Thüringer Schulen engagieren sich beim Tag für Afrika
Eigentlich ist heute ein ganz normaler Schultag in Thüringen. Die Ferien gehen schließlich erst übermorgen los. Dennoch lassen schon heute viele Schüler Ranzen und Füller zu Hause. Statt Mathe und Bio zu pauken, arbeiten sie für einen Tag in einer Firma oder veranstalten einen Kuchenbasar.
Porträt
Weimar. Die Schüler machen mit beim achten deutschlandweiten Aktionstag der Kampagne "Dein Tag für Afrika". Das Geld, das die Jugendlichen an diesem Tag einnehmen, spenden sie komplett afrikanischen Schulen. Insgesamt 14 Thüringer Schulen nehmen an dem Aktionstag teil: von der Otto-Dix-Grundschule im östlichen Gera bis zum Philipp-Melanchthon-Gymnasium im westlichen Gerstungen. Die Wartenbergschule in Niederzimmern in der Nähe von Weimar hatte ihren Tag für Afrika schon Anfang Mai. Die Schüler kochten und backten afrikanische Gerichte und bastelten Schmuckstücke. Für die Präsentation und den Verkauf ihrer Ergebnisse fuhren sie extra in das große Einkaufszentrum Atrium in Weimar. Hier musizierten sie auch mit selbstgebauten Musikinstrumenten, die ihren Ursprung auf dem Schwarzen Kontinent haben.
Den Tag für Afrika gibt es schon seit 2003. Er wird vom Verein Aktion Tagwerk organisiert. Die Grundidee ist einfach: Schüler aus ganz Deutschland suchen sich an einem Tag im Schuljahr eine bezahlte Arbeit anstatt den Unterricht zu besuchen. Dann spenden sie ihren Lohn für Gleichaltrige in Angola, Burundi, Ruanda, Südafrika und im Sudan. Das sind Staaten in Afrika. Mit dem Geld werden Berufsschulen gebaut und andere Bildungsprojekte angeschoben. Der Tag für Afrika ist freiwillig. Niemand wird gezwungen, arbeiten zu gehen. Die anderen Schüler haben ganz normalen Unterricht, sagt Deutsch- und Geschichtslehrerin Katharina Risse vom Christlichen Gymnasium in Jena. Hier wird der Aktionstag für Schüler ab der 8. Klasse angeboten. Statt einen Kuchenbasar zu machen, arbeiten die Jenaer Gymnasiasten in unterschiedlichen Jenaer Cafés und Firmen.