Staat ist kein Händler

Zur Landesbürgschaft für das insolvente Drogerieunternehmen Schlecker schreibt TLZ-Wirtschaftsredakteur Florian Girwert:
Nein, sicher ist eine Bürgschaft in Höhe von 2,57 Millionen Euro nicht die Welt - nimmt man einmal die Leistungsfähigkeit des Freistaates als Maß. Dennoch ist eine Transfergesellschaft für die Schlecker-Beschäftigten wenigstens in Thüringen nicht sinnvoll - die Arbeitsagenturen können, ja müssen, das Nötige für die betroffenen Arbeitnehmerinnen leisten, sind doch die 370 Stellen über den ganzen Freistaat verteilt.

Auf der anderen Seite ist es illusorisch anzunehmen, dass alle Betroffenen aufgrund von Fachkräftemangel in der Branche sofort wieder einen Arbeitsplatz finden.

Sehr weit aus dem Fenster lehnt sich allerdings die Linke mit ihrem Wunsch, dass der Staat zur langfristigen Sicherung einer Beschäftigungsperspektive für die Schlecker-Angestellten sich um ein Konzept bemühen müsse. Logistik, Läden und Beschäftigte seien da und müssten jetzt unterstützt werden.

Ganz so einfach wird es nicht sein. Gibt es tatsächlich Bedarf, der sich am Ende rechnet, werden sich Fördermöglichkeiten finden. Allerdings kann sich der Staat nicht mit zusätzlichem Geld in die Einzelhandelsstruktur auf dem Land einmischen - zumal die im Fall Schlecker auch deshalb kollabiert ist, weil sie nicht wirtschaftlich war.


Florian Girwert / 28.03.12 / TLZ
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