Konservierte Gemälde zur Passion Christi in Altenburg

  • Anfang des 16. Jahrhunderts malte Luca Signorelli (1445/1450 -1523) diese "Grablegung Christi" (Ausschnitt), eine von fünf Predellentafeln, die zur Sammlung des Lindenau-Museums gehören. Repro: Museum Anfang des 16. Jahrhunderts malte Luca Signorelli (1445/1450 -1523) diese "Grablegung Christi" (Ausschnitt), eine von fünf Predellentafeln, die zur Sammlung des Lindenau-Museums gehören. Repro: Museum
Eine kleine Ausstellung im Lindenau-Museum Altenburg zeigt Tafelbilder von Luca Signorelli, die im Rahmen des Kur-Programms der Kulturstiftungen des Bundes und der Länder restauriert und erforscht wurden.
Altenburg. Als wahrer Kraft- und Gewaltakt offenbart sich die Geißelung Christi auf einer von Luca Signorelli gemalten Altartafel: Die Körper der Knechte krümmen sich, um zum nächsten Peitschenhieb auszuholen, während die Peitschenstränge noch schlingernd in ihren Händen zucken. Ihre Gesichter sind in Rage verzerrt, die Muskeln am ganzen Körper angespannt unter der dunklen Haut. Für seine besondere Hinwendung zur Anatomie ist der um 1445/50 geborene umbrische Meister bekannt, in der Darstellung des nackten bewegten Körpers übertraf er sogar seine Zeitgenossen. Eine kleine Ausstellung im Lindenau-Museum Altenburg hebt ab morgen neben jener "Geißelung Christi" vier weitere Predellen- sowie vier Pilastertafeln Signorellis hervor, die mit Mitteln des Kur-Programms der Kulturstiftung des Bundes und der Länder bis 2011 restauriert wurden.

Für insgesamt 195 000 Euro wurde innerhalb von vier Jahren nicht nur Signorellis fünfteilige Predella - ein Gemälde unterhalb eines Altarbildes - mit Szenen der Passion und Auferstehung Christi konserviert. Auch acht Grotesken-Darstellungen aus dem 16. Jahrhundert und zwei Tafeln von Pietro Perugino, die ebenfalls zur wertvollen Altenburger Sammlung frühitalienischer Tafelbilder gehören, wurden von Kunsthistorikern und Restauratoren eingehend untersucht (TLZ berichtete).

In diesem Zusammenhang werden in der Ausstellung sowohl die Restaurierungsarbeiten dokumentiert als auch neue Forschungsergebnisse zu Signorellis Werken gezeigt. Die beteiligten Restauratoren und Kunsthistoriker sind zudem am 19. April im Museum zu Gast und werden in einem öffentlichen Vortrag über ihre Arbeit und die Besonderheiten in Signorellis Werk sprechen. Dabei soll auch das nunmehr dritte "Bulletin" vorgestellt wurden, jene Publikation, die die Altenburger Kur-Projekte begleitet.

Bis 10. Juni, Di-Fr 12-18 Uhr, an allen Osterfeiertagen 10-18 Uhr; Vortrag: 19. April, 18.30 Uhr; die zurzeit laufende Ausstellung "Strawalde Jürgen Böttcher" wurde bis 6. Mai verlängert


Franziska Nössig / 03.04.12 / TLZ
Z89C43J480418
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Kommentare
04.04.12 - 16:54
Redaktion
@Top Region Altenburg: Vielen Dank für den Hinweis! Wir haben den Fehler behoben.
03.04.12 - 21:18
Top Region Altenburg - Lindenau - A­lterspräsident der Paulskirchen Verfassungsversammlung
Danke für die Werbung. Ein kleiner Rechtschreibfehler Bernhard August von Lindenau statt Lindenburg.
 
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