Schlecker-Beschäftigte gehen für Arbeitsplätze auf Straße
Porträt
Mehrere Bundesländer stehen staatlichen Finanzhilfen für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker reserviert gegenüber. Foto: Sebastian Willnow/dapd
Für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze sind Beschäftigte der insolventen Drogeriekette Schlecker am Donnerstag in Leipzig auf die Straße gegangen.
Leipzig. "Wir fordern die Landesregierungen und die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass möglichst viele Filialen und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben" sagte Jörg Lauenroth-Mago, bei der Gewerkschaft ver.di zuständig für den Handel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.Mit weißen T-Shirts bekleidet sprachen die Schlecker-Mitarbeiterinnen in der Leipziger Innenstadt Passanten an, informierten über ihre persönliche Situation und sammelten Unterschriften, innerhalb kurzer Zeit seien über 500 Unterschriften zusammengekommen, berichtete ver.di. "Der Insolvenzverwalter steht gemeinsam mit den Landesregierungen und der Bundesregierung in der Pflicht, um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu ringen", forderte ver.di-Gewerkschaftssekretärin Annelie Schneider.
"Jeder zweite Arbeitsplatz soll gestrichen, jede zweite Filiale geschlossen werden", erläuterte Lauenroth-Mago. "Damit würde in vielen kleineren Orten auch der letzte Laden verschwinden." Ende Februar waren nach ver.di-Angaben bei Schlecker in Sachsen 1234, in Sachsen-Anhalt 672 und in Thüringen 794 Frauen beschäftigt.
Schlecker-Beschäftigte gehen für Arbeitsplätze auf Straße
Kommentare
09.03.12 - 01:39
Hans Schmidt
Anstatt zu demonstrieren sollten die Mitarbeiter den Laden selber übernehmen. So billig bekommen die den nie wieder. Komisch nur, daß niemand auf die naheliegende Idee kommt...
08.03.12 - 23:14
peacock
Der Übergang des Personals von Schlecker heute/gestern zu einer zukunftsfähigen Drogeriekette wird so schwer werden, wie der Übergang der DDR-Industrie in die freie Marktwirtschaft. Da war/ist die Auswahl so groß, wie in unserem Dorfkonsum. Auf einen Kunden eine Kassenkraft.