Acht Babyleichen in nordfranzösischem Dorf entdeckt

  • Kerzen stehen am Donnerstag vor einem Haus in Villers-au-Tertre, wo sechs der acht getöteten Neugeborenen gefunden wurden. Foto: AFP
In einem kleinen Dorf in Nordfrankreich ist am Mittwoch ein grausiger Fund gemacht worden: In zwei verschiedenen Häusern des 700-Einwohner-Ortes Villers-au-Tertre nahe Lille entdeckten Bewohner und Polizei insgesamt acht Babyleichen. Der Verdacht fiel auf die mutmaßlichen Eltern der toten Kinder.
Villers-au-Tertre. Das 45-jährige Ehepaar wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden.

Auf die ersten Babyleichen waren nach Angaben von Dorfbewohnern die neuen Besitzer eines Hauses in dem Ort gestoßen, nachdem sie in ihrem Garten die Knochen von Kleinkindern beim Graben entdeckt hatten. Das Haus gehörte zuvor den Eltern des unter Verdacht stehenden Paares. Die Polizei nahm den Angaben zufolge dann die Ermittlungen in dem nahegelegenen Wohnhaus der mutmaßlichen Eltern auf, wo die Beamten weitere Babyleichen fanden. Mit Spürhunden suchten die Ermittler am Abend nach weiteren Hinweisen.

Die mutmaßlichen Eltern der toten Kinder, beide etwa 45 Jahre alt, wurden in Polizeigewahrsam genommen. Gegen sie soll nach Angaben aus Justizkreisen nun ein Verfahren eingeleitet werden. Die Behörden dementierten zudem ein Gerücht, wonach die Mutter die Tötung von etwa zehn Kleinkindern zugegeben haben soll. Die Staatsanwaltschaft im nahegelegenen Douai kündigte für Donnerstag eine Pressekonferenz zu dem grausigen Leichenfund an.

Die Bewohner des kleinen Dorfes im Norden Frankreichs zeigten sich geschockt von den Vorwürfen gegen die mutmaßlichen Eltern. Ein Nachbar beschrieb das Paar als "freundlich, hilfsbereit, höflich und taktvoll". Ein anderer Bewohner nannte die Verdächtigen "normale Leute", die sich in das Gemeindeleben eingebracht hätten: "Das ist unglaublich." Die mutmaßlichen Eltern der toten Kinder haben demnach zwei erwachsene Töchter.

Der frühere Bürgermeister der Gemeinde, Daniel Collignon, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Ich bin geschockt." Normalerweise gehe es in Villers-au-Tertre "sehr ruhig, sehr ländlich" zu.

Im März war eine Französin wegen der Tötung von sechs ihrer neugeborenen Kinder zu 15 Jahren Gefängnis verteilt worden. Die Frau hatte die Leichen in Plastiksäcken im Keller ihres Hauses in Valognes im Nordwesten Frankreichs versteckt. Sie wurde 2007 festgenommen, nachdem ihr damaliger Lebenspartner die toten Babys entdeckt hatte.


29.07.10 / AFP, AP
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