"Trojanisches T-Shirt" auf Rechtsrockfestival in Gera geschmuggelt

  • Verteilung der T-Shirt-Spende auf dem Rechtsrockfestival in Gera. Die Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Foto: Exit Deutschland Verteilung der T-Shirt-Spende auf dem Rechtsrockfestival in Gera. Die Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Foto: Exit Deutschland
Exit - eine Austeiger-Initiative für Rechtextremisten - hat auf dem Rechtsrock-Festival in Gera mit einem "trojanischen" T-Shirt für Aufsehen gesorgt: Aus dem vermeintlichen Szenehemdchen, das kostenlos verteilt wurde, wird nach dem ersten Waschen eine Werbung für die Initiative.
Gera. Exit ließ 250 T-Shirts mit einem abwaschbaren Aufdruck herstellen, der einen Totenkopf und die Aufschrift "Hardcore Rebellen" sowie die geschwenkten Fahnen der so genannten freien Kräfte zeigt. Darunter befand sich ein nichtabwaschbarer Aufdruck mit der Botschaft "Was Dein T-Shirt kann, kannst Du auch - Wir helfen Dir, Dich vom Rechtsextremismus zu lösen". Der Clou: Erst beim Waschen in der Waschmaschine kam die wahre Botschaft zum Vorschein.

Unter dem Vorwand der anonymen Unterstützung des Rechtsrock-Festivals wurden die T-Shirts als Spende angeboten. Am Sonnabend wurden sie dann an die ersten Festivalbesucher verteilt. Bernd Wagner, der Gründer von Exit-Deutschland, sagte zu dieser Aktion: "Mit den T-Shirts wollten wir unser Angebot in der Szene bekannter machen und vor allem die jungen und noch nicht so gefestigten Rechtsextremen ansprechen."

SPD-Innenpolitiker fordert neues NPD-Verbotsverfahren

Unterdessen forderte der Thüringer SPD-Innenpolitiker Heiko Gentzel ein erneutes Verbotsverfahren gegen die NPD nach dem Neonazi-Aufmarsch in Gera gefordert. "Die Nazi-Kundgebung am Wochenende in Gera hat wieder einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, der rechtsextremen NPD den Boden zu entziehen", erklärte Gentzel. Daher sei es an der Zeit, entschlossen und partei- und länderübergreifend ein erneutes NPD-Verbotsverfahren auf den Weg zu bringen.

"Es kann nicht sein, dass die NPD ihre Vorrechte als Partei ausnutzt, um ein menschenverachtendes Hass-Musikfestival als parteipolitische Veranstaltung zu verkaufen, die dann auch noch auf Kosten des Steuerzahlers von der Polizei geschützt wird", so Gentzel weiter. Ein NPD-Verbot sei daher ein wichtiger Schritt, um Derartiges in Zukunft zu verhindern. Gentzel stuft die NPD als klar verfassungsfeindlich ein, was durch die Erkenntnisse der Verfassungsschutzbehörden erwiesen sei. "Unsere Demokratie ist eine wehrhafte Demokratie", betont der SPD-Politiker. Fehler der Vergangenheit gelte es hier allerdings zu vermeiden. VMänner dürften natürlich nicht als Zeugen aussagen. "Wenn das gewährleistet ist, hat ein Verbotsantrag realistische Chancen", ist sich Gentzel sicher.

Lade Daten ...

