Murmeltier und Unvermögen: FF USV Jena unterliegt Hamburg

  • Iva Landeka (links) spitzelt das Leder zu Karoline Heinze, kurz darauf muss sie vom Platz getragen werden. Foto: Jürgen Scheere Iva Landeka (links) spitzelt das Leder zu Karoline Heinze, kurz darauf muss sie vom Platz getragen werden. Foto: Jürgen Scheere
Der Hamburger SV bezwang am Wochenende Jena mit 1:0, nachdem Ballzauberin Iva Landeka unter Schmerzen vom Platz getragen werden musste.
Jena. Iva Landeka schreit laut auf. Kopfballduell. Runter auf den Rasen. Brachial weggeknickt. "Es tat einfach nur weh", sagt die kroatische Ballzauberin des FF USV Jena. Sie muss raus, die Hände vor dem Gesicht wird sie auf der Trage nach draußen getragen. Mit Blaulicht geht es ins Krankenhaus. Da steht es 0:0. Der Geschäftsführerin Anja Kunick ruft sie noch zu: Sag denen, sie sollen gewinnen.

Tun sie dann nicht. Der Hamburger SV bezwingt Jena mit 1:0. Und das, weil Carolin Simon nach 69 Minuten zum Freistoß aus 16,5 Metern antritt und das Leder mit Karacho in den rechten Giebel nagelt. Ja, es war das Torwarteck, aber nein, der ist eingedenk der gewaltigen Präzision nicht haltbar.

Jenas Damen scheitern mal wieder an sich selbst. Am eigenen Unvermögen, aber auch am Egoismus einiger weniger. Dazu kommt, dass sie das Tor nicht treffen. Nicht Iva Landeka mit einem Freistoß und anschließendem Nachschuss (14.), nicht Amber Hearn mit ihrem Kopfball nach Laura-Brosius-Flanke (30.), nicht Sabine Treml, die fulminanten Carolin-Schiewe-Freistoß aus vier Metern den Rebound per Dropkick über das Quergestänge jagt (47.). Und als es dann 0:1 steht, bringt Karoline Heinze, die schon nach 13 Minuten für die ebenfalls verletzt ausgeschiedene Susann Utes eingewechselt wurde, einen Eckstoß direkt in den Fünfer. Dort lauert Sabrina Schmutzler direkt vor der Torfrau. Jenas Urgestein kommt auch ran und köpft tatsächlich drüber (79.).

Trainer Daniel Kraus grüßt wöchentlich das Murmeltier: "Nach jedem Spiel sitze ich da und muss versuchen, zu erklären, warum wir das Tor nicht treffen", sagt er. Zum Glück hat die Konkurrenz tüchtig verloren - das nimmt den Druck etwas. Iva Landeka meldet sich später aus dem Spital. Der befürchtete Knöchelbruch hat sich nicht bestätigt. Es ist wohl etwas mit den Bändern, eine genaue Diagnose konnte nicht gestellt werden, am Montag stehen weitere Arzttermine an. Kroaten seien ja hart im Nehmen. "Und Kroatinnen noch mehr", sagt sie und lacht.

  • FF USV Jena: Rinkes - Brosius, Schiewe, Radtke, Seiler - Utes (13. Heinze), J. Arnold - Roelvink, Landeka (44. Treml), Beil (73. Schmutzler) - Hearn.
  • Hamburger SV: Weech - Hepfer (GK), Brüggemann, Haye, Simon - Schubert (46. Saländer), Ewers, Bagehorn, Yaren - Wich (GK/86. Engel), Kameraj (89. Timmermann).
  • Schiedsrichterin: Inka Müller-Schmäh (Potsdam).
  • Zuschauer: 410.
  • Tor: 0:1 Simon (69.).

Michael Ulbrich / 07.05.12 / TLZ
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