Die griechische Sängering Nana Mouskouri kommt nach Erfurt. Foto: AFP
Die Sängerin Nana Mouskouri (77) kommt am 25. April in Erfurts Alte Oper und sprach zuvor mit Ingo Glase. Mit "Weiße Rosen aus Athen" eroberte die Griechin vor 50 Jahren die Musikwelt.
Der Dame an der Hotel-Rezeption musste ich Ihren Namen buchstabieren - sie kennt Nana Mouskouri nicht. Ist das der Grund für Ihr Comeback: Sie fürchten, in Vergessenheit zu geraten?Nein, ich bin wieder zurück, weil ich wirklich das Jubiläum von 50 Jahre "Weiße Rosen aus Athen" feiern wollte. Das ist der richtige Grund. Ich hätte auch ein Konzert in Berlin, wo alles begann, und eine kleine Tournee akzeptiert, aber offenbar kennen mich doch noch ein paar Leute mehr. Wie ist Ihr neues Album entstanden?Ich habe viele meiner Freunde angerufen und sie gefragt, ob sie ein Duett mit mir machen wollen. Einerseits konnte ich nicht mit ganz anderer Musik zurück- kommen, andererseits brauchte ich etwas Neues. Ich wollte mit den alten Liedern an die besonderen Momente in meinem Leben erinnern, an den Anfang meiner Karriere. Alain Delon, Julio Iglesias, Joan Baez, Charles Aznavour haben mitgemacht um nur einige zu nennen. Und meine Tochter Lenou singt mit mir "Sieben schwarze Rosen". Ist es heutzutage schwerer als früher, die Leute mit Musik zu begeistern? Ich glaube, wichtig ist, eine Identität zu haben. Nach den 80er-Jahren hat ein anderer Stil von Musik begonnen. Das ist auch gut so, die Welt sucht immer etwas Neues. Und das kann man nur von jungen Leuten lernen. Wenn ich bei ihnen etwas Neues finde, kann ich das auch singen. Aber im Moment möchte ich meine großen Lieder mit neuen Musikern vorstellen. Spiegelt sich denn auf dem neuen Album auch Ihre Liebe zum Jazz wider?Ja, natürlich. Paul Kuhn und seine Bigband spielen für mich die "Weißen Rosen" mit ein bisschen Jazz. Das Album hat wirklich viel Atmosphäre. Nun hat Griechenland in den vergangenen Monaten für viele unschöne Schlagzeilen gesorgt. Haben Sie schon Ihre Steuererklärung gemacht?Ich mache das immer, warum fragen Sie das? Das ist nicht schön. Ich mache immer meine Steuererklärung. Nicht alle Leute in Griechenland sind so gierig, wie jetzt geschrieben wird. Es sind auch gute Leute in Griechenland. Aber wir sehen nur, was schlecht ist. Ich glaube, es gibt immer eine Zukunft. Die Welt muss nicht sterben, Griechenland auch nicht. Haben Sie sich die Liste mit den Steuersündern schon angeschaut? Kennen Sie jemanden davon?
Nein, ich kenne niemanden. Wie geht es mit Griechenland Ihrer Meinung nach weiter?Ich hoffe, dass Griechenland, wie andere Länder, seine Probleme überleben wird. Wir müssen dem Land aber eine Chance geben. Es gibt viele Leute, die leiden. Sie müssen eine Hoffnung finden. Wenn wir alle gegen eine Lösung sind, ist das nicht gut für dieses Land. Sie saßen für Griechenland im Europäischen Parlament - wäre es jetzt nicht an der Zeit, sich wieder politisch zu engagieren?Nein, nein. Das war genug für mich. Was heute passiert, übersteigt meine Kraft und meine Macht. Wir brauchen jetzt junge Leute, die unsere Probleme lösen und eine Zukunft finden. Haben Sie eigentlich jemals in Ihrer Karriere an Kontaktlinsen gedacht?Nein, aber meine beiden Kinder haben Kontaktlinsen. Seit 55 Jahren trage ich eine Brille. Das war nicht immer einfach, aber auch eine Chance. Viele junge Mädchen, Frauen und auch Männer wollten damals keine Brille tragen, hatten dazu nicht den Mut. Selbst Harry Belafonte wollte, dass ich ohne Brille auf die Bühne gehe. Heute ist es schick, eine Brille zu haben. Wie viele Brillen haben Sie eigentlich?Oh, 100 oder so. Aber auf der Bühne trage ich meist nur dieses schwarze Gestell. Das war meine erste Brille, damit habe ich meinen Stil gefunden. Und jetzt liebe ich mein Gesicht mit dieser Brille. Karten für das Konzert von Nana Mouskouri, das am 25. April in der Alten Oper in Erfurt stattfinden wird, gibt es in unseren Pressehäusern und bei allen Servicepartnern, sowie online auf der Webseite des Ticketshop Thüringen.