RWE erkämpft Punkt in Unterzahl

  • Umkämpft: Andreas Gaebler (li.), gegen Gaetano Manno (Erfurt). Foto: Frank Steinhorst Umkämpft: Andreas Gaebler (li.), gegen Gaetano Manno (Erfurt). Foto: Frank Steinhorst
Im Nachholspiel der 3. Fußball-Liga hat der FC Rot-Weiß Erfurt in Darmstadt ein 1:1 erreicht. Dabei mussten die Rot-Weißen 30 Minuten mit einem Mann weniger agieren, weil Gaetano Manno Rot gesehen hatte.
Darmstadt. Die Rechnung vor dem Nachholspiel des 26. Spieltages war einfach: Mit einem Sieg in Darmstadt konnte man den Rückstadt auf Relegationsplatz drei auf zwei Zähler verkürzen. Das gelang mit dem 1:1 nicht ganz, doch Erfurt musste fast eine halbe Stunde in Unterzahl auskommen, weil Manno Rot sah. RWE-Trainer Stefan Emmerling sagte: "Gerade nach der Roten Karte haben wir die Köpfe hochgenommen, waren konditionell voll auf der Höhe und hätten am Ende eigentlich den Sieg verdient gehabt. Es war immer erkennbar, dass wir auf Sieg gespielt haben."

Vor dem Anstoß hatten die Rot-Weißen ihren Torwart schon gut warmgeschossen. Dass dies zu Beginn des Spieles auch die Darmstädter taten, war aus Erfurter Sicht so nicht vorgesehen. Gleich drei Mal musste Sponsel innerhalb von vier Minuten gegen P. Zimmermann (1., 3.) und gegen Heil (4.) Kopf und Kragen riskieren.

Erfurt überstand den stürmischen Beginn der "Lilien", blieb aber selbst im Spiel nach vorn zu harmlos. Was blieb, waren erstaunliche Aussetzer der Defensive, die zum Glück Darmstadts Heil mit einem Distanzschuss auf das Tornetz (21.) nicht bestrafte. Auch Beisels abgefälschter Schuss (24.) und ein Geschoss über das Tor von Isamoglu (26.) brachten nichts ein. Zum Glück für Rot-Weiß, das bis dahin nicht nur fünf Ecken kassierte, sondern tief durchatmen musste, dass es jetzt nicht schon mindestens 0:2 hieß.

Wie es gehen kann, zeigte eine Szene nach 27 Minuten, als Pfingsten-Reddig im Mittelfeld ein Duell gewann, Engelhardt danach Drexler in freie Position brachte, der aber am langen Pfosten vorbei schoss. Es schien wie ein Weckruf für die Gäste zu sein, die Minuten später den Spielverlauf auf den Kopf stellten, als Reichwein nach Morabits Hackenvorlage mit Flachschuss ins lange untere Eck das 0:1 markierte (33.).

Lange Freude hatte Rot-Weiß aber an der Führung nicht, weil Heil das teilweise Durcheinander in der Erfurter Deckung zum 1:1 nutzte (37.), Hesse später völlig frei vor Sponsel drüber schoss (41.). Die Gäste waren beim Halbzeitpfiff mit dem 1:1 allerbestens bedient. Die Frage, ob man noch aufsteigen will, beantwortete Rot-Weiß bis dahin jedenfalls nicht. Stefan Emmerling war das nicht entgangen, er reagierte nach der Pause mit einem Doppelwechsel - Bertram und Weidlich für Rauw und Drexler. Eines bewirkte das zumindest, denn Darmstadt kam nun nicht mehr fast im Minutentakt zu Großchancen. Die besaßen aber die Rot-Weiß auch nicht, die ihre wenigen Konter zu ungenau vortrugen - und ab der 63. Minute nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz standen, weil Manno in der eigenen Hälfte nach Foul am sehr theatralisch fallenden Brighache Rot sah.

In Unterzahl aber zeigte Erfurt nun endlich das, was man zuvor vermissen ließ: Kampf und Leidenschaft. Damit brachte man die zunehmend hilflosen Gastgeber vor den 6300 Zuschauern vor allem in der Schlussphase noch in Bedrängnis. Der Sieg gelang nicht mehr, aber zumindest brachte man Ende noch das letztlich wertvolle Remis über die Zeit.

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Thomas Czekalla / 28.03.12 / TLZ
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