Wen sich Eisenacher Bürger für das Amt des Bundespräsidenten wünschen
Porträt
Wer wird für das nächste Präsidentenbild abgelichtet? Foto: Jüngel
Horst Köhler hat das Handtuch geworfen. Jetzt muss ein neuer Bundespräsident her, nur wenige Wochen bleiben dafür Zeit. Wen wünschen sich die Menschen in Eisenachs Innenstadt für das höchste deutsche Amt?
Eisenach. "Ursula von der Leyen ist mein Favorit, sie hat Ahnung", meint der Eisenacher Michael Henke. Als Familien- und Arbeitsministerin habe sie sich bisher gut gemacht. Und: "Es muss mal jemand Junges ran." Von der Leyen ist 51 Jahre alt. "So richtig Gedanken habe ich mir darüber noch nicht gemacht, aber man sollte diesmal genau ausloten, um einen Geeigneten zu finden", sagt Gerhard Krug aus Tiefenort. Von denen, die momentan im Gespräch sind, ist ihm von der Leyen die überzeugendste Kandidatin. "Am besten gar keinen Bundespräsidenten, der Steuerzahler muss schon jetzt Altpräsidenten durchfüttern", wetterte der Eisenacher Klaus Zeuchner: "Wir müssen uns überlegen, ob wir uns das überhaupt noch leisten können." Solche Posten seien einfach zu teuer. Wenn der Bundespräsident seinen Job verliere, müsse er wie jeder andere Arbeitnehmer behandelt werden. Es könne nicht sein, dass er bis zum Lebensende eine horrende Pension bezieht. "Ich bin für Frank-Walter Steinmeier
, er ist in der Lage, Deutschland nach innen und außen zu repräsentieren, er kennt die Politik bereits und ist in einer namhaften Partei verankert", meint Hans Reuter, ein Tourist aus Nürnberg. Schon als Minister habe er kluge Reden gehalten. "Nach neun Männern muss jetzt endlich mal eine Frau ran", fuhr seine Frau dazwischen. Joanna Rader aus Treffurt meint: "Horst Köhler hätte bleiben sollen, er war gut." Auch sie denkt, dass Steinmeier das Zeug zum Bundespräsidenten hätte. "Die von der Leyen ist nicht verkehrt", lässt sich Johannes Knuthas aus Ronshausen entlocken. Sympathisch findet er auch die einstige evangelische Bischöfin Margot Käßmann.
"Mein absoluter Favorit ist Helge Schneider", sagt hingegen der Eisenacher Steffen Löber mit einem Schmunzeln. Der sei lustig und bringe Schwung in den Laden. Auf die Frage nach seinem Favoriten antwortet der Eisenacher Hans-Werner Sachau spontan: "Ich habe meine Bewerbung schon abgegeben." Er hat unter dem ins Gespräch gebrachten Personenkreis keinen Wunschkandidaten ausgemacht. "Spinnen tun die alle, egal von welcher Partei", meint er. Ihm ist es schnuppe, wem im Ausland der rote Teppich ausgerollt wird. Richard von Weizsäcker und Gustav Heinemann hätten ihren Job zu 80, 90 Prozent gut gemacht, aber die anderen... Von Ursula von der Leyen sind Sabine Thurau und Tochter Wibke angetan. "Sie ist sympathisch, intelligent, hört zu und versprüht eine ansteckende Leichtigkeit", sind sich beide einig. Mit dem Fotoapparat begleitete Sabine Thurau von der Leyen im vorigen Jahr beim Eisenach-Besuch im "Audimax". Hätte auch jemand aus der Region bei ihr eine Chance? Sabine Thurau überlegt: "Ute Lieske oder Annette Backhaus die wollen ehrlich etwas für ihre Stadt erreichen." Die eine ist Bürgermeisterin, die andere Kinderbürgermeisterin.