Treppenhaus im Schloss Friedenstein wird eher fertig

  • Die detaillierte Rekonstruktion des Treppenhauses soll rund 300.000 Euro kosten. Archivfoto: Katja Dörn Die detaillierte Rekonstruktion des Treppenhauses soll rund 300.000 Euro kosten. Archivfoto: Katja Dörn
Die Sanierung des herzoglichen Treppenhauses auf Schloss Friedenstein kann deutlich vor der geplanten Zeit beendet werden.
Gotha. Das Treppenhaus könne ein halbes Jahr früher eröffnet werden, sagte die Leiterin der Abteilung Bauten und Gärten der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Silvia Wagner, am Dienstag in Gotha. Es habe bei der Sanierung keine Komplikationen gegeben.

Ab dem 6. Mai soll der aufwendig restaurierte Aufgang der Öffentlichkeit gezeigt werden, zeitgleich mit der Eröffnung der Gesangbuch-Ausstellung auf Schloss Friedenstein, sagte Wagner. Nach der Eröffnung werde er den Hauptzugang zu den verschiedenen Einrichtungen im Schloss bilden. "Die Besucher kommen dann auf demselben Weg ins Haus wie einst die Gäste des Herzogs. Die historische Raumabfolge wird also endlich wieder hergestellt."

Wandbemalung und Stuck konnte rekonstruiert werden

Anhand von Archiv-Dokumenten und Baubefunden konnten in den ersten beiden Stockwerken unter anderem die Stuckarbeiten aus dem Jahr 1895 erfolgreich rekonstruiert werden, sagte Restaurator Michael Bruckschlegel. Nach dem Krieg waren die Verzierungen komplett abgeschlagen und überstrichen worden. Auch die Wandbemalung in marmoriertem Mintgrün und Gold-Ocker konnte wiederhergestellt werden. Zwischen dem zweiten und dritten Stock diente hingegen das in Schwarz-Weiß gehaltene barocke Erscheinungsbild als Vorbild.

Die detaillierte Rekonstruktion des Treppenhauses soll rund 300.000 Euro kosten. Insgesamt würden in den Treppenaufgang etwa 2,7 Millionen Euro investiert, sagte Wagner. Das meiste davon floss in statische Sicherungsmaßnahmen, die Schwammsanierung und den Bau des Aufzugs. Mehr als die Hälfte der Kosten wurde mit EU-Geldern finanziert, etwa 30 Prozent habe das Land Thüringen beigesteuert. Der Rest stamme aus dem Stiftungsvermögen.

Endgültiges Bauende ist noch nicht absehbar

Schloss Friedenstein ist nach Angaben der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten das größte Schloss in Thüringen. Derzeit sind alle - mehr als 600 - Räume in Benutzung. Die nächsten dringend anstehenden Bauarbeiten sind die Sanierung des Daches im Nord- und Westflügels, die Schwammsanierung im Westflügel und Arbeiten am Ost-Turm. Bis zur endgültigen Fertigstellung müssen nach einer groben Schätzungen der Stiftung noch rund 80 bis 120 Millionen Euro verbaut werden. Im besten Falle würden sich die Arbeiten noch über mehrere Jahrzehnte hinziehen.


03.04.12 / dapd
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