Neuer Verkaufschef Alfred Rieck soll Opel-Absatz beflügeln
Porträt
Alfred Rieck wechselt zu Opel, um den Verkauf anzukurbeln. Archivfoto: Jakob Studnar/dapd
Alfred Rieck wechselt als VW-Vizechef in China nach Rüsselsheim. Der Opel-Aufsichtsrat ist unterdessen am Mittwoch am Stammsitz Rüsselsheim zusammengekommen, um Pläne gegen die anhaltende Ertragsschwäche des Autoherstellers zu besprechen.
Rüsselsheim. Das Gremium erörterte Schritte zu einem profitableren Geschäft, sagte eine Opel-Sprecherin. Entscheidungen zu Werksschließungen standen, so hieß es, nicht auf der Tagesordnung. Opel setzte zuletzt ein Fünftel weniger Autos als im Vorjahr ab und verbuchte 2011 einen Verlust von 523 Millionen Euro. Unlängst hatte Firmenchef Karl-Friedrich Stracke klargestellt, dass bis Ende 2014 kein Werk geschlossen werde. Ein altgedienter VW-Manager soll die Absatzschwäche der angeschlagenen Automarke Opel nunmehr kurieren. Der Aufsichtsrat ernannte den 55 Jahre alten Alfred Rieck zum Vertriebs- und Marketingchef. Der glücklose Vorgänger Alain Visser war schon vor Wochen abgelöst worden und verlässt den Konzern.
Rieck wechselt von Volkswagen zu Opel. Er war zuletzt stellvertretender China-Chef von Volkswagen. Rieck war für den erfolgreichen Aufbau der Marke Skoda auf dem chinesischen Markt verantwortlich. Zuvor war er unter anderem Leiter von Skoda Deutschland und Verkaufsleiter für Luxusautos von VW in Wolfsburg. Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke sagte, Rieck sei ein "hervorragender Fachmann", der gezeigt habe, "dass er eine Marke führen und entwickeln und damit Marktanteile und Verkäufe steigern kann". Nach der Sitzung erklärte das Unternehmen, alle Beteiligten seien sich einig, "dass Opel profitabel arbeiten und dazu Maßnahmen ergreifen muss, um Umsätze zu steigern, Margen zu erhöhen und Kosten zu reduzieren". Dazu hätten sich Management und Arbeitnehmer auf eine Fortsetzung ihres Dialogs verständigt über die Strategie zur Verbesserung der finanziellen Lage des Unternehmens.