Brücken-Sprengung auf A9 ohne Probleme

  • Die Reinsdorfer Brücke nahe Moßbach wurde im Vorfeld des sechsspurigen Ausbaus der A9 in diesem Abschnitt in der Nacht vom 17. zum 18. März gesprengt. Foto: Uwe Lange Die Reinsdorfer Brücke nahe Moßbach wurde im Vorfeld des sechsspurigen Ausbaus der A9 in diesem Abschnitt in der Nacht vom 17. zum 18. März gesprengt. Foto: Uwe Lange
Die Autobahn 9 zwischen Triptis und Dittersdorf wird bereits vorfristig wieder freigegeben. Die Sprengungen der Reinsdorfer Brücke nahe Moßbach und der Bogenbrücke bei Wüstenwetzdorf liefen reibungsfrei. Rund 3500 Sprenglöcher mussten gebohrt werden. Weitere Brücken sollen im vierten Quartal 2012 weichen.
Moßbach. Ohne größere Probleme gingen in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag die Sprengung und die Beräumung der Reinsdorfer Brücke nahe Moßbach sowie der großen Bogenbrücke bei Wüstenwetzdorf über die Bühne. Beides Maßnahmen im Vorfeld des sechsspurigen Ausbaus der BAB 9 auf 19 Kilometern zwischen Schleiz und Triptis. Vorfristig um 8.45 Uhr in Richtung Nürnberg und um 10 Uhr in Richtung Berlin konnte der Verkehr wieder freigegeben werden.

"Die Nacht ist sehr gut gelaufen. Die Sprengungen waren alle erfolgreich", bilanzierte Rolf Kräher, stellvertretender Projektleiter der Eurovia Arge Straßenbau A9, gestern früh am einstigen Standort der Bogenbrücke bei Wüstenwetzdorf. Gegen 22.30 Uhr hatte der Sprengmeister hier auf den Auslöser gedrückt. Das Grummeln der Sprengung von Moßbach ungefähr eine Stunde später war sogar in Schleiz noch zu hören. Es verschwand in dieser Nacht auch das ortsseitige Widerlager der alten Eisenbahnbrücke dort von der Bildfläche.

Um jedes zu sprengende Objekt wurde ein Sicherheitskreis von mindestens 300 Metern gezogen und auch durchgesetzt. Von dort aus konnten Schaulustige das Spektakel gefahrlos verfolgen. Schon am Nachmittag nutzten viele das schöne Wetter zu einem Spaziergang, um einen letzten Blick auf die um das Jahr 1934 entstandenen Bauwerke zu werfen.

  • Bevor gesperrt werden konnte, musste ein so genanntes Schüttpolster aufgetragen werden, um den Fahrbahnbelag vor den Betonteilen der Brücke zu schützen. Foto: Uwe Lange Bevor gesperrt werden konnte, musste ein so genanntes Schüttpolster aufgetragen werden, um den Fahrbahnbelag vor den Betonteilen der Brücke zu schützen. Foto: Uwe Lange
In den Wochen vor dem "Tag X" wurden in Nachtarbeiten die Sprenglöcher an beiden Brücken gebohrt. Rund 400 waren es bei der Reinsdorfer und ungefähr 3000 bei der großen Bogenbrücke. "Eine sehr aufwändige Arbeit. Die Bestückung der Sprenglöcher erfolgte am Donnerstag und am Freitag", erklärte der stellvertretende Projektleiter auf OTZ- Nachfrage. Ab diesem Zeitpunkt hatte ein Sicherheitsdienst die zwei Baustellen immer wachsam im Auge.

Noch während der Verkehr am Sonnabendnachmittag einspurig an den Brücken vorbei floss, erfolgte im Abbruchbereich die Demontage der Leitplanken wurde die Stahl-Schutzgleitwand bei Wüstenwetzdorf aufgenommen. Richtig zur Sache ging es schließlich, als die Vollsperrung gen Süden um 19 Uhr und gen Norden um 21 Uhr wirksam wurde. Großflächig kam mittels schwerer Technik ein so genanntes Schüttpolster unter die beiden Brücken. "Das ist so etwa einen Meter stark. Erst wird Fließ ausgelegt, oben drauf kommt ein Sand-Schottergemisch dass die Fahrbahnoberfläche nicht beschädigt wird", unterstrich Rolf Kräher. OTZ ließ er dazu noch wissen, dass dies auch beim Abbruch von Brücken nur mit dem Bagger gemacht wird.

Schutt und zerschnittene Bewehrung der Reinsdorfer Brücke liegen jetzt neben der Richtungsfahrbahn Süd der A9. Diese Woche soll beides nochmals zerkleinert und schließlich abtransportiert werden. Da sich die Bogenbrücke in einem Geländeeinschnitt befand, konnte man dort nicht so verfahren. Hier rückten gleich die Lkw zum Abtransport auf ein Areal kurz vor Triptis an.

Gestern früh gegen 7.30 Uhr war das Gröbste beseitigt, konnten die Kehrmaschinen ausrücken und Leitplanken wieder montiert werden. Grünes Licht für den Verkehr gab es nach der Streckenabnahme vom Autobahnmeister, mit dem Rolf Kräher die Trasse abfuhr. So wurde der Abschnitt faktisch besenrein wieder übergeben.

Weitere Brückenabbrucharbeiten kündigte er für das vierte Quartal 2012 und das erste Quartal 2013 an. Der Verkehr auf den Umleitungsstrecken rollte nach Polizeiangaben recht problemlos.


Uwe Lange / 19.03.12 / OTZ
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