Platz drei im Blick: RWE will gegen Saarbrücken siegen
Porträt
Die Fußballer des FC Rot-Weiß Erfurt wollen gegen Saarbrücken einen Sieg feiern. Archiv-Foto: Sascha Fromm
Nach zwei Auswärts-Remis steht nun für den Fußball-Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt wieder ein Heimspiel an. Gegen den 1. FC Saarbrücken soll mit einem Erfolg die Chance auf Platz drei gewahrt werden.
Erfurt. Die Nacht war kurz. Am Mittag danach ist Joan Oumari keinerlei Müdigkeit anzumerken. Dabei rannten sich er und seine Nebenleute am Abend zuvor in Darmstadt fast die Lunge aus dem Leib. Und das verstärkt nach gut einer Stunde in Unterzahl. Am Ende stand ein 1:1, von dem bei Rot-Weiß keiner weiß, was es wirklich wert sein wird im angestrebten Kampf um den Relegationsplatz drei. "Es nützt nichts", sagt Oumari, "wir müssen nach vorn schauen und gegen Saarbrücken unser Bestes geben." Sein Trainer hebt nach dem 13. Saison-Remis (Rekord nach Burghausen/15) das Positive heraus: "Zwei Unentschieden bei heimstarken Teams sind so schlecht nicht. Zudem haben wir gerade in Darmstadt gesehen, dass wir bis zum Schlusspfiff ein sehr hohes Tempo gehen können." Man fühlt sich gewappnet für das Spiel am Sonnabend zu Hause gegen Saarbrücken. Es wird das 1.400. Meisterschaftsspiel des FC Rot-Weiß seit der Gründung 1966 sein. 24 Spiele davon hat Joan Oumari bestritten. Der 23-Jährige kam im Sommer aus Babelsberg. Heute sagt er: "Es war ein gutes Jahr. Aber wenn uns der Aufstieg gelingt, wäre es ein sehr gutes Jahr." Emmerling sieht, dass sich Oumari in Erfurt entwickelt hat und noch einiges dazu lernen kann. Kürzlich aber hat er ihn wegen einer Disziplinlosigkeit intern für ein Spiel suspendiert. "Ich hatte mich dafür danach entschuldigt. Die Denkpause war gerecht", zeigt Oumari inzwischen Reue. Zweikampfstark ist er als Innenverteidiger und mit einer Schnelligkeit ausgestattet, die nur wenige in der 3. Liga zu bieten haben. Seinem großen Vorbild Carles Puyol vom FC Barcelona will Oumari nacheifern: "Er ist wie ich als Verteidiger nicht so groß und setzt trotzdem durch." Die 2. Liga soll für den Erfurter ein Zwischenschritt zur großen Karriere werden. "Wir werden dafür kämpfen, bis es nicht mehr geht", schwört er. Jetzt, da sich am kommenden Spieltag die Oberen der Tabelle gegenseitig die Punkte abnehmen werden, will Rot-Weiß mit einem Sieg die Chance wahrnehmen. "Wir schauen nicht auf die anderen, sondern nur auf uns", sagt Stefan Emmerling, der das Saisonziel noch längst nicht aufgegeben hat. Immerhin habe Dynamo Dresden zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison auch sechs Zähler hinter seiner Elf gelegen und es am Ende doch noch gepackt.
Gegen Saarbrücken wird auf jeden Fall Gaetano Manno nach seinem Platzverweis fehlen. Bis Donnerstagabend hat der DFB das Strafmaß noch nicht verhängt. Leichte Fragezeichen gibt es auch noch bei Bernd Rauw (Rippenprellung), Dennis Weidlich (Schlag auf den Spann) und Smail Morabit (Oberschenkelverhärtung). An das Hinspiel in Saarbrücken jedenfalls gibt es nur gute Erinnerungen. Bis dahin hatte Rot-Weiß auswärts nichts gerissen, gewann dort 2:0 und startete danach eine kleine Serie mit drei Siegen und drei Remis. Auch Oumari hat das Spiel nicht vergessen: "Ich war zuvor vier Partien gesperrt und habe dort gleich ein Tor gemacht." Gut, wenn sich das noch einmal wiederholen lassen würde. Voraussichtliche Aufstellung FC Rot-Weiß Erfurt: Sponsel - Ofosu-Ayeh, Oumari, Bertram, Caillas - Weidlich, Pfingsten-Reddig, Engelhardt, Drexler - Reichwein, Morabit.