Starker Rücken im Alter: Probanden für Forschung in Jena gesucht

  • Das Centaur bringt einen in seltsame Lagen: Eduard Kurz führt vor, wie das Gerät funktioniert. Foto: Stefanie Bühlchen Das Centaur bringt einen in seltsame Lagen: Eduard Kurz führt vor, wie das Gerät funktioniert. Foto: Stefanie Bühlchen
Fünf Prozent alle zehn Jahre - so hoch ist nicht etwa der reale Lohnzuwachs in Deutschland, sondern der Muskelabbau eines jeden von 30 Jahren an. Die Folge sind hängende Schultern, runde Rücken und dicke Bäuche. Dr. Anders sucht nun für diese Woche männliche Probanden zwischen 50 und 60 Jahren, die über einen gesunden Rücken verfügen.
Jena. Dr. Christoph Anders, Facharzt für Pathophysiologie am Universitätsklinikum Jena, glaubt dieser Theorie des zunehmenden Verfalls nicht ganz. Zumindest, wenn es um die Rückenmuskulatur, sein Spezialgebiet, geht. Bei den Extremitäten, also Beinen und Armen, da sei das etwas anderes. Durch unseren meist sitzenden Alltag würden diese nämlich tatsächlich immer weniger benutzt und verkümmern daher muskulär.

Bei der Rückenmuskulatur sehe das laut Dr. Christoph Anders anders aus: "Auch beim Sitzen müssen unsere Rücken- und Bauchmuskeln arbeiten. Das ist eine enorme Ausdauerleitung, die da vollzogen wird." Daher lautet seine Hypothese, dass Ältere zwar nicht mehr so fit sind wie mit 20 Jahren, aber auch nicht ein signifikanter Abbau der Rückenmuskeln im Lendenwirbelbereich vorliegt. Um diese Annahme in eine wissenschaftlich fundierte Aussage umwandeln zu können, brauchen Dr. Anders und sein Team Probanden.

Den Testpersonen legt der Facharzt im unteren Rückenbereich Elektroden an, die die Aktivität der Muskeln messen. Dann geht es in das Centaur. Das Gerät sieht ein bisschen aus, als ob es Astronauten zur Vorbereitung eines Weltraumfluges dienen kann. In Wirklichkeit ist es ein Ganzkörper-Kippgerät. Der Proband wird in dieses Gerät "gestellt", dann wird er in verschiedene Positionen gebracht, in der er die jeweiligen Muskeln zeigen, wie ausdauernd sie sind. Dr. Anders sucht nun für diese Woche männliche Probanden zwischen 50 und 60 Jahren, die über einen gesunden Rücken verfügen.

Die erste Untersuchung dauert etwa eine Stunde. Danach folgen zwei weitere Untersuchungen in einem Abstand von je sieben Tagen. "Die dauern dann aber nur noch eine halbe Stunde", sagt sein Kollege Eduard Kurz, Sportwissenschaftler. Das Projekt mit dem offiziellen Titel "Multiparametrischer Ansatz zur Charakterisierung der Ermüdungsphysiologie der Rückenmuskulatur" ist DFG-gefördert.

Interessierte melden sich bei Eduard Kurz, Tel: (03641) 9 34094.


Stefanie Bühlchen / 24.07.12 / TLZ
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