Klosterkirche Thalbürgel lädt zum 40. Konzertsommer

  • Engagiert: Pfarrer Eckhard Waschnewski organisiert Jahr für Jahr die renommierte Veranstaltungsreihe. Foto: Matthias Benkenstein Engagiert: Pfarrer Eckhard Waschnewski organisiert Jahr für Jahr die renommierte Veranstaltungsreihe. Foto: Matthias Benkenstein
Am 1. April beginnt der 40. Konzertsommer in der Klosterkirche Thalbürgel. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer sei die Veranstaltungsreihe nicht denkbar, sagt Pfarrer Eckhard Waschnewski.
Thalbürgel. Noch klingt es in der Klosterkirche Thalbürgel nicht nach honigsüßem Engelsgesang und sinfonischen Meisterleistungen. Küster Gerhard Schmuhl hat einen großen gelben Industriestaubsauger angeworfen, der im Gotteshaus einen Höllenlärm macht. "Die Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen", sagt Eckhard Waschnewski, Pfarrer der Kirchgemeinde Bürgel. "Sogar die Zimmerpalmen sind schon eingetroffen. Der nächste Sonntag ist schließlich Palmsonntag."

Bis dahin spätestens wird der letzte Staubrest entfernt, werden alle Aufbauarbeiten abgeschlossen sein. Denn am Sonntag beginnt in der Klosterkirche St. Maria und St. Georg - einem der bedeutendsten romanischen Sakralbauten Thüringens - der 40. Konzertsommer in Thalbürgel.

Obwohl das verträumte Örtchen, zwischen Jena und Eisenberg gelegen, sich zwischen Wiesen und Wäldern ein wenig versteckt, ist der Konzertsommer lange schon überregional bekannt. Ein Hauptgrund dafür ist, dass es Organisationstalent Eckhard Waschnewski und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus der (Kirch-)Gemeinde von Jahr zu Jahr gelingt, hochkarätige Interpreten klassischer Musik in den Saale-Holzland-Kreis zu locken, die in der besonderen Atmosphäre der Klosterkirche zur Hochform auflaufen.

"Die flache Holzdecke erzeugt diesen hellen, warmen Klang", sagt Waschnewski. Der Pfarrer steht in der Nähe des Altars und spricht eigentlich nicht besonders laut. Trotzdem könnte man seine Worte auch am anderen Ende des Kirchenschiffs noch gut verstehen.

Akustik sucht ihresgleichen

Unter diesen akustischen Bedingungen sind in den nächsten Monaten Bachs h-Moll-Messe, Mendelssohns Fünfte, Lieder von Mahler, Händels "Messias" sowie Mozarts Requiem zu hören. Den Anfang macht am kommenden Sonntag Bachs Johannespassion. Die Aufführung wird vom Madrigalkreis der Jenaer Philharmonie und dem Barockensemble Weimar gestaltet. Die Gesamtleitung hat Chordirektorin Berit Walther von der Jenaer Philharmonie.

Aufgeführt wird die Standardfassung von 1724. "In Thalbürgel haben wir bewusst eine kammermusikalische Besetzung gewählt und auch die Intonation der historischen Aufführungspraxis angepasst. Auf diese Weise soll ein authentisches Erlebnis der Johannespassion möglich werden", sagt der Pfarrer.

Während des 40. Konzertsommers lädt Thalbürgel nicht nur zu zwölf Konzerten, sondern auch zu zwei Ausstellungen, mehreren Themengottesdiensten und einem Klostertag für Kinder am 7. Juli ein. Die Vernissage zur ersten Ausstellung, in der Fotografien und Holzskulpturen gezeigt werden, ist bereits heute, 17 Uhr, in der Klosterkirche.

Das Motto des Jubiläumskonzertsommers ist "Berge versetzen - Wunder schauen - Einstimmen in den Lobgesang". Eckhard Waschnewski findet es passend, schließlich sei es nicht selbstverständlich, dass die renommierte Veranstaltungsreihe bereits in ihr 40. Jahr geht. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre das alles gar nicht denkbar." Ein Beispiel dafür sei eine Kartei mit 160 Namen aus der Region. Sie alle haben sich bereit erklärt, Knaben und junge Männer, beispielsweise vom Kreuzchor, zu beherbergen. Als Gegenleistung erhalten die Gastgeber freien Eintritt.

Alle Infos: www.klosterkirche-thalbuergel.de, Karten: Tel. (036692) 22210


Matthias Benkenstein / 30.03.12 / TLZ
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