Film "Willkommen in Kölleda" wird am 1. Mai ausgestrahlt

  • Willkommen in Kölleda, und damit auch im Weimarer Land, wird am 1. Mai um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Im Bild Simon (Francis Fulton Smith), Carla (Janina Hartwig, Mitte), Ronja (Lucy Ella von Scheele). Foto: MDR/Anke Neugebauer Willkommen in Kölleda, und damit auch im Weimarer Land, wird am 1. Mai um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Im Bild Simon (Francis Fulton Smith), Carla (Janina Hartwig, Mitte), Ronja (Lucy Ella von Scheele). Foto: MDR/Anke Neugebauer
Der TV-Film "Willkommen in Kölleda" spielt fast ausschließlich im Weimarer Land zwischen Bad Berka und Tonndorf. In der Familienkomödie spielt Francis Fulton-Smith die Hauptrolle. Ausstrahlung ist am 1. Mai in der ARD.
Weimarer Land. In einem Rundlingsdorf, das Bewohnern des Weimarer Landes in seiner pitoresken Beschaulichkeit aus der Gegend zwischen Bad Berka und Tonndorf bekannt vorkommen könnte, lebt ein Landwirt aus der Genossenschaft der Kölledaer Pfefferminzbauern mit seinen zwei Kindern. Auch den Bauern meint man, schon mal gesehen zu haben. Manche würden Stein und Bein schwören, dass es sich bei dem Mann, der uns als Simon Vorberg vorgestellt wird, um Doktor Kleist handelt. Hat der beliebte TV-Arzt etwa seine Familie sitzen gelassen, um als Aussteiger aufs Land zu ziehen?

"Willkommen in Kölleda" heißt es am 1. Mai im Ersten. Zur Premiumsendezeit wird eine "romantische Familienkomödie" erzählt, deren Handlung auf der Tradition des Pfefferminz- und Heilkräuteranbaus in Kölleda aufgebaut ist. Francis Fulton-Smith ("Dr. Kleist") spielt den Bauern Simon, dem die Aufgabe zufällt, eine kaltherzige Managerin (Janina Hartwig), die die Kölledaer Pfefferminzmühle abwickeln will, zum Guten zu bekehren.

Der Haken an der Geschichte: Nirgends in und um Kölleda fand sich ein Ort, der in seinem Erscheinungsbild den Vorstellungen der ARD-Filmeinkaufsgesellschaft Degeto entsprach - mit grünen Wiesen vor sanften Hügeln, die sich rund um verträumte Orte mit liebevoll erhaltenen Dreiseithöfen schmiegen. Wo die Welt in ihrer heimeligen Butzenscheibenhaftigkeit heiler wirkt als die Realität.

Um so einen Ort zu finden, mussten die "Location-Scouts" aufs Weimarer Land ausweichen. So kommt es, dass keine Einstellung von "Willkommen in Kölleda" in Kölleda gedreht wurde. Nur die Mühle steht tatsächlich im Land, wo die Pfefferminze wächst.

Knapp zwei Jahre liegen die Dreharbeiten auf dem Dorfplatz und in den Obstwiesen von Tiefengruben zurück. Auch in Troistedt wurden Teile des Films aufgenommen. Für neunzig Minuten wird Tiefengruben zu Kölleda. Selbst Einwohner siedelten virtuell um. Viele von ihnen tauchen als Komparsen auf einem Dorffest im Film auf.

Zum Beispiel ein Mann in Rot: Tiefengrubens Ortsbürgermeister Axel Pollex schlendert viele Male durchs Bild einer Marktszene, die auf dem Dorfplatz vor der Tiefengrubener Kirche gedreht wurde - vom frühen Nachmittag an bis in den Abend hinein begutachtet er die Auslagen an den Ständen und schiebt beim Tanz elegant eine Frau über den Kiesweg: seine Nachbarin Grit Köhler.

Von dem Dutzend Dorfbewohnern, die dem Produktionsteam im Sommer 2010 zwei Tage lang als Komparsen zur Verfügung standen, dürften sich viele im Film wiedererkennen. Axel Pollex denkt daher vorsichtig darüber nach, den ganzen Ort am 1. Mai zum Public Viewing einzuladen. Auch um den besonderen Beitrag eines Tiefengrubeners zu dem Spielfilm nachwirken zu lassen: Weil der Tanzkapelle, die die Marktszene musikalisch untermalte, am zweiten Drehtag der Geiger abhanden gekommen war, habe sich das Filmteam auf die Suche nach einem beigefarbenen Anzug gemacht, in den möglichst unauffällig ein Ersatzmann gesteckt werden sollte, berichtet Pollex. Den Anzug konnte Fred Köhler besorgen, der dem Pfefferminzbauern Simon schon einen historischen Traktor aus seinem Fuhrpark geliehen hatte. Und wo er nun schon einmal die Kleider brachte, übernahm Köhler auch gleich die Rolle des verschollenen Bandmitglieds ...

Axel Pollex erinnert sich, dass weitere Requisiten vor Ort aufgetrieben werden konnten. Ein Förster aus einem benachbarten Revier überließ dem Team sein Kraftfahrzeug, die Gemeinde Tiefengruben wiederum rückte ihre Marktstände raus, die gewöhnlich auf dem Obstmarkt zum Einsatz kommen.

Tiefengruben ist kameraerfahren. Als eines der schönsten Dörfer Thüringens bildet es immer wieder den Hintergrund für Fernsehaufzeichnungen und hat diesem Umstand gegenüber eine gewisse Gelassenheit entwickelt. Für "Willkommen in Kölleda" hatte die Gemeinde sogar ihr Mitteldorffest um eine Woche verlegt, nicht ohne eine Entschädigung dafür auszuhandeln: "Freunde, dafür muss aber eine Kiste Bier für uns drin sein", hatte Axel Pollex den Preis festgelegt. Die Rechnung wurde inzwischen beglichen.


Sabine Brandt / 14.04.12 / TA
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Kommentare
01.05.12 - 23:05
Uwe-Carsten Günnel
Der Film war eine Schande für Kölleda. Keine einzige Szene spielte in Kölleda! Kölleda wurde als lächerliches Dorf degradiert, ist bekanntlich eine Stadt und sogar eine sehr schöne. Allein der Titel "Willkommen in Kölleda" ist völlig verfehlt. Armes Fernsehen! Uwe-Carsten Günnel (Kölledaer)
 
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