Stadt Kölleda will in barrierefreie Wohnhäuser investieren

  • Barrierefreie Wohnungen würde die WWG gern in diesen Gebäuden in Brücken- und Bahnhofstraße einrichten. Noch aber fehlt das Geld dafür. Fotos: Timo Götz Barrierefreie Wohnungen würde die WWG gern in diesen Gebäuden in Brücken- und Bahnhofstraße einrichten. Noch aber fehlt das Geld dafür. Fotos: Timo Götz
Erstmals schloss das städtische Wohnungsunternehmen in Kölleda mit einem Überschuss seine Jahresbilanz ab. Projekt für barrierefreie Unterkünfte in denkmalgeschützten Gebäuden geplant.
Kölleda. Geld für große Pläne hat die städtische Wohnungsgesellschaft in Kölleda sich ins Sparschwein gesteckt. Erstmals legte das Unternehmen jetzt Gewinn aus dem laufenden Geschäft auf die hohe Kante. Mehr als 150.000 Euro Überschuss ergab die Abrechnung für das Jahr 2010.

Vom Klingeln in der Firmenkasse ermutigt, stellte Kölledas Bürgermeister Frank Zweimann (CDU), der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (WWG) Kölleda ist, dem Stadtrat ein ehrgeiziges Bauprojekt in Aussicht. Das zum Teil denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble an der Ecke Brücken- und Bahnhofstraße soll zu barrierefreien Wohnhäusern umgebaut werden. 24 Wohnungen könnten dort entstehen, geht aus ersten Planungen für das Projekt hervor.

Dafür reicht allerdings das Geld in der Rücklage, die nach der jüngsten Einzahlung auf etwas mehr als 240.000 Euro angewachsen ist, bei weitem nicht aus. Wie Harald Knirsch, Geschäftsführer der WWG, den Stadträten vorrechnete, werden etwa drei Millionen Euro benötigt, um die jetzt zum großen Teil leer stehenden Häuser an der prominenten Straßenecke mitten in der Stadt behindertengerecht zu sanieren. "Billiger würde es nur, wenn man die alten, fast baufälligen Gebäude abreißt und dort neu baut", schätzte der WWG-Chef ein. Dagegen hätte allerdings nicht zuletzt der Denkmalschutz Einwände, nimmt er solchen Ideen vorab gleich jede Nahrung.

"Wir verlangen einfach für 20 Jahre Miete im Voraus von den Interessenten und können sofort bauen", scherzte der angesichts des Gewinns hochgestimmte Bürgermeister. Tatsächlich aber sei das Vorhaben ohne Förderung nicht umsetzbar. Da bisher noch keine Quellen für Zuschüsse gefunden worden seien, gebe es auch noch keinen Zeitplan für das Projekt. Die Gebäude, die für den Umbau vorgesehen sind, hat die Wohnungsbaugesellschaft aber bereits gekauft.

Darauf verlassen, dass die Rücklage nun jedes Jahr wächst und die WWG für ihr Vorhaben nur eine Weile sparen müsste, wollen sich weder Bürgermeister Zweimann noch Geschäftsführer Knirsch. Die positive Bilanz für das Jahr 2010 sei zu einem großen Teil auf Einsparungen bei den Personalkosten zurückzuführen, stellt Knirsch klar. Zwei Mitarbeiter seien in Ruhestand gegangen und von der Gehaltsliste verschwunden.

Schwarze Zahlen werde die WWG auf absehbare Zeit in der Heizkostenbilanz schreiben, ist Knirsch sicher. Die für den Winter angekündigte Preiserhöhung bei Öl und Gas werde das Unternehmen und seine Mieter kaum berühren. "Der Umstieg auf Biogas erweist sich als Glücksgriff. Für mehr als zehn Jahre haben wir jetzt noch günstige Preise sicher."

Die WWG will noch stärker auf Biogas als Energielieferant setzen und plant, das Blockheizkraftwerk aus der Biogasanlage vom Geschäftspartner Clausberg AG ins eigene Heizhaus zu verlegen. Von dort soll der Generator künftig Wärme und Strom liefern. Brennstoff aus den Biogas-Bottichen am alten Güterbahnhof soll durch Rohre zum WWG-Sitz fließen. Den Plan für den Leitungsbau hat der Stadtrat genehmigt.

Das Biogas soll bald einen der vier alten Ölbrenner im WWG-Heizhaus befeuern. Dazu muss die Anlage umgerüstet werden. Die drei verbleibenden Öl-Heizkessel würden dann nur gebraucht, erklärt Harald Knirsch, wenn extreme Minusgrade das Heizsystem weit über das Normale hinaus belasten.


Timo Götz / 27.09.11 / TA
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