Demenz belastet nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Personen, die die Demenzkranken betreuen und pflegen. Wie Angehörige von Menschen mit einer Demenz unterstützt werden können, untersuchen Forscherinnen der Universitäten Jena und Hildesheim. Archivfoto: dpa
Demenz belastet nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Personen, die die Demenzkranken betreuen und pflegen. Wie Angehörige von Menschen mit einer Demenz unterstützt werden können, untersuchen Forscherinnen der Universitäten Jena und Hildesheim.
Jena. Dass psychologische Unterstützung den Pflegenden hilft, hat eine ihrer Untersuchungen bewiesen. Über 100 Angehörige wurden dabei drei Monate lang in Telefongesprächen von versierten Psychologinnen begleitet. Sie berichteten danach von einem verbesserten Gesundheitszustand, von verringerten depressiven Symptomen und einer erhöhten Lebensqualität. Zweite Studie startet zur Beratung PflegenderJetzt wollen die Psychologen eine zweite Studie starten. Erstmals soll das qualifizierte psychologische Unterstützungsangebot in bestehenden Versorgungsstrukturen erprobt werden. Über ein Jahr sollen 120 Studienteilnehmer in Vergleichsgruppen begleitet werden. Zwei Gruppen erhalten sechs Monate lang psychotherapeutische Unterstützung eine davon per Telefon. Die persönliche Beratung findet in Jena, München und Berlin statt, die telefonische bundesweit. Bei den Gesprächen geht es u. a. um den Umgang mit belastenden Gedanken und Sorgen oder mit sozialer Isolation. "Wir vergleichen die Wirkungen der telefonischen Unterstützung mit denen einer persönlichen Begegnung", nennt die Jenaer Psychologin Kathi Albrecht das Ziel.
Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das aktuelle Forschungsprojekt von 2012 bis 2015 mit 480 000 Euro. Kooperationspartner sind die Universitäten Jena und Hildesheim, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. und die Alzheimer Gesellschaft München e. V. Demenzkranke werden meist zu Hause betreutIn Deutschland leben derzeit rund 1,4 Millionen Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Über 70 Prozent von ihnen werden zu Hause von einem Familienmitglied betreut. Für die Studie werden bundesweit Angehörige gesucht, die einen Demenzkranken zu Hause pflegen und bisher keine therapeutische Unterstützung erhielten. Interessierte melden sich per E-Mail an: teletandem@uni-jena.de. Oder sie wenden sich an Dipl.-Psych. Kathi Albrecht, Tel. (03641) 945 175; montags 13 bis 14 Uhr und dienstags 9 bis 10 Uhr) oder an Dipl.-Psych. Franziska Meichsner, Tel. (03641) 945 178; mittwochs 10 bis 11 Uhr und 16.30 bis 17.30 Uhr, oder nach Vereinbarung.