Ausverkauftes Gastspiel von Kabarett "Pfeffermühle" in Eisenach

  • Die Mitglieder des Kabaretts "Die Pfeffermühle" Hans-Jürgen Silberstein, Matthias Avemarg und Tina Rottensteiner (v.l.n.r.) klammern sich an einen Rettungsring der MS Europa. Am 14. April 2012 gastierte das Kabarett "Die Pfeffermühle" aus Leipzig mit dem Programm "Hurra, wir bleiben inkompetent" im Landestheater Eisenach. Foto: Klaus-Peter Kaschke Die Mitglieder des Kabaretts "Die Pfeffermühle" Hans-Jürgen Silberstein, Matthias Avemarg und Tina Rottensteiner (v.l.n.r.) klammern sich an einen Rettungsring der MS Europa. Am 14. April 2012 gastierte das Kabarett "Die Pfeffermühle" aus Leipzig mit dem Programm "Hurra, wir bleiben inkompetent" im Landestheater Eisenach. Foto: Klaus-Peter Kaschke
Spritzig und intelligent war das Programm, mit dem das Kabarett "Pfeffermühle" am Samstag im ausverkauften Landestheater Eisenach gastierte. Das Programm mit dem Titel "Hurra, wir bleiben inkompetent" wusste Zuschauer wie Kritiker gleichermaßen zu überzeugen.
Eisenach. Spaß auf hohem Niveau stand beim Gastspiel des Leipziger Kabaretts "Pfeffermühle" im Theater auf dem Programm, beinhaltet dessen aktuelle Inszenierung "Hurra, wir bleiben inkompetent" doch einen geistreichen wie turbulenten Rundumschlag quer durch die deutsche Politiklandschaft.

An der Seite des Kabarettisten und Fernsehdarstellers Hans-Jürgen Silbermann durften sich die beiden jungen Mitstreiter Tina Rottensteiner und Matthias Avermarg am Samstag zu Höchstform aufschwingen und dem Publikum Lachsalven entlocken, auch wenn sich das Trio vornehmlich den Entgleisungen der deutschen Politik und damit einem alles andere als komischen Thema widmet.

Neben der Politikerschelte, die sich bei den "Pfeffermüllern" auf die üblichen Verdächtigen, also Christian Wulff , Siegmar Gabriel oder Angela Merkel konzentriert und nur tagesaktuell auf Joachim Gauck erweitert wurde, widmen sich die Kabarettisten Themen wie Bürokratiewahnsinn, Euro-Krise oder fette Volkspolizisten.

Um den Zuschauern eine Fokussierung auf die Texte und das gesprochene Wort zu ermöglichen und sie nicht unnötig durch Klamauk abzulenken, verzichtet das Trio weitgehend auf Beiwerk. Nur wenn der Sketch es unbedingt benötigt, schlüpfen die Darsteller in angedeutete Kostüme, die meist nur aus einer Kapitänsmütze oder einer roten Nase bestehen. Dadurch wirkt die Inszenierung von Rolf Voigt angenehm ruhig, wobei sie immer wieder auch mit einigen Slapstick-Elementen gewürzt wird.

Ohne intellektuelle Bocksprünge im Text

Die intelligenten, kritischen Texte kommen schnell auf den Punkt und verzichten auf unnötige Wortspielereien, um dem Publikum keine allzu hohen intellektuellen Bocksprünge abzuverlangen. Zwar fehlt einigen Sketchen die zündende Pointe, was dem Gesamteindruck aber nicht weiter schadet. Mit Wolllust lassen Silbermann, Rottensteiner und Avemarg die Tradition des Couplets wieder aufleben. Mehrmals bringen sie umgeschriebene und mit eigenen Texten versehene Ohrwürmer von Otto Reutter zu Gehör.

Welcher Beliebtheit sich das legendäre Leipziger Kabarett bis heute auch in Eisenach erfreut, wurde einmal mehr beim Gastspiel am Samstag deutlich - das Ensemble konnte sich über ein komplett ausverkauftes Haus freuen, selbst Minuten vor Beginn warteten Satirefreunde an der Kasse auf Restkarten. Angesichts des hochkarätig-spritzigen Programms und der Spielfreude des Kabaretts, dürfte ausverkauften Gastspielen sicher auch zukünftig nichts im Weg stehen.


Klaus-Peter Kaschke / 17.04.12 / TA
Z82C4GI070139
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Kommentare
18.04.12 - 14:21
Stiegker
Na also: Auch und gerade als Bespieltheater kann und wird das Eisenacher Theater weiter existieren ;-)
 
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