"Exit" - Geheimer Zugang zur Welt der Bühne in Meiningen

  • "Exit" wird in den Kammerspielen gezeigt. Foto: Theater "Exit" wird in den Kammerspielen gezeigt. Foto: Theater
Das Theater in Meiningen groß geschrieben wird, überrascht nicht. Wie exzellent aber die Leistungen im Jugendclub dabei sind, versetzt doch in Erstaunen. So geschehen mit dem neuen selbstgeschrieben Stück, "Exit", das am Donnerstag, den 5. Juli um 19.30 Uhr in den Kammerspielen in die zweite Vorstellung geht.
Meiningen. Noch darf man drüber schreiben, denn es gibt genug Karten. Die Vorstellung der zehn Jugendlichen unter Leitung von Dramaturgin Miriam Denger und Schauspielprofi Florian Beyer ist jede Zeile wert. Ein Jahr lang haben sie dafür trainiert, zum Halbfinale Deutschland-Frankreich ihre Premiere gegeben und fantastisch überzeugt. Und es geht um viel in ihrem Spiel, um nicht mehr und nicht weniger als um Leben und Tod. - Ja, aber können das denn, die jungen Leute schon, wird man sich fragen, so gewichtige Themen anpacken mit so wenig Lebenserfahrung. - Sie können. Und wie! Denn wer den Tod beiseiteschiebt, wird auch sein Leben nicht entdecken. Und genau das tun die Zehn mit viel Gefühl und Verstand.

Doch was sagen sie eigentlich selbst zu ihrem so entstandenen Werk und zur ersten Theaterarbeit?

Gemeinsam sind wir stark, erkennt die Hauptdarstellerin Chiara Digiovinazzo, die in der Rolle der Lina den Tod herausfordert, ihm die Stirn bietet und betont, "das man merkt, dass wir alle super miteinander auskommen und aufeinander Verlass ist".

Die Konzentration auf das Wesentliche hebt Hannes Siebert hervor, der als Sensemann die Hand zur Wette reicht: "Wir haben es geschafft, uns fast ein Jahr lang mit dem Thema auseinandergesetzt. Und es ist großartig im Nachhinein zu sehen, wofür man mit der Gruppe gearbeitet hat und zu wissen, dass man auf das, was man geschaffen hat stolz sein kann."

Insbesondere die Intensität des Arbeitsprozesses beeindruckt dabei Kenan Gohlke: "Ich bin erst seit einem halben Jahr im Theaterjugendclub", erklärt der Neuzugang, "und fühle mich schon als wäre ich seit immer dabei." Klar dass er auf jeden Fall damit weitermacht.

Und über die enorme Herausforderung hinaus, die viel Stress und Motivation abverlangte, sah Anne Ott durchaus auch die Gewinn bringende Kraft des Spaßfaktors: "Der Jugendclub ist richtig super, weil es immer was zu Lachen gibt, man sehr viel Spaß hat und trotzdem viel lernt."

Ähnlich sieht das auch Chrissy Langenhan, die konstatiert, das Jahr sei viel zu schnell vergangen, aber auch die spezifische Atmosphäre im Theater schätzen und lieben gelernt hat und lobt: "dass wir uns die Meinung sagen können und so gut zusammenarbeiten".

Wer sich nun selbst eine Meinung über das im Zeitungsfeuilleton hochgepriesene Bühnenergebnis machen möchte, bemüht sich um Karten für eine der beiden Folgevorstellungen, nämlich am Donnerstag dem 5. Juli um 19.30 Uhr oder am Sonntag, dem 8. Juli um 21.00 Uhr, jeweils im Scheinwerferlicht der Kammerspiele. Noch gibt es Plätze!


Folkert Streich / 05.07.12 / TA
Z83C74L550889
Canonical URL
Kommentare
 
Das könnte Sie auch interessieren
weitere Kulturmeldungen
Fotoserien & Videos
Linktipps