ThSV Eisenach II entscheidet Derby mit 28:17 für sich
Porträt
Mit Einsatzwillen wehren die Eisenacher den Wurf von Schnellmannshausens Mirko Albrecht ab. Foto: Sascha Willms
Derbystimmung kam trotz einer Vielzahl mitgereister Fans der SG Schnellmannshausen in der Werner-Aßmann-Halle nicht auf; der gastgebende ThSV Eisenach II sorgte beim Handball-Thüringenligaspiel von Beginn an für klare Verhältnisse und setzte mit einer leichtfüßigen hochkonzentrierten Abwehrarbeit die Offensivabteilung der Gäste matt. Am Ende sprang ein deutlicher 28:17 (16:5)-Sieg heraus.
Eisenach. SG-Torjäger Mirko Albrecht kam im ersten Abschnitt überhaupt nicht zum Zuge. Ganze fünf Treffer binnen der ersten 30 Minuten sagen alles über den Angriff der Gäste einerseits und der Abwehr der Hausherren andererseits. In Christian Trabert und Andreas Fehr hatte der ThSV ein sich bestens ergänzendes Torhüterduo. Mit seiner überaus sachlich ruhigen Interpretation der Rolle eines Spielgestalters, ohne persönliche Effekte, sorgte Philipp Emmelmann für ein bestens strukturiertes Angriffsspiel des ThSV. Linkshänder Konstantin König, im rechten Rückraum aufgeboten, ließ sich überhaupt nicht stellen, netzte acht Bälle ein. Zur Halbzeit (16:5), war bereits alles entschieden. Im zweiten Abschnitt verwaltete Eisenach sein Polster. ThSV-Coach Christoph Jauernik räumte auch den aus der dritten Mannschaft aufgerückten Christopher Koch und Jan Ritz längere Einsatzzeiten ein. "Unser Zu-Null-Lauf zum Start und unsere Präsenz waren wichtig. In der zweiten Halbzeit behielten wir stets den Kopf oben, blieben unserer Linie konsequent treu", lobte Jauernik. Ein Kritikpunkt von ihm, die Siebenmeterausbeute seiner Crew: Von sechs Strafwürfen landete nur einer im Ziel, drei hingegen verfehlten den Kasten um Längen. "Da müssen wir wohl noch etwas üben", erklärte Jauernik schmunzelnd. Kritisch bewertete er die mangelnde Effizienz in Überzahlsituationen. Die SG Schnellmannshausen bewies nach dem überaus klaren Halbzeitstand Moral, gestaltete, gestützt auf einen guten Thomas Wehner im Tor und der nun ihre Torchancen besser nutzenden Mirko Albrecht und Marco Wiegand, den zweiten Abschnitt in separater Wertung ausgeglichen (12:12). Auf den beiden lastete die Hauptverantwortung beim Torwurf. Peter Krause, Vereinsvorsitzender und überaus engagierter Trainer der SGS, der sich für den Notfall als zweiter Torhüter (im Alter von 53 Jahren) im Spielprotokoll eintragen ließ, allerdings aber nicht einspringenden musste, zeigte sich enttäuscht vom Auftritt seiner Schützlinge in der ersten Halbzeit. "Allgemeine Verunsicherung in unseren Reihen, Pech auch bei einigen Holztreffern", so Peter Krause zum ersten Abschnitt. "Nach dem Seitenwechsel haben wir uns insbesondere vom kämpferischen Engagement besser präsentiert, sodass es uns gelungen ist, das Gesicht zu wahren", so Krause weiter, der alle Spieler zum Einsatz brachte. Wenig später traf sich die SG Schnellmannshausen in der alten Schnellmannshäuser Halle zum Vereinsmitglieder-Sportlerball, bei dem die klare Niederlage beim ThSV Eisenach II keine große Rolle spielte. "Wir haben mal nicht über Handball gesprochen", berichtete Peter Krause über eine "rundrum gelungene Veranstaltung".
ThSV: Trabert, Fehr; König (8), Winner (2), Ritz, Koch (1), Körtge (2), Schindler (5/1), Emmelmann (3), Nothnagel (2), Kley, Stölzner (5). SGS: Wehner, Pa. Krause (n.e.); Ley (1), Müller, Nitschke (2/1), Hengst, F. Schmidt, Koch, P. Jauernik, Fiedler, D. Wehner (1), Luhn, M. Albrecht (7/1), M. Wiegand (6). Siebenmeter: ThSV 6/1 - SGS 4/2 Zeitstrafen: ThSV 5 x 2 - SGS 11 x 2 Min. Sch.: Grußdorf/Blume. Z.: 200.