Letzte Hoffnung im Abstiegskampf: FCC will in Stuttgart punkten

  • Finstere Minen ziehen die Kicker vom FC Carl Zeiss Jena am Tag nach der Auswärtsniederlage gegen Preußen Münster. Foto: Tino Zippel Finstere Minen ziehen die Kicker vom FC Carl Zeiss Jena am Tag nach der Auswärtsniederlage gegen Preußen Münster. Foto: Tino Zippel
Jan Simak schleicht aus der Kabine. Der Tscheche ist traurig ob der neuerlichen Niederlage. Es läuft nicht. Nicht für Jan Simak, nicht für den FC Carl Zeiss Jena. Am Sonntag bei Stuttgart II müsse gewonnen werden, sagt der Klubchef des Fußball-Drittligisten Rainer Zipfel. "Es ist unsere letzte Hoffnung."
Jena. Ob Jan Simak mithelfen darf, ist äußerst ungewiss. Als "dürftig und nicht ausreichend" hat Trainer Petrik Sander die Leistung des Mittelfeldspielers in Münster bezeichnet. Was einmal war, welche Meriten er habe, das interessiere nicht. Gleiches gilt für Sebastian Hähnge. Nach der Denkpause gegen Bremen II kehrte der erfahrene Angreifer zurück ins Team, seinetwegen stellte Sander die erfolgreiche Truppe um. Auf dem schweren Geläuf in Münster sei "Fußballspielen nicht drin gewesen", wie Sander sagt. Aber: "Was drin war, war Kampf und beißen. Meinetwegen auch kratzen und spucken, festhalten und hinschmeißen". Aber genau daran mangelte es. Die Schuld allein bei Simak oder Hähnge zu suchen, ist freilich falsch. Boskovic tauchte unter, Pichinot nutzte die falschen Mittel, Demirtas stand komplett neben sich, Ramaj fand nicht statt. "Jan Simak hat sich oft angeboten, doch es lief ja fast alles über die rechte Seite", sagt Präsident Zipfel. Der Tscheche bestätigt das: "Es ist schwer, wenn man nur einen Ball in 20 Minuten bekommt. Wenn ich keine Bälle bekomme, um in das Eins-gegen-eins zu gehen, oder sie erst nach 70 Minuten bekomme, wenn ich platt bin, ist es schwer für mich, etwas zu machen". - Die englischen Wochen waren Gift für den sensiblen Ballzauberer. "Ich bin schon etwas älter, brauche länger, um mich zu erholen", sagt er. Alle drei Tage zu spielen, sei für die vielen jungen Spieler sicherlich in Ordnung. "Für mich ist das schwer", sagt Simak.

Dass er auf der linken Bahn wahrhaft außen vor gelassen wird, ist auffällig. "Sicherlich spiele ich lieber zentral", sagt er leise. Aber es gehe nicht um ihn, es geht um den Klub. Und da spielt Jan Simak, wo der Trainer Jan Simak aufstellt. Ohne Diskussion. Und ja, ein System mit zwei Spitzen käme seiner Spielweise auch mehr entgegen als das aktuelle 4-2-3-1. "Weil dann zwei Angreifer vorn sind, die die Bälle halten und nach außen verteilen können", sagt der 33-Jährige. Aber auch hier gilt die Vorgabe des Cheftrainers.

Die Vorgabe des Präsidenten sind drei Punkte in Stuttgart. Ans Aufgeben denkt man in Jena noch lange nicht. Sich auf das Spiel beim VfB II fokussieren, das ist nun wichtig. "Bei mir ist der Glaube noch da - und ich bin überzeugt, dass das bei der ganzen Mannschaft so ist. Weiterkämpfen, das Beste geben und endlich gewinnen. Unentschieden helfen uns nicht weiter", sagt Jan Simak. Er persönlich hofft, dass ihm "die Jungs nun helfen", wie er sagt, aus seiner persönlichen Krise herauszukommen. Ihm die Bälle anzuvertrauen, wäre ein guter Anfang - wenn er noch eine Chance erhält.


Michael Ulbrich / 29.03.12 / TLZ
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