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Ohne Winzerfleiß gelingt der Weinanbau nicht: Hobbywinzer Gernot Poßögel (rechts) muss alljährlich hunderte Stunden Knochenarbeit im eigenen Ammerbacher Weinberg verrichten, hier unterstützt von Hans Lehmann und Karlheinz Guttmacher. Foto: tlz/Bernst
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Die Weintraube wird vielleicht in der Zukunft Jenas wieder an Bedeutung gewinnen, denn in einigen Stadtteilen sowie Gemeinden in der Nachbarschaft setzen seit einigen Jahren Freizeit-Winzer auf geeigneten Flächen Rebstöcke und bewirtschaften die Kulturen.
Siegfried Boy, Weinbaupräsident von Saale-Unstrut aus Gleina, deutete auf TLZ-Befragen bei der offiziellen Jungweinprobe 2004 in Freyburg an, dass sich das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, das sich mit Ausläufern bis nach Höhnstedt bei Halle und Werder bei Potsdam erstreckt, schon in nächster Zeit offiziell um zunächst mindestens 4 Hektar Weinanbaufläche in und um Jena vergrößern würde.
An engagierten Hobbywinzern fehlt es in Jena nicht. Reinhard Bartsch, Vorsitzender des Altstadtvereins, ist einer der engagiertesten seiner Stadt, betreibt Weinbau am traditionsreichen Käuzchenberg in Zwätzen und brachte vor vier Jahren das St. Urbans-Weinfest in Jena auf den Weg, welches 2003 zusammen mit dem Hanfried-Geburtstag tausende Besucher anlockte. Und so hat Jena inzwischen auch eine eigene Weinprinzessin, die den Käuzchenberg im Titel führt. Und wenn Gernot Poßögel, langjähriger Ortsbürgermeister von Ammerbach, heute (3. April 2004) in seinem Weinkeller, einem alten Kellergewölbe unter einer alten Scheune im Familienbesitz seinen 55. Geburtstag feiert, dann gibt es Wein aus dem eigenen Anbau. Mehrere hundert Stunden verbringt der Hobbywinzer pro Jahr tatkräftig mit anderen Mitstreitern, um seine mittlerweile schon 1500 Rebstöcke zu pflegen. Müller-Thurgau und Weißburgunder hat er zunächst ausgebaut, dann noch den roten Regent gesetzt, die Sorte hat hier Zukunft. Poßögels Wein, in einem Betrieb in den Nähe gekeltert, sei von guter Qualität, freut sich der liberale Politiker. Auch wenn der Ertrag mit 60 Litern Wein noch bescheiden war.
Er und seine Mitstreiter in Ammerbach, wo St. Urban im Schnitzalter der Kirche an die örtliche Weinbautradition erinnert, setzen große Erwartungen auf den roten Regent, wollen von dieser Rebsorte weitere Stöcke setzen. Aber auch auf geeigneten Flächen Richtung Bürgel und rund um die Leuchtenburg bei Kahla fordern inzwischen immer mehr Rebstöcke die fleißigen Hobbywinzer heraus. In Bad Frankenhausen betreibt ein inzwischen pensionierter Ingenieur schon seit mehr als drei Jahrzehnten Hobby-Weinanbau. Und auch in Großvargula werden am Hopfenberg jetzt Rebstöcke gepflegt. Für die Freizeitwinzer ist es nach viel Arbeit immer wieder etwas besonderes, wenn sie dann bei passenden Gelegenheiten im Freundeskreis mit einem guten Tropfen aus eigenem Anbau aufwarten können.
Von Dieter Lücke
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