mar / 10.08.11 / TLZ
Z89B898490110
Canonical URL
Kommentare
11.08.11 - 13:42
Sunny
Viel Besser sind diese T-Shirt Produzenten auch nicht. Damit stellen diese sich doch genauso auf eine Ebene wie die Rechten. Außerdem, was hat dies für einen Sinn? Letztendlich werden diese T-Shirts auch nur weggeworfen. Und Verbote bringen generell nichts!!!! Ich denke, man sollte die Rechten gewähren lassen. Man sollte keine Gegendemos veranstalten, damit bekommen doch die Rechten erst Recht Aufmerksamkeit. Die sollen doch ruhig ihr Festival veranstalten. Mich persönlich stört dies nicht, solange diese Gruppen mich in Ruhe lassen. Ich finde die Linken schlimmer! Die Provozieren wie es nur geht. Am besten die Rechten ignorieren. Das ist immer besser, als mit irgendwelchen Demos oder Initiativen aufzutreten.
10.08.11 - 14:15
so ein Bart
aaaaaaaaaaaaaaaalt. Sonst gibt es nichts zu berichten, oder?
10.08.11 - 09:04
Rentner
Ich bin auch gegen ein Verbot. Verbote bringen nichts. Dann laufen sie woanders hin. Braune Gesinnung gibt es nicht nur in der NPD. Ich finde die Aktion mit den T-Shirts klasse, obwohl ich schon 65 bin. Auch wenn es in den Augen mancher Kommentarschreiber nichts bringt ist es doch eine Lachnummer und für die Teilnehmer, die voller Stolz ein solches Shirt nach Hause getragen haben sicher peinlich, na ja, ich hätte die Gesichter auch gerne gesehen, denn schon bei der Vorstellung komme ich ins Schmunzeln. Vielleicht findet man in der nächsten Zeit mal eine klare Definition, was ist eine Veranstaltung und was ist eine Politische Demonstaration. Meiner Meinung nach wird hier eine Veranstaltung unter dem Deckmäntelchen einer parteipolitischen Demonstration durchgeführt. Würde das ganze als Veranstaltung gewertet, dann könnte man durch Genehmigung eines entsprechenden Sicherheitkonzeptes, wie es seit Duisburg üblich ist, die Kosten weitgehend auf den Verantalter abwälzen.
10.08.11 - 01:21
genervter
@Börsenchrash, Eurokriese, Fukushima...und einigen sind TShirts wichtiger...Bauerntheater ....danke, für diese objektiven worte! 100% agree!
09.08.11 - 23:54
Börsenchrash, Eurokriese, Fukushima...und einigen sind TShirts wichtiger...Bauerntheater
Meinungsfreiheit ist eine Grundsäule der Demokratie. Eine Demokratie die keine schlechten Meinungen aushalten kann ist keine...
09.08.11 - 22:34
Fluffy
Nicht Exit hat die Shirts drucken lassen, sondern eine Marketing-Agentur, die anonym bleiben will. Das Unternehmen übernahm auch die Kosten für den Druck. So stehts jedenfalls in dem Artikel von der Online-Süddeutschen. (http://www.sueddeutsche.de/panorama/aktion-auf-rechtsrockfestival-trojaner-t-hemd-legt-neonazis-rein-1.1129735 ...auf Seite 2) Dass dieser umfangreicher ausgefallen ist, als der Artikel hier auf gera.otz.de wundert mich.
09.08.11 - 22:30
Schlapplacher
@ sardanapal: Du kannst ganz beruhigt schlafen, die Aktion hast du bestimmt nicht via Tabaksteuer und Biersteuer mit ermöglicht: "Finanziert wurde die Aktion ... von einem Marketing-Experten aus Hamburg, der lieber anonym bleiben möchte." Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,779336,00.html
09.08.11 - 22:23
Der Typ auf der Couch
Als ob Nazi Klamotten waschen :D Die tragen alles, bis es schön braun ist! Top Aktion weiter so! Statt die SPD sich mal an sowas beteiligt, anstatt sinnlose Diskussionen über ein Parteiverbot zu führen...
09.08.11 - 20:01
Karsten T.
Die Idee ist auf jeden Fall grandios. Ich hätte gern die die Gesichter nach dem ersten Waschen gesehen. Ob das wirklich was bringt ist eine andere Sache aber wenn darüber geredet wird hatt es ja auch einen Sinn....
09.08.11 - 16:17
sardanapal
"Die EXIT lebt zum größten Teil von Spenden!!!"---- Aha – zum größten Teil sogar.. Aber wie groß der Teil – 2%..? Oder ganze 3%..? Mehr kann es nicht sein. Denn, wer will dafür Spenden..? Nicht für hungere Kinder, nicht für arme Leute, nicht für die die Hilfe wirklich brauchen – sondern für einen ziemlich absurden, absolut politischen Projekt und zwar dafür, dass die Leute aus einer Oppositionspartei (die übrigens etwa um 1,5% Wählerstimmen bei der Bundestagswahl gesammelt hat) austreten.. Also, absolut sinnloser Zweck, dazu ist noch ziemlich antidemokratisch und klar unklug. Ich glaube, so viele solche freiwillige Spender in Deutschland gibt es nicht. Also, wenn einige es wollen: von Spenden aus der Stadtkasse.
09.08.11 - 15:31
b.schnell
@Aki Attac: geht aus der kleinen anfrage auch hervor, durch was diese viertel-millionen euro verursacht wurden? ich denke zum großen teil durch das erhebliche polizeiaufgebot und die absperrmaßnahmen welche bei ordentlichen und natürlich auch von mir gern gesehenen gegendemonstrationen nicht nötig wären! aber nein.....da muss es immer ein paar unbelehrbare zum großen teil minderjährige geben die solche eigentlich friedlichen proteste in sinnlose gewalt umschlagen lassen was ein solches polizeiaufgebot dann erfordert. diese kosten also allein "rechts" in die schuhe zu schieben wäre grundlegend und von anbeginn falsch!...aber es war ja auch nur ne kleine anfrage;-) @blackspade da war wohl mal jemand nicht ihrer meinung und da wird diese person gleich in die rechte ecke gedrückt!schade und ausdruck von noch weniger geistigen potenzial.
09.08.11 - 15:08
BlackSpade
Eine großartige Aktion! Und am Schreiberling "klaus" kann man auch sehr gut das geistige Potenzial der rechten HONKs erkennen.
09.08.11 - 14:53
Georg Wintersonnenwende
So ein kleines Spässchen am Rande, soll nun der NPD geschadet haben? Es war mal wieder kostenlose Werbung für eine Partei mit einen jungen Altersdurchschnitt. Wenn man es sich leisten kann, für solche Sachen Geld auszugeben, muß es sich um ein hohes Spendenaufkommen bei dem Verein Exit handeln. Herzlichen Glückwunsch! Ich hätte auch gerne so ein T-Shirt. Aber wenn es geht ein Waschechtes!
09.08.11 - 14:19
Katja
@ Peter: Exit ist doch eine Initiative, die von Stiftungen und Projektförderungen getragen wird. Nicht durch den Steuerzahler. Der musste indirekt nämlich für die Bewachung des Festes zahlen.
09.08.11 - 14:03
Aki Attac
@Peter L. Eindeutig, dass du deinen eigenen Namen nicht verwendest, sondern unter einem einem Stadtbekannten Menschen einen Mantel suchst. Aber egal. Zu deiner Aufklärung: Die EXIT lebt zum größten Teil von Spenden!!! Glaub' nicht alles, was RfD-Veranstalter euch erzählen wollen. Bevor du eine Meinung bildest, solltest du dir Quellen besorgen, nicht einfach Meinungen anderer kopieren! Ich habe den Beitrag von RfD auch gelesen, das ist eine LÜGE!!! Von Spendengeldern, die in einen Verein fließen, der sich für den Ausstieg Rechtsextremer aus der Szene einsetzt ist es doch logisch, dass keine Jugendclubs gebaut werden... Leute, die die EXIT unterstützen, wissen genau, wofür das Geld eingesetzt wird. Also, runter kommen! Das hat nichts mit Steuergeldern zu tun! Aber das "Rock für Deutschland" hat Steuergelder gefressen & willst du wissen wie viel? Schätzungsweise eine Viertelmillion!!! (Diese Schätzung beruht auf den Quellen der "kleinen Anfrage" des Landtages Thüringen der letzten Jahre)
09.08.11 - 13:13
Peter L.
Eine sinnlose Aktion! Ich glaube nicht, das jetzt die Leute aussteigen werden. Wenn man bedenkt, das man mit den Geld Jugendclubs finanzieren hätte können, oder andere Dinge. Wieder mal tausende Euro wegen einer schwachsinnigen Witzaktion vergeudet, welche vom Steuerzahler finanziert wurden.
09.08.11 - 12:32
sardanapal
"Es kann nicht sein, dass die NPD ihre Vorrechte als Partei ausnutzt, um ein menschenverachtendes Hass-Musikfestival als parteipolitische Veranstaltung zu verkaufen, die dann auch noch auf Kosten des Steuerzahlers von der Polizei geschützt wird",--- wenn Herr Gentzel Demokratie abschaffen will, kann er mit seiner Partei mit solchen Vorschlägen im Bundestag auftreten. Dank Demokratue darf er es noch. Wenn es nur um Kosten geht, dann ist es eine Frage zu allen die zu Protesten aufrufen. Ohne ihre Protesten braucht die Maßnahme nicht so viel Aufwand von Polizei. Also, Runde Tisch gegen rechts, Bündnis gegen rechts, alle Parteien die beteiligt worden, persönlich Herr OB N.Vornehm, andere Personen - alle sind bekannt, es gibt also kein Problem für Herr Gentzel, wenn er über die Kostenerstattung mit Kostenverursacher sprechen will. Wo war aber Herr Gentzel mit seinen Recherchen bevor..?
09.08.11 - 11:46
klaus
wenn ich son rotz lese kommt mir das kotzen. warum sollte die npd verboten werden? tzzz und wenn sie verboten wird kommt eine neue rechten partei. so sinnlos ey. ich meine die durfen auch eine demo machen wie die linken. und über die linke gewalt spricht och keiner. oder wer brennt andauerd autos an? meist sind das die linken aber davon wird fast nie geredet. naja tolerant soll wir sein das seit auch tolerant zu anderen meinungen. es sind nicht alle so krass drauf wie ihr schreibt. und jeder hat irgendwann mal rechtes gedankengut? ach ja ich bin kein rechter. mich kotz nur an das alle über ein kamm geschert werden. und das immer nur einseitig berichtet wird
09.08.11 - 10:26
Günter
Mehr zu der Aktion von EXIT-Deutschland mit Verweis auf die Internetseite unter: www.facebook.com/exitdeutschland
09.08.11 - 09:55
Ausgewanderter
""Es kann nicht sein, dass die NPD ihre Vorrechte als Partei ausnutzt, um ein menschenverachtendes Hass-Musikfestival als parteipolitische Veranstaltung zu verkaufen, die dann auch noch auf Kosten des Steuerzahlers von der Polizei geschützt wird", so Gentzel weiter." - Herr Gentzel, wie stehen Sie denn zu den momentanen Machenschaften im Eichsfeld und Erfurt?
 
zum Thema
weitere Meldungen
aktuelle Videos
Fotoserien aus Thüringen
Linktipps