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FC Carl Zeiss muss erneut zuschauen

  • Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena abgesagt: Der Fußball-Platz im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld ist mit Schnee überzogen und tiefgefroren. Foto: Tino Zippel Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena abgesagt: Der Fußball-Platz im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld ist mit Schnee überzogen und tiefgefroren. Foto: Tino Zippel
Das Heimspiel des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena gegen den 1. FC Heidenheim am Sonnabend fällt aus. Der Platz im Ernst-Abbe-Sportfeld ist mit Schnee überzogen und tiefgefroren, weil die Rasenheizung diese Saison aus bleibt. Voriges Jahr kostete ihr Betrieb über 50.000 Euro.
Jena. Trotz Sonnenscheins fegt eisiger Wind über das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld. Bei Minus 13 Grad halten selbst Handschuhe die Kälte nicht ab. Über dem Platz liegt eine Schneedecke. Nein, bespielbar sei das Geläuf nicht, sagen die Mitglieder der Platzkommission und empfehlen die Absage der für Samstag geplanten Partie zwischen dem FC Carl Zeiss und dem 1. FC Heidenheim.

Stunden später bestätigt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Spielausfall. Zum zweiten Mal in Folge müssen die Jenaer Fußballer zuschauen, wenn die Konkurrenz Punkte gegen den Abstieg sammelt. Der Abstand auf den rettenden 17. Platz droht zu wachsen, was wiederum den Spielern den Mut nehmen könnte, befürchten die Führungskräfte.

"Wir hätten sehr gern gespielt, haben uns gezielt auch auf diese Bodenverhältnisse vorbereitet", sagt Jenas Trainer Petrik Sander, der seine Mannen diese Woche bewusst auf schneebedecktem Platz trainieren ließ. "Letztlich müssen wir uns eingestehen, dass es die Bedingungen wirklich nicht zulassen, am Samstag zu spielen."

Die Spielabsage verwundert, hatten die Jenaer doch vor vier Jahren eine Rasenheizung einbauen lassen, die in der zweiten Bundesliga zur Pflichtausstattung zählte. "Aus Kostengründen haben wir sie in diesem Winter nicht eingeschaltet", sagt Jenas Präsident Rainer Zipfel. Da die Technik keine Bedingung für die Lizenz ist, kann sich auch der DFB nicht beschweren.

Im laufenden Betrieb verursacht die Rasenheizung hohe Kosten. Gespeist von der Fernwärme verschlingt sie pro Tag auf der höchsten Stufe 700 Euro. Sie einfach nur am Spieltag anzuwerfen, bringt laut Pressesprecher Andreas Trautmann nichts. Nur wenn sie kontinuierlich laufe, halte sie den Boden frostfrei. Im vergangenen Jahr verbrauchte die Rasenheizung 50 000 bis 60 000 Euro.

Den Plan, auf Schneeboden zu spielen, verwarf die Platzkommission. Die Halme könnten brechen, so dass das nächste Heimspiel im Februar gegen die Spielvereinigung Unterhaching in Gefahr wäre.

Allerdings, selbst mit bespielbarem Platz wäre es wohl nichts mit der Begegnung an diesem Wochenende geworden. Die Traversen und Wege im Stadiongelände sind vereist und könnten wenn überhaupt nur mit hohem Aufwand vom Glatteis befreit werden. "Das zeigt, dass eine Rasenheizung in einem nicht überdachten Stadion nur die Hälfte Wert ist", sagt Trautmann und unterstreicht damit, warum sich der FC Carl Zeiss für den Neubau einer Multifunktionsarena einsetzt.

Unterdessen hat der DFB das erste Nachholspiel angesetzt. Die Jenaer sollen nun am Dienstag, 21. Februar, um 19 Uhr in Münster antreten. Am nächsten Sonnabend steht das Auswärtsspiel bei den Offenbacher Kickers auf dem Programm. Dieses Wochenende wollen die Jenaer, um in Schwung zu bleiben, ein Trainingsspiel absolvieren.

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Tino Zippel / 03.02.12 / OTZ
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Kommentare
03.02.12 - 21:14
Wickie
Könnte man denn nicht über die neue Multifunktionsarena ein Dach ziehen? Ich glaube beim Galaxsea wird gerade eins abgebaut
03.02.12 - 13:04
Swenito
Freilich sind englische Wochen Mist, aber neben den finanziellen Verlusten die dadurch verhindert werden, gewinnen wir auch Zeit um die Neuzugänge ordentlich ins Team zu integrieren.
03.02.12 - 10:32
marcus
ach ja stimmt ja! in anderen stadien gibts ja keine probleme mit vereisten rängen und niedrigen temperaturen... mein fehler!
03.02.12 - 09:57
meine wenigkeit
Wenn ich diese Kommentare unten shcn wieder lese... Erinnert euch nur an die letzten Jahre. Da sind trotz Rasenheizung Spiele ausgefallen weil die Ränge vereist waren und ncht geräumt werden konnten. Wie TZ Im Artikel schreibt, drohte diese Situation auch dieses mal wieder. Insofern hat der Verin hier vollkommen richtig gehandelt. Alles andere wäre Geldverschwenung gewesen ...mal ganz davon abgesehen, dass die Zuschauerzahl bei den derzeitigen Temepraturen ohnehin im Keller läge und damit eine weitere finanzielle Belastung darstellen würde.
03.02.12 - 09:48
Willi
Da fällt einem nix mehr zu ein. In Chemnitz läuft die Rasenheizung seit Mittwoch. In J. hat man Geld für zig neue Söldner, aber nicht 60000 Euro für den Betrieb der Rasenheizung...Soviel Missmanagement gibt es eigentlich gar nicht. Wozu denn auch ein neues Stadion bauen? Die Heizung brauch dann nicht eingeplant werden. Wird ein bisschen günstiger. Und die Auswärtsfahrten in Liga 4 sind auch preiswerter...
03.02.12 - 08:39
marcus
nun heißt es also zweimal englische woche bitte! mindestens, denn wer weiss wie lang das wetter noch so bleibt. diese mehrfachbelastung könnte sich am ende vielleicht als stolperfalle erweisen. die tage war zu lesen, das aus geldmangel die rasenheizung auf minimalbetrieb gehalten wird. das kann ich dann wieder nicht nachvollziehen das in einer so richtungsweisenden phase der saison ausgerechnet DAFÜR kein geld locker gemacht werden konnte. man darf gespannt sein…
 
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