Schott Jena büßt durch Pleite in Sondershausen Rang zwei ein
Porträt
Die Sonderhäuser bejubeln einen ihrer Treffer, ein Jenaer zieht resigniert von dannen. Foto: Nico Kiesel
Schott Jena ist nach der 2:3-Pleite bei Eintracht Sondershausen durch den SC Heiligenstadt vom zweiten Platz der Verbandsliga-Tabelle verdrängt worden. Die Eichsfelder siegten 2:1 bei Schlusslicht Borsch. Spitzenreiter Wacker Nordhausen gewann 2:0 in Leinefelde und bleibt damit auch nach 19 Partien ohne Niederlage.
Erfurt. Rückkehrer Peter Thurnbacher, der kurzfristig für den verletzten Sebastian Meyer aufgeboten wurde, hatte beim 3:2-Sieg von Eintracht Sondershausen gegen Schott Jena die erste Chance des Spiels. Sein Kopfball in der dritten Minute ging knapp über das Gäste-Tor. Eintracht bestimmte die zu Beginn hektische Begegnung. Nach einem langem Pass von Marcel Wattrodt überlief Caspar seinen Gegenspieler und hob den Ball über Gäste-Keeper Patrick Tuche an den Innenpfosten. Von dort trudelte er knapp hinter die Torlinie, ehe ein Verteidiger klärte. Assistent David Weiler (Rengelrode) erkannte zu Recht auf Tor (14.). Nach einer Flanke Axel Dufts brachte Caspar mit dem Scheitel im Rückwärtslaufen seinen Doppelpack unter Dach und Fach (41.). Nach der Pause kam Jena deutlich verbessert aus der Kabine. Markus Hacker traf aus abseitsverdächtiger Position zum Anschluss (53.). Sondershausen hielt mit viel Kampf dagegen und wurde in der 69. Minute belohnt. Winter-Neuzugang Thurnbacher rutsche in die scharfe Eingabe Sören Krafts und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Kapitän Stefan Beckert bracht Jena nach 83 Miuten auf 2:3 heran. Jena warf nun alles nach vorn, aber Hacker traf in der letzten Sekunde nur den Außenpfosten.
Heiligenstadt klettert durch Sieg beim SV Borsch auf Platz zwei
"Wir sind über die 90 Minuten nicht richtig ins Spiel gekommen", befand Heiligenstadts Mannschaftsleiter Günter Heuschkel. Im ersten Abschnitt hatten die Einheimischen die besseren Einschussmöglichkeiten. Marius Bitzdorf (22.) lief ebenso alleine auf Heiligenstadts Schlussmann Patrick Jescke zu wie auch Niklas Kraus (23.). Zum Glück für die Eichsfelder vergaben die Angreifer kläglich. Bei der dritten Möglichkeit der Gastgeber zappelte der Ball aber im Netz. Lorenz Wiegand (35.) war zur Stelle. "In der ersten Halbzeit hatten wir Glück", bemerkt Heuschkel weiter. Eleftherios Basdekis (43.) erzielte den Ausgleich. Daniel Papst schickte den Angreifer mit einem langen Pass auf die Reise. Eiskalt verwandelte dieser dann die Steilvorlage. Im zweiten Abschnitt hatten dann zu Beginn Eleftherios Basdekis (47.) und Thomas Siebert (47.) jeweils eine gute Szene. "Die Schüsse wurden, aber im letzten Moment abgeblockt" berichtet Günter Heuschkel. Die Einheimischen zeigten eine kämpferisch gute Leistung, gingen teilweise resolut zur Sache. Die Eichsfelder kamen am Ende dank eines direkt verwandelten Freistoßes von Christopher Elsner (83.) noch zum Auswärtserfolg. "Ein glücklicher Sieg, aber darüber spricht in zwei Wochen keiner mehr. In der zweiten Halbzeit haben wir hinten besser gestanden. Mit unserer ersten Chance machten wir den Ausgleich, so Heiligenstadts Trainer Andreas Seipel.
Wacker Nordhausen behält weiße Weste
Freud und Leid lagen am Samstag im Leinesportpark dicht beieinander. Während die Leinefelder enttäuscht und aufgebracht den Rasen verließen, bejubelten die Nordhäuser einen weiteren Auswärtssieg, der allerdings etwas glücklich zustandekam. In der Schlussminute überschlugen sich die Ereignisse. Robin Teichmann (90.) wurde im Strafraum wenige Zentimeter vor der Torlinie durch Dominik Dahlke zu Fall gebracht. Der Unparteiische entschied auf Foulstrafstoß und zeigte dem Leinefelder Rot. Robert Stark verwandelte den Elfmeter, damit war das Derby entschieden.
