Karpfenpreise bleiben für Weihnachten nahezu stabil
Porträt
Wie 2010 werde der Preis für einen küchenfertig vorbereiteten Fisch bei sieben bis acht Euro pro Kilogramm liegen. Archivfoto: Lennart Preiss/dapd
In Thüringen verharren die Preise für Karpfen in dieser Saison auf dem Vorjahresniveau.
Kranichfeld/ Erfurt. Wie bereits 2010 werde der Preis für einen küchenfertig vorbereiteten Fisch bei sieben bis acht Euro pro Kilogramm liegen, sagte der Vorsitzende des Thüringer Fischereiverbands, Uwe Müller
, der Nachrichtenagentur dapd. Auch der Preis für geräucherten Fisch bleibe mit zehn bis zwölf Euro pro Kilo unverändert. Im vergangenen Jahr wurden dem Landwirtschaftsministerium zufolge 600 Tonnen Speisekarpfen verkauft, rund drei Viertel davon direkt von den Fischteichen an Privatverbraucher. 20 Prozent gingen an Gaststätten, fünf Prozent wurden als Besatzfische von Angelvereinen gekauft. Über die Höhe der Erträge 2011 könne bislang keine Angaben gemacht werden. Derzeit gibt es in Thüringen rund 800 Hektar Teichfläche, die von 17 Betrieben im Haupterwerb und 1.400 Nebenerwerbsbetrieben unterhalten wird. Die Karpfensaison im Freistaat dauert von Oktober bis Ende Februar. Die meisten Tiere werden nach Angaben des Fischereiverbands an Weihnachten, Silvester und Ostern verkauft. In den vergangenen Jahren hätten die Teichwirte jedoch einen stetigen Rückgang der Nachfrage beobachtet, sagte ein Ministeriumssprecher. Vor allem bei jüngeren Verbrauchern gehe die Nachfrage zugunsten anderer Fischarten wie Zander, Forelle oder Seefisch merklich zurück. In Südthüringen stünden Karpfen hingegen nach wie vor hoch im Kurs.
Eine Konkurrenz von osteuropäischen Anbietern ist derzeit kein großes Thema für die Thüringer Teichwirte. Unter anderem durch die höheren Hygienevorschriften im Zuge des EU-Beitritts seien auch dort die Preise gestiegen. Bei anderen Fischarten wie dem Zander sei die Konkurrenz stärker spürbar. Sorgen bereiteten die Teichwirte 2011 dagegen erneut die teils hohen Fischverluste durch Kormorane. Seit 2008 ist der Abschuss der Tiere auch in Schutzgebieten erlaubt, allerdings ohne den gewünschten Erfolg. Eine funktionierende Lösung des Problems könne nach Ansicht des Ministeriums nur ein europaweites Kormoranmanagement bringen.