Wohungsleerstand in Thüringen nimmt zu

  • Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Thüringen, wie hier in Sondershausen, werden bis 2025 auf rund 180.000 wachsen. Foto: Ireen Wille Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Thüringen, wie hier in Sondershausen, werden bis 2025 auf rund 180.000 wachsen. Foto: Ireen Wille
In Thüringen wird die Zahl der leerstehenden Wohnungen bis 2025 auf rund 180.000 wachsen. Dennoch müssen auch weiterhin neue Wohnungen gebaut werden, weil der derzeitige Bestand künftig nicht mehr dem Bedarf entspricht. Das geht aus dem 1. Thüringer Wohnungsmarktbericht hervor, den Bauminister Christian Carius (CDU) am Donnerstag in Sömmerda vorstellte.
Sömmerda. Nach der im Auftrag der Landesregierung vom Berliner Beratungsunternehmen Empirica erstellten Studie werden angesichts der demografischen Entwicklung nicht nur die Haushalte immer kleiner, sondern auch deren Zahl immer geringer. Hinzu komme eine Wanderung vom Land in die Zentren. "Obwohl wir Leerstände auf dem Thüringer Wohnungsmarkt haben, ist weiterer Neubau auch in den nächsten Jahren notwendig", sagte Carius.

Derzeit gebe es in Thüringen schätzungsweise 40.000 bis 60.000 leerstehende Wohnungen, sodass auch künftig Wohnungen abgerissen werden müssten. Zugleich müssten bis 2025 jedes Jahr knapp 4.900 Ein- und Zweifamilienhäuser und knapp 1.800 Mehrfamilienhäuser, sagte Carius. Darin enthalten sei der jährliche Mehrbedarf an etwa 3.000 seniorengerechten Wohnungen.

Der Direktor des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft, Hans-Joachim Ruhland, sagte, 90 Prozent der von den Mitgliedern seines Verbandes betreuten Wohnungen seien saniert oder teilsaniert. Damit gebe es in Thüringen einen vorbildlichen Standard. Aber die Wohnungen "haben die falsche Qualität und stehen am falschen Ort". Dabei gehe es nicht einfach nur um altersgerechtes Wohnen, sondern um viele Dinge des täglichen Lebens wie Stellplätze für Behindertenfahrzeuge, Aufzüge oder Pflege- und Dienstleistungseinrichtungen in der Nähe.

Ruhland verlangte deshalb eine Verstetigung der Wohnungsbauförderung des Bundes auf hohem Niveau. Jedes Jahr seien rund 500 Millionen bis 530 Millionen Euro erforderlich. Nach Angaben von Carius beträgt die Förderung in diesem und im nächsten Jahr jeweils 455 Millionen Euro.

Der Thüringer Wohnungsmarkt in sechs Daten

  • Die Bevölkerung wird sich von 2,2 Millionen Einwohnern 2009 auf 1,89 Millionen Einwohner 2025 verringern.
  • Die Zahl der Haushalte wird von 2009 bis 2025 um etwa 124.000 auf etwa eine Million sinken.
  • Dabei wird die Zahl der kleinen Ein- und Zwei-Personen-Haushalte um 24.000 sinken, die der großen Mehrpersonenhaushalte um 100.000 abnehmen.
  • Zunehmen wird allein die Zahl der Haushalte mit Bewohnern im Alter von 60 und mehr Jahren, und zwar um 140.000 bei den kleinen und um 7.000 bei den größeren Haushalten.
  • Die durchschnittliche Haushaltsgröße verringert sich damit von 1,98 im Jahr 2009 auf 1,88 im Jahr 2025.
  • Landesweit wird die Wohnungsnachfrage bis 2025 um zehn Prozent sinken, mit Ausnahme von Weimar (plus neun Prozent), Jena (plus sieben Prozent) und Erfurt (plus drei Prozent).
(Quelle: Wohnungsmarktbericht Thüringen. Hrsg. Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr. 2012. Erstellt von empirica ag Berlin)

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29.03.12 / dapd
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Kommentare
30.03.12 - 07:42
Nord-Bayer
Wenn man durch unsere Thüringer Städte geht (normale Städte, nicht die "Leuchttürme"), dann kann einem himmelangst werden. Das sieht überall aus, als wäre die Pest durch. Reißt die Ruinen wenigstens weg, macht Grünfläche und tut wenigstens so, als würden noch Leute dort wohnen. In 20 Jahren haben sich 50% der Dörfer und kleinen Städte sowieso erledigt, dann könnt ihr aufforsten, oder Solaranlagen für den Stromverbrauch in Bayern stellen, hier in Thüringen wird es keinen mehr geben, der Strom braucht.
 
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