Die Szene "Verklärte Nacht". Sie ist im träumerischen ersten Teil zur romantischen Musik von Arnold Schönberg gestaltet. Foto: Carola Hölting
Liebestrunken und schwelgerisch ist der erste Teil des neuen Ballettabends, der am Samstag im Landestheater Eisenach erstmals zu sehen ist. Die Ausbrüche von Gewalt und andere drastische Bilder bringt hingegen Teil zwei mit Musik von Strawinsky.
Eisenach. Igor Strawinskys Ballettmusik "Le Sacre du Printemps" - zu Deutsch "Das Frühlingsopfer" - und Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht" bilden die Grundlagen zum neuen Ballettabend von Andris Plucis. Am Samstag, 31. März, um 19.30 Uhr hat er im Landestheater Eisenach seine Premiere - in einer Woche, in der das Theater, die Mitarbeiter und die Stadt um den Fortbestand der Bühne bangen müssen. Zusammen mit der Landeskapelle versuchen sich die 16 Tänzerinnen und Tänzer an dem Abenteuer, zwei musikalische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts heutig zu vertanzen. Wie aus der Zeit gefallene Wesen treffen sie sich zu hochromantischer Musik Schönbergs. Paare erkennen sich, verlieren sich, in einer hellen, lichten Atmosphäre. Getanzt wird auf sandigem Boden, ausladend, schwelgerisch. Im vollkommenen Kontrast zu dieser Idylle zeigt der zweite Teil des Abends die archaische Brutalität, die Strawinskys "Frühlingsopfer" innewohnt, entstanden kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Plucis zeigt Bilder von menschlichen Abgründen und entmenschlichtem Tun. Die Musik treibt, prescht unerbittlich voran. Das anfängliche Menschenopfer kann seinen Zweck nicht erfüllen - das Unheil nimmt seinen Lauf. Durch eine speziell genehmigte Fassung kann "Le Sacre du Printemps" mit der Landeskapelle Eisenach realisiert werden. Für den erkrankten Orchesterchef Carlos Domínguez-Nieto übernimmt Oleg Ptashnikov vom Staatstheater am Gärtnerplatz München, die musikalische Leitung, der Besuchern des Landestheaters durch seine Dirigate des Balletts "Romeo und Julia" und des letzten Weihnachtskonzerts der Landeskapelle mit "Dornröschen" bekannt ist.
Das Bühnenbild entwarf die Düsseldorferin Beatrix Sassen, die Kostüme stammen von Danielle Jost. Die nächsten Vorstellungen finden am 6., 20., 22. und am 29. April statt. Nach der Premiere gibt es eine Feier im Theaterfoyer, zu der das Publikum herzlich eingeladen ist. Karten: Theaterkasse (0 36 91) 25 62 19 oder Eisenacher Tourist-Information im Stadtschloss (03691) 79 23 23.