Regional verwurzelt: Neufrankenrodaer Tischlerei läuft gut
Porträt
Regional verwurzelt und glücklich damit: Thomas und Wencke Lange betreiben seit acht Jahren ihre Tischlerei. Mit Holz aus der Region fertigen sie die selbst entworfenen Möbelstücke an. Foto: Katja Dörn
In einem kleinen Dorf nordwestlich von Gotha, wo selbst das Internet erst jüngst eine zeitgemäße Schnelligkeit erreicht hat, liegt sie versteckt, die Landtischlerei von Familie Lange. Versteckt bedeutet aber nicht schlecht. Momentan ist die Auftragslage gut, sagt der gelernte Möbeltischler Thomas Lange.
Neufrankenroda. Das freut auch Landrat Konrad Gießmann
, der dem Sechs-Personen-Betrieb einen seiner Betriebsbesuche im Kreis abstattete. Im rund 70-Seelen-Dorf Neufrankenroda werden Schränke, Kommoden und Stühle aus Meisterhand gefertigt - und sind nun sogar im Gothaer Bürgerbüro zu sehen. Den größten Teil der eigens entworfenen Möbelstücke kaufen allerdings Privatkunden, erklärt Thomas Lange. Etwa zwölf Wochen sollten für die Anfertigung eingeplant werden. Doch die Kunden bleiben treu. "Bei manchem geht es durch das ganze Haus", sagt Tischler Lange und lächelt. Vor acht Jahren machte sich die Familie selbstständig. Während Thomas Lange die praktischen Arbeiten anpackt, kümmert sich seine Ehefrau Wencke um das Management. Nun arbeiten in der Firma drei Gesellen und ein Lehrling, den es aus Hamburg nach Neufrankenroda verschlagen hat. Eine Aushilfe hätte Thomas Lange gern. Die Anzeige war geschaltet, doch niemand habe sich gemeldet, erzählt Wencke Lange.
Wenn sie nun dennoch größere Aufträge an Land ziehen wollen, helfe die Innung der Kreishandwerkerschaft, der sie vor einem Jahr beigetreten sind. Die hölzernen Einrichtungsteile für das neue Gothaer Stadtbad hätte Thomas Lange gern gebaut. Schließlich sind viele seiner Stücke in Privatwohnungen, wo er sie nicht wiedersehe. Mit einem Innungsmitglied nahm er an der Ausschreibung teil. Geklappt habe es leider nicht, auch weil zu weit gefasste Aufträge von der Stadt vergeben wurden. Ansonsten wollen sie weiterhin eine überschaubare und familiäre Tischlerei bleiben. In einem unscheinbaren Neubau steht die Werkstatt, mit schwerem Gerät und einer eigenen Lackiererei. "Landtischlerei" steht darüber. Jedem, der fragt, was dies bedeute, sagt dann Thomas Lange: "Kommen sie erstmal zu uns, dann wissen sie, warum wir so heißen."