landwirte regelrecht erfuttert: Die putzig klingenden Raupen verursachen enorme Fraßschäden in Gemüse, Mais und Baumwollkulturen im ökologischen und konventionellen Landbau.
Jena. Zwar werden sogenannte Bt-Toxine als Pflanzenschutzmittel versprüht oder in gentechnisch veränderten Pflanzen erzeugt, doch die Schädlinge sind mit der Zeit immun geworden. Wissenschaftler aus den USA, aus Mexiko, Australien, China und Deutschland haben jetzt die Giftstoffe so verändert, dass damit auch resistente Maiszünsler bekämpft werden können.

In der Zeitschrift "Nature - Biology" veröffentlichten die Forscher ihre Studie. Ko-Autor ist David G. Heckel, Direktor der Abteilung Entomologie am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena.

Kombinationen sinnvoll

Die Teams internationaler Biologen veränderten zwei Bt-Toxine in ihrer molekularen Struktur. Die modifizierten Giftstoffe wirken gegen fünf resistente Raupenarten, darunter Kohlmotte, Baumwollkapselwurm und Maiszünsler und auch ein Stamm der amerikanischen Tabakeule, schreiben die Forscher weiter.

Würden sich die beiden neuartigen Giftstoffe im Pflanzen- und Gemüseanbau als brauchbar erweisen, so sollten verschiedene Bt-Toxine in Kombination eingesetzt werden, um den Landwirten eine sichere Wirkung gegen Fraßschädlinge zu garantieren, empfehlen die Biologen. Auch sollten Maßnahmen zur Verminderung des Auftretens resistenter Schädlinge konsequent eingehalten und die Landwirte darüber regelmäßig informiert werden. Dazu gehören die Anwendung unterschiedlicher Pflanzenschutzmittel gegen Insektenfraß, Fruchtfolgen und ein paralleles Aussäen von nicht-Bt-Pflanzen in Feldern, in denen gentechnisch veränderte Bt-Sorten zum Einsatz kommen.

Bt-Toxine werden aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis gewonnen, das ihnen auch den Namen verleiht. Sie sind seit 1938 im Einsatz, seit 1996 wirken sie in gentechnisch veränderten Nutzpflanzen gegen unterschiedliche Schädlinge.


Franziska Nößig / 25.10.11 / TLZ
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