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Regent am Hopfenberg bringt leckeren Rotwein

Promo-Geschäftsführerin Andrea Fischer und Mitarbeiter Harald Mascher im Weinberg Großvargula (Unstrut-Hainich).

Der Hang im Unstruttal, zu dem der Weg mit dem so passenden Namen "Winzer" führt und wo auf rund 7500 Quadratmetern Anbaufläche rund 3000 Rebstöcke der Rotweinsorte "Regent" wachsen, ist schon von weitem gut zu sehen. Er gehört eigentlich zum "Hopfenberg". Ein solcher Flurname auf der Flasche könnte jedoch zu Irritationen führen, weshalb der Name für den leckeren Rotwein abgeleitet worden ist: "Großvargulaer Mons Lupi".

Klingt vielversprechend. Ist er auch, denn der erste Wein, der im vergangenen Jahr aus rund 800 Kilogramm Lesegut gekeltert und auf 1200 Flaschen gezogen wurde, soll "der beste Wein in Thüringen des Jahres 2003" gewesen sein, freut sich Andrea Fischer, Geschäftsführerin der ProMo Bad Langensalza. Mitarbeiter dieser Beschäftigungsgesellschaft kümmern sich um den Großvargulaer Weinberg, der seit drei Jahren offiziell als Rebfläche in Thüringen zugelassen ist.

Weinreben der Sorte Regent in Großvargula.

Rebstöcke standen dort am Hopfenberg aber auch schon früher. Seit 1953  so berichtet Andrea Fischer  seien dort Reben für die DDR gezüchtet worden. Doch nach der Wende gab die private Betreiber-Familie Helbing 1998 die Rebfläche auf. Der Steilhang wurde gerodet. Die ProMo jedoch erkannte im Zusammenwirken mit dem Arbeitsamt die Chance einer Fortführung des Weinbaus, galt es dabei doch, für diesen Anbauzweck bereits ausgewiesene Flächen im Unstruttal im Rahmen der genehmigten und begrenzten Kontingente zuu sichern und so auch als Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten.

Doch bevor die ersten Reben nach der Neuanpflanzung gelesen werden konnten, galt es, mühevolle Kleinarbeit an der Steilllage zu verrichten. Fachkundigen Beistand erhielt die ProMo bei ihrem Weinberg-Projekt von Andreas Clauß, dem Chef des Thüringer Weingutes in Bad Sulza. Der gebürtige Württemberger stand und steht nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, in seinem Weingut werden die Trauben aus Großvargula auch gekeltert.

Fünf Mitarbeiter der ProMo kümmern sich aktuell um die Regent-Rebstöcke am Hopfenberg. Für Geschäftsführerin Andrea Fischer ist ein Ziel klar: die Ausweitung der Rebflächen in Großvargula. Entsprechende Flurstücke stünden aus der Landwirtschaft in der unmittelbaren Nachbarschaft auch zur Verfügung. Die Kontakte mit der für die in Frage kommenden Flächen zuständigen Agrargenossenschaft sind bereits geknüpft. Was fehlt, das sind aber die freien Quoten, denn europaweit ist der offizielle Weinbau reglementiert und kontingentiert.

Andrea Fischer hofft aber, das Erweiterungen genehmigt werden. Denn das Klima im Unstruttal in Großvargula ist recht günstig für den Weinanbau. Ohnehin registrieren die "Wetterfrösche" der Region, dass es in diesen Breiten übers Jahr gesehen ja immer wärmer wird. Und für den Arbeitsmarkt im Unstruttal wären zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten ohnehin sehr wichtig.

Ein bisschen stolz sind die ProMo-Weinanbauer darauf, dass nach einem gescheiterten ersten Versuch der Pflanzung schließlich im zweiten Anlauf mit der pilzresistenten Rebsorte "Regent" im vergangenen Jahr ein so gutes Leseergebnis am Hang und dank der guten Kellermeisterarbeit in Bad Sulza ein ausgezeichnetes Resultat in der Flasche erreicht werden konnte. In Großvargula wird auf ökologischen Weinanbau gesetzt, bis jetzt konnte auf Spritzen und Düngen verzichtet werden. Möglicherweise kommen aber ganz andere "Genießer" angesichts der sich momentan gut entwickelnden Trauben auf den Geschmack  die Vögel. Damit die nicht in großen Scharen über die Trauben herfallen, hat die ProMo vorsorglich Netze angeschafft, um gegebenenfalls so die Rebstöcke zu schützen.

Mag sein, dass einige Dorfbewohner der Unstrutgemeinde schon geglaubt haben, an ihrem Hopfenberg seien Hopfen und Malz verloren. Mit den Reben in der Ortslage und dem "Großvargulaer mons lupi" bekommt nicht nur die kleine Straße "Winzer" die namensgegebende Bedeutung zurück. Vielleicht "mausert" sich Großvargula ja zu einem richtigen kleinen Weinort und knüpft dann an die alte Weinanbautradition von Saale-Unstrut an. Es soll historisch belegt sein, dass schon im Mittelalter hier an den Unstruthängen Wein angebaut wurde.

Beim 12. Bad Sulzaer Weinfest am vorletzten August-Wochenende wird auch die Thüringer Weinprinzessin gekürt, die wenige Tage später am 15. Weimarer Goethe-Weinfest der TLZ vom 26. bis 29. August als Gast dabei sein wird.

21.08.2004 Von Dieter Lücke

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