Leinefeldes Dominik Dahlke (r.), hier im Zweikampf mit dem Nordhäuser Pascal Biank, kassierte in der Schlussminute die Rote Karte. Foto: Eckhard Jüngel
Lange Zeit lag eine Überraschung in der Luft. Martin Wiederhold (4.) hatte die erste Chance im Spiel für die Eichsfelder. Er schoss aus spitzem Winkel am Gehäuse vorbei. Ansonsten neutralisierten sich beide Mannschaften. Die Gastgeber gestatteten den Rolandstädtern nur eine Chance in der ersten Halbzeit. Und die nutzten sie. Steven Ebert (45.) bereitete den Führungstreffer auf der linken Außenbahn gekonnt vor, seinen präzisen Querpass lochte Robin Teichmann unhaltbar ein. Im zweiten Abschnitt hatten die Gastgeber drei gute Gelegenheiten zum Ausgleich, aber Weinrich (52./70.) und Rick Küntzelmann (76.) vergaben.
Meuselwitz II vergibt Sieg gegen Motor Altenburg
Durch eine starke Schlussphase hat Motor Altenburg gegen den ZFC Meuselwitz II doch noch einen Zähler geholt. Zuvor hatten die Gäste Motors Schwächen rigoros ausgenutzt und kamen durch zwei Kopfballtreffer von Tommy Kind (22./53.) und ein Elfmetertor durch Mirko Graf (61.) dem Auswärtssieg sehr nahe. Drei Minuten vor der Pause fiel der Altenburger Ausgleich. Nach einem weiten Ball vor das Meuselwitzer Tor netzte David Weiße ein. Nur drei Minuten später besorgte Toni Leutert gar die 2:1-Pausenführung für Motor. Nach dem Wiederanpfiff waren zunächst die Gäste am Zug und gingen schließlich 3:2 in Front. Dann drehte erneut Altenburg auf. Ausgleichschancen gab es in den letzten zehn Minuten fast im Minutentakt. Als Romeike in der 88. Minute sowohl Wegners Scharfschuss als auch den Kopfball von Marcel Peters parierte, schien die Partie gelaufen. Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit gab es noch einmal Freistoß für Motor. Toni Leutert schlenzte den Ball in die kurze Ecke zum Ausgleich.
Arnstadt nimmt Mühlhausen verdient die Punkte ab
Nach der hohen Niederlage in Heiligenstadt, verlor Union Mühlhausen nun auch das Heimspiel gegen den SV Arnstadt mit 0:3 und fällt damit im Abstiegskampf auf die drittletzte Position zurück. Union musste auf den gesperrten André Meyer, den erkrankten Oliver Göschick und den verletzten Patrick Kümpfel verzichten. Kurz vor der Pause fiel nach einer bis dato ereignisarmen Partie die Führung der Gäste. Voigt besorgte per Kopfball ins lange Eck das 1:0 für Arnstadt.
Arnstadts Dominik Voigt beim Torjubel nach seinem Treffer zum 1:0. Foto. Christian Habel
Wer nach dem Wechsel nun ein energisches Aufbäumen der Unioner erwartet hatte, sah sich getäuscht. Lippert setzte in der 57. Minute mit einem Klassepass Uslar in Szene, und dieser ließ sich allein vor dem Torhüter die Chance zum 0:2 nicht entgehen. Damit war eine Vorentscheidung gefallen. Danneberg sorgte mit einem Aufsetzer aus 35 Metern für den 3:0-Endstand. Das Bemühen der Nemetschek-Elf um das Ehrentor blieb ohne Erfolg.
SC Weimar siegt überraschend bei Neustadt/Orla
Mit seinem dritten Auswärtssieg der Saison hat sich der SC 03 Weimar ein wenig Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschafft. Mit 1:0 nahmen die Kulturstädter in Neustadt/Orla Revanche für die bittere 2:3-Niederlage im September. Die Entscheidung in Neustadt fiel schon in der 23. Minute: Chris Griebel flankte von der linken Außenbahn, Stefan Winterkorn nutzte einen Stellungsfehler der Blau-Weiß-Abwehr und köpfte ein. Bis dahin hatten die Weimarer die meist mit hohen Bällen operierenden Gastgeber gut im Griff gehabt. Auch bis zur Pause wurde es danach nur selten gefährlich vor dem Kasten von David Schmitt. In der zweiten Hälfte gab es ein rasantes, packendes Spiel - das exakte Gegenteil zum 0:0-Langweiler der Vorwoche gegen Martinroda. Einen Heber des PolenLukasz Jasiak lenkte Schmitt über den Querbalken (51.), im Gegenzug stand Florian Rammelt frei und verzog knapp. Mario Schmidt, nach längerer Pause erstmals wieder dabei, steuerte allein auf den Neustädter Torwart zu und scheiterte (60.). Felix Müller rückte in der zweiten Halbzeit in den Angriff auf und zerrte an den Ketten. Kurz vor Schluss der Partie gab es noch einmal Freistoß für die Orlastädter. Daniel Opels scharf hereingetretenen Ball lenkte Nico Eberhardt, diesmal mit der Weimarer Kapitänsbinde, an die Torlatte. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Sicher hatten wir in einigen Situationen auch etwas Glück und einen ganz starken Torwart", bilanzierte SC-03-Trainer Frank Schön.
Rudolstadt bleibt gegen Martinroda in der Erfolgsspur
Auch im vierten Spiel der Rückrunde hat Einheit Rudolstadt keine Niederlage kassiert. Im Gegenteil, mit dem 3:1 beim FSV Martinroda landeten die Ostthüringer einen verdienten Erfolg. Nach einer Abtastphase übernahmen die Gäste die Initiative. Aber kurz darauf rauften sich die Anhänger des Gastgebers die Haare. Baranowski hatte mit einem Freistoß aus 35 Metern abgezogen, doch das Leder donnerte nur an die Latte (19.). Die Antwort der Rudolstädter war ein Schuss von Schröter an den Außenpfosten (23.). Erst ein Standard brachte die Führung. Walter beförderte einen Freistoß mustergültig nach innen und fand dabei den Kopf des heranstürmenden Förster (27.).
Martinrodas Jörg Baranowski kommt in dieser Szene gegen Nick Walter zu Fall. Foto: Ingo Herzog
Nach der Pause drängte Rudolstadt auf die Entscheidung. Nach einer Stunde war es dann soweit. Bach hatte beim abgefälschten Schuss von Walter keine Chance (26.). Aber damit war der Dreier noch nicht in Sack und Tüten. Der Pfostenschuss von Baranowski (77.) zeigte, dass sich die Einheimischen noch nicht geschlagen gaben. So wurde es auch noch einmal eng, als nach einem der zahlreichen Freistöße von Walter nur noch hinter der Linie geklärt werden konnte (82.). Doch mehr ließen die Heidecksburgstädter nicht zu. In der letzten Minute machte der eingewechselte Youngster Müller alles klar.
FC Eisenach und Wismut Gera trennen sich unentschieden
Bereits in der Anfangsphase setzte Wismut Gera beim FC Eisenach das erste Signal, als David Helbig von der Grundlinie flankte und Oliver Hoffmann im Zentrum knapp verpasste. Für die größte Aufregung sorgte kurz darauf Schiedsrichter Leitschuh. Als Ronny Scholze (9.) einen Einwurf ausführen wollte, zeigte ihm der Schiedsrichter plötzlich die Rote Karte. Leitschuh hatte eine Beleidigung gehört. Erst nach Rücksprache mit seiner Assistentin nahm er Rot zurück und zeigte die Gelbe Karte. Eisenach hatte große Mühe, sich gegen die kompakte Wismut-Abwehr in Szene zu setzen. Mit einem sehenswerten Angriff über Helbig und Rico Heuschkel, der Marcel Lange freispielte, gelang Gera die Führung (37.). Mit einer Schrecksekunde begann die zweite Hälfte, als Eisenachs Torjäger Arndt freistehend der Ausgleich gelang.
Fast aus dem Mittelkreis brachte Oliver Hoffmann Gera mit 2:1 in Führung. Archiv-Foto: Manfred Malinka
Und dann kam der Auftritt des Oliver Hoffmann. Fast aus dem Mittelkreis überlistete er mit einem Weitschuss den weit vor seinem Tor postierten Eisenacher Torhüter - 1:2 (63.). Ein Treffer Marke "Tor des Monats". Und wieder war es der Schiedsrichter, der für Aufregung sorgte. Just (69.) parierte einen Kopfball, als Leitschuh Elfmeter pfiff und Lange die Rote Karte zeigte. Dieser hatte bei Justs Abwehr den Ball an die Hand bekommen. Reinhardt ließ sich die Chance zum 2:2 nicht entgehen. In der Schlussphase traf Nong-Hoang (87.) mit tollem Seitfallzieher nur die Lattenunterkante, Eisenach setzte die letzte Möglichkeit in der Nachspielzeit an den Pfosten.