Film aktuell: Die Frau in Schwarz

  • Daniel Radcliffe als Kipps im Drama "Die Frau in Schwarz" Foto: Concorde Filmverleih/dapd Daniel Radcliffe als Kipps im Drama "Die Frau in Schwarz" Foto: Concorde Filmverleih/dapd
Daniel Radcliffe überzeugt nur wenig als Geisterjäger.
Er ist nicht mehr der niedliche Harry Potter und auch nicht mehr der heranwachsende Zauberlehrling, der nicht nur Teenager in Verzückung versetzte. Aber wer ist er jetzt dieser Daniel Radcliffe? Das, was der Film von Jane Goldman (Buch) und James Watkins (Regie) von ihm verlangt, erfüllt der putzige Schwiegermuttertyp jedenfalls eher nicht.

Wenn der Name des Hauptdarstellers ins Kino treibt, weil er die Harry-Potter-Filme mit ihren kolossalen Special Effects liebt, dürfte wohl ohnehin eher irritiert sein von "Die Frau in Schwarz". Man fühlt sich um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückversetzt in eine Zeit, als noch Exorzisten ihr Unwesen oder besser Wesen auf der Leinwand trieben, ja, bevor es Gräber für Kuscheltiere gab. Eine Art Retro-Geisterbahnfahrt ist dieser Gruseltrip ohne Mehrwert, mit simpler Handlung doch überraschendem Schluss. War der gleichnamige Roman von Susan Hill ein Bestseller, so hat der Kinofilm eher das Zeug, als Parodie auf der Leinwand zu reüssieren. Dafür allerdings fehlt es dem Opus an Tempo.

Es spukt in El Marsh House. Aus diesem Grunde ist das Anwesen auch nicht unbedingt gut verkäuflich. Für den jungen Anwalt Arthur Kipps (Radcliffe) ist der Auftrag die letzte Chance. Denn seit dem Tod seiner Frau im Kindbett ist er für die Vorgesetzten eher eine Enttäuschung. So lässt er das süße Söhnchen bei der Nanny zurück und nimmt die Bahn, um in der wenig einladenden englischen Gruselprovinz den Nachlass der verstorbenen Herrin des Marsh Houses zu ordnen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn willkommen ist der Anwalt keinesfalls, könnte er doch ruhende Geister wecken. Die Frau in Schwarz holt sich in dem verschlafenen Nest seit Jahren Kinder will heißen, diese kommen auf tragische Weise ums Leben.

An Kipps ist es nun, die Frau in Schwarz zu entdecken, ihre Geschichte zu enthüllen und das Nest zu erlösen. Das garantiert viele wehende Gardinen, schlagende Fensterläden und dunkle Gestalten. Am Ende erkennt Kipps: Die schwarze Frau hat keine Ruhe, weil ihr Kind starb, ohne dass man es zu retten versuchte. Seine Leiche wurde aus dem Watt nie geborgen. Kipps' Lösung dürfte ein Paradebeispiel aus dem Handbuch für junge Exorzisten sein: Leichnam und Gespenst zusammenbringen, um den Bann zu brechen. Aber ach: Offenbar ruft auch Kipps etwas aus dem Jenseits.

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Zu sehen:

Cinestar Jena und

UCI Kinowelt Gera

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Dr. Tatjana Mehner / 30.03.12 / OTZ